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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 4, 5 und 6 (1913) · p. Seite 37

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
4, 5 und 6 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 37 (sequence 37)
Language
German
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37 gefallen aufgenommen werde. Die ganze Zeit aber lebte ich in Kummer und sagte mir, dass es nicht meiner Ehre und auch nicht der Ehre meiner Familie entspreche und erzählte all dies dem angesehenen R. Wolf Berlin. Er gab für mich mehr als 50 Venezianer (Goldstücke) aus und übertrug mir eine Menge Kommissionen, so dass ich viel Geld hätte verdienen können, wenn ich nur etwas Glück gehabt hätte. Aber die Zeit flieht und ich bin geboren zu Elend und Mühsal, Kummer und Plage. So reiste ich denn Dienstag den 7. Adar 5509 (25. Februar 1749) von London nach Harwich und von dort zu Schiff nach Holland, und zwar nach Helfvoedsfluid........ Und ich reiste im Auftrage des oben erwähnten Patriziers schon Montag 1. Tamus (17. Juni 1749) nach Freising, Landshut, Dindolfing, Landau und kam Mittwoch, 2. Tamus» nach Leidling, Passau. Am Donnerstag, 3. Tamus: Oberhausen, Engelhartszell, Klosterneuburg, Linz; Freitag: Krems und Ybbs. Samstag, 5. Tamus (21. Juni 1749) kam ich in die Stadt meiner Geburt, nach Wien. Am Sabbathausgang zog ich in das Haus meines Oheims R. Samuel Preßburg. Sonntag, am 6. Tamus, noch vor Sonnenaufgang, verliess ich das Haus meines Gepäckes wegen, welches noch auf dem Schiffe war, bezahlte den Fahrpreis und auch den Lohn für die Passage meines Gepäcks. . . . Obwohl ich einige vornehme Herren in der englischen Sprache unterrichtete, verliess ich doch Wien ohne einen Heller am 11. Cheschwan des Jahres 5511 (10. November 1750) mit R. Moscheh Chotschin aus Modena, der bei R. Abraham Sinzheim wohnte, mit Wagen auf der Strasse nach Steiermark und am 20. Cheschwan des Jahres 5511 kamen wir nach Görz. Freitag um Mitternacht kam ich nach Triest, wo R. Amschel Marburg wohnte samt seiner Gattin Channa, meiner Verwandten, und ich wohnte in dem Hause des R. Menascheh Marburg bis Freitag den 13. Kislev; ich schiffte mich nach Venedig ein und wohnte dort bei dem ehrwürdigen R. Isak Berlin, ass zwei Sabbate bei R. Abraham Jessurun und reiste in der ersten Nacht von Chanuka ab. . . Ich kaufte mir Proviant für die Reise, um das Meer zu überqueren und nach Alexandria zu reisen und fand ein gutes englisches Schiff, „Sitbehind" mit Namen, Kapitän Cotton, und verliess Livorno Donnerstag den 16. Schewat 5511 (11. Februar 1751). Freitag den 17. kam Chacham Moreno zu uns aufs Schiff, samt seinem Diener Abraham Castilia, und wir reisten im Namen des Gottes Israels nach Alexandria. Wir waren 25 Tage auf dem Meere. Sonntag den 10. Adar 5511 (7. März 1751) kam ich in Frieden nach Alexandria und brachte Empfehlungen an Senor Blanesundan Senor Salomon Cohen mit. Der letztere aber weilte gerade in Kairo und ich übernachtete bei dem Vorsteher, im Hause des Chacham Kunarti. d. i. R. Jizchak Provencal, und er empfing mich sehr gastfreundlich und ich wohnte bei ihm über Purim, zu welcher Zeit ihm sein Weib eine Tochter gebar. Ich wollte schon vor Peßach fort, nach Damiette, doch konnte ich es nicht wegen meiner Schwäche und so verbrachte ich den Peßach in seinem Hause. Da ich

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