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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 4, 5 und 6 (1913) · p. Seite 21

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
4, 5 und 6 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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21 vollends hinfällig, wenn man sich die Geburtenziffer in der vorigen Generation dieser 3 Familien ansieht. Es waren in der vorigen Generation vorhanden: Farn. R. Farn. Fr. Fam. Fe. 27 Ehen 11 Ehen 14 Ehen Diesen Ehen entstammten: 120 29 45 Kinder Von einer besonderen Disposition für geringe Nachkommenschaftszahl kann also in unseren 3 Familien nicht die Rede sein. Die Ehen weisen in der vorletzten Generation, wie die Zahlen lehren, durchaus den Kinderreichtum auf, der im Judentum typisch gewesen und für die Erhaltung und Entwicklung einer Gemeinschaft erforderlich ist. Das Minus an Geburten ist vielmehr in unseren Familien, wie in der gesamten Judenheit Deutschlands, eine Erscheinung neuen Datums, und es gilt nun, seinen Ursachen, soweit unsere Stammbäume darüber Auskunft geben können, nachzuspüren. Um es gleich vorwegzunehmen: wir haben auch bei der Nachforschung über die Ursachen des Geburtenrückganges in den 3 behandelten Familien keine überwältigend neuen Entdeckungen machen können, aber andererseits die Behauptungen Theilhabers über die Ursachen der Verminderung der Geburtenzahl unter den Juden Deutschlands vollinhaltlich bestätigt gefunden. Mehr aber als eine Bestätigung der Theilhaber'schen Anschauungen durch den Nachweis am Einzelfall soll ja diese ganze Untersuchung nicht sein. Über die Frage, welchen Einfluß das Alter der Eheschließenden auf den Rückgang der Geburten hat, konnte ich leider zu keinen stringenten Ergebnissen gelangen. Es war mir trotz grösster Bemühungen nicht möglich, in allen Fällen das Geburtsdatum der einzelnen Familienglieder und dadurch das Alter der Ehegatten bei der Verheiratung zu ermitteln. Die wenigen Fälle, in denen mir das doch gelungen ist, mögen hier ihren Platz finden. Von den Ehemännern waren bei Eingehung der Ehe; in Fam. R. Fam. Fr. Fam. Fe. unter 26 Jahre alt 1 über 25 Jahre alt 7 1 über 30 Jahre alt 5 14 über 35 Jahre alt 3 2 Die Mehrzahl der Ehemänner in allen Familien hat demnach erst nach vollendetem 30. Lebensjahre, ein recht beträchtlicher Teil sogar erst nach dem 35. Lebensjahr geheiratet. Was das für die Zeugungsfähigkeit und damit die mögliche Zahl der Kinder bedeutet, braucht kaum weiter ausgeführt zu werden. Eine noch viel deutlichere Sprache aber über die Ursachen des Geburtenrückganges reden die Zahlen, welche über das Verhältnis der Personen, die eine Ehe eingingen, zu denen die unvermählt geblieben sind, Auskunft geben. Die letzte Generation1) der B Familien umfaßte Personen: in Fam R, Fam. Fr. Fam. Fe. 120 27 45 Von ihnen gingen Ehen ein : 74 5 16 Personen Rechnet man davon noch diejenigen Personen ab, die eine Mischehe schlössen, deren Ehe also für die Erhaltung des Judentums nicht in Betracht kommen (8, 0 und 1 Personen), so bleiben für diese Generation rein jüdische Ehen übrig: in Fam. R. Fam. Fr. Fam. Fe. 66 5 15 Oder in Prozenten ausgedrückt: von den heiratsfähigen Personen der 3 Familien haben wirklich geheiratet: 55% 18'5°/0 33 3% *) Siehe oben Seite 20.

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