Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 2 und 3 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 tretenen Ideen freudig begrüssen. Wenn wir uns auch nicht mit allen seinen Ausführungen einverstanden erklären können, so ist es recht dankenswert, dass er in einem so angesehenen Blatte wie „Ost und West" familiengeschichtliche Probleme erörtert werden. Sehr treffend und einleuchtend ist, was er über den Zweck und über die Vor teile einer jüdischen Genealogie sagt: A. Allgemeiner Nutzen einer Genealogie jüdischer Familien : 1. Das Werk soll Material über die kulturelle Leistung der Juden und ihrer Abkömmlinge schaffen. 2. Den durch das Blut gegebenen gemeinsamen Ursprung der Geschlechter auch bei konfessioneller Verschiedenheit sichtbar erhalten. 3. Den Verwaltungen der Stiftungen die Auffindung von berechtigten Stipendiaten erleichtern. B. Spezieller Nutzen für die aufgenommenen Familien : 1. Erleichterter Beweis von Erbansprüchen. 2. Erleichterter Nachweis der Verwandtschaft bei Familienstiftungen. 3. Erleichterte gegenseitige Information bei Heiraten. 4. Engerer Zusammenschluss der Grossfamilie. a) Uebersicht über die entfernteren Verwandten bei Errichtung von Testamenten. b) Auffinden von Blutfreunden in der Ferne. 5. Moralisch-pädagogische Einwirkung auf die Nachkommen. Verstärktes Zugehörigkeits- und Verantwortlichkeitsgefühl; die Kenntnis der Vorarbeit der Väter spornt zur Nacheiferung an. Jüdische heraldische Exlibris in England. Es dürfte ziemlich unbekannt sein, dass die Exlibrisliebhaberei bei den Juden in vergangenen Jahrhunderten sehr verbreitet war. — Herr J. Solomons, der eine selten schöne Sammlung jüdischer Exlibris besitzt, hatte die Freundlichkeit, unserem Herausgeber auf eine Anfrage Mitteilungen zukommen zu lassen, denen wir folgendes entnehmen: Ich besitze folgende Exlibris englisch-jüdischer Familien, die auch heraldische Darstellungen haben : Adolphus, Barrow, Basevi, Beddington, Mendes Belisario, Benas, Bonfil, Castello, Cohen, Rothschild, Ricardo, Raphael, Phillips, Philippson, Hambro, Heibert, Henriques, Jalfon, Jessel, Josephs, Keyser, Levien, Levy Lawson, Levy, Lewis-Barned. Lousada, Lucas, Salomons, Sassoon, Schömberg, Stern, van Oven, Villa Reale, Waiey, Worms, Ximenes, Davidson, D'Avigdor-Golosmid, Disraeli, Emanuel, Faudel-Phillips, Franco, Lopes, Gideon, Goldsmid, Gubbay, Gutteres, Mendes da Costa, da Costa, Mendes, van Raalte, Montefiore, Walford, Prado. Anfragen und Antworten. Wir bieten den Lesern und Abbonenten durch diese Rubrik die Möglichkeit, Anfragen über familiengeschichtliche Daten zu stellen, deren Beantwortung sie durch andere Leser sicher erwarten können. Dadurch werden oft mühevolle Nachforschungen nach Daten, die anderen Forschern schon längst bekannt sind, überflüssig und eine wesentliche Erleichterung der Familienforschung herbeigeführt. Alle unsere Leser bitten wir aber, der Redaktion durch Beantwortung von Fragen ihre Arbeit zu orleichtern. Anfrage 8. Erbeten werden Nachrichten über Familien namens Oppenheim und Oppenheimer im 18. Jahrhundert. Wie waren die Oppenheimer und Rausnitz und die in Pressburg miteinander verwandt? — Wie hiessen die Eltern and Grosseltern des Ludwig Freiherrn v. Oppenheimer? Anfrage 9. Bekanntlich hat ein großer Teil der österreichischen Juden erst unter Josef IL Familiennamen angenommen. Ein Dekret verordnete damals, daß jeder Familienvater verpflichtet ist, in einem sogenannten Zeugniszettel seiner und seiner Familienmitglieder bisherigen Namen anzugeben, sowie auch mitzuteilen,