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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 4, 5 und 6 (1913) · p. Seite 32

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
4, 5 und 6 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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habe dort Frau und Kinder verloren, sei dann (in den Jahren 1750-1760) in seine Heimat zurückgekehrt, wo er seinen Familiennamem ״in לו-לי änderte, indem er sagte: Mir (war es) nicht (gegönnt). . Cormons heiratet dann ein zweitesmal, stirbt aber nach einigen Jahren und lässt Frau und Kinder, vier Söhne und eine Tochter, arm und hilflos zurück. Diese Tochter, Mirjam Regina, heiratet später einen ״Gentilomo“, der aber seinem Namen keine besondere Ehre macht2), und nach seinem Tode wird sie die Frau Ezechia Luzzatto’s. Gleich Mirjam Regina gehörte auch er zu den Emigranten, die im J. 1778 aus San Daniele und den anderen friaulischen Dörfern auswandern mussten und sich meist in Triest niederliessen. Der Sohn dieser Eltern war Samuel David! Luzzatto. Für die Erklärung, die S. D. L. für die Namensänderung von Cormons auf Loli gibt, passt vor allem besser לא־־לי als לו—לי. in der Tat begegnen wir neben der von S. D. L. angeführten Schreibweise (־(לו—לי der Form (8לא-לי). Uebrigens kommt dieser Erklärung mehr die Bedeutung einer Legende als einer historischen Wahrheit zu. Hat Samuel Cormons in seinem nun angenommenen Namen, Loli, wirklich seinem Leide Ausdruck geben wollen? Weniger legendarisch, jedoch entschieden unrichtig ist die Behauptung, die Prof. Eude Lolli in seiner Schrift Un’eco della comommemorazione tenuto a Berlino li 22 agosto 1900 pel centenario della nascita di S. D. L. Padova, 1902 aufstellt 4). Danach wäre die Namensänderung zufolge eines kaiserlichen Erlasses, keine Ortsnamen als Familiennamen zu führen, erfolgt. Samuel hätte nun als Ausdruck seines Unwillens gegen diesem Erlass den Namen ״ לא—ליdie angeordnete Änderung sagt mir nicht zu“, angenommen. Gegen diese Annahme spricht die Tatsache, dass das Edikt Kaiser Josef II, das älteste auf die Namensänderung bezugnehmende ״gegeben in unserer Haupt- und Residenzstadt Wien den 23ten Tag des Monats Juli im siebenhundertsiebenundachzigsten Jahre“ aus einer Zeit stammt, in welcher Samuel C. gewiss nicht mehr lebte. Überdies behält die triestinische Judenschaft auch nach dem J. 1788 ihre Familiennamen ganz unverändert6). So finden wir in dem im J. 1788 der Staatsbehörde vorgelegten Ausweis noch die Familiennamen Ancona, Bassano, Casteibolognese, Formiggine, Fano, Guastalla, Pesaro, Padova, Tivoli, Udine, also eine ganze Reihe von Ortsnamen. Beachtenswert ist ferner Folgendes: Im obgenannten, im Archiv der isr. Kultusgemeinde in Triest erhaltenen Ausweis kommen im J. 1787 *) S. ibid.; 8. auch S. Bernfeld, S. D. L. Ein Lebensbild in Luzzatto-Gedenkbuch,. Berlin 1900, S. 2. •) S. V. Castiglioni, 701' 1' in Gräbers Ozar Hasifruth, II (1888), S. 8. «) E. L., Un’eco, S. 8, Note. ») V. J. Zoller, La coscrizione degli Ebrei triestini nel 1788 in 11 Meseaggero• Ieraelitico, I (1913), Nr. 2.

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