Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 2 und 3 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 welche Namen sie von nun an zu tühren beabsichtigen. Ich bitte um Mitteilung, in welchen Archiven solche Zeugniszettel noch vorhanden sind, weiters ob auch in anderen Ländern bei der Annahme von Familiennamen ähnliche Formulare ausgefüllt wurden. Anfrage 10. Ein Krakauer Jude namens Hirschl (geboren 1696 als Sohn des Mordechai und der Sarah) zog von Polen nach Deutschland und wurde dort evangelisch. Er soll dann angeblich Pastor geworden sein. Vielleicht trifft sich der Zulall, dass ein Leser des „Archivs" imstande ist, mir genaueres über die späteren Schicksale dieses Mannes mitzuteilen. Anfrage 11. In dem biographischen Werke „Beth El" (Ehrentempel berühmter Tingarischer Israeliten) von Reich wird behauptet, daes Abraham Hirsch Le mberger, der bekannte Pressburger Vorsteher, ,,dem Stamme des znm Judentum zurückgekehrten Baron Diego Aguilar entsprossen sei". Beruht diese Behauptung auf Richtigkeit? Anfrage 12. Unter den 18 Ahnen des Max Lambert Grafen v. Klebeisberg befinden sich nach einer Angabe in Nr. 164 der Monatsschrift ,,Adler", solche namens Popper. Wer kann mir etwas über diese Familie mitteilen? Antrage 13. Kann mir vielleicht ein Leser des ,,Archives" mitteilen, wo sich noch unbenütztes Material zur Geschichte der von Ungarisch-Broder Exultanten gegründeten Gemeinden befindet. Besonders suche ich Nachrichten zur Geschichte der Juden in Verbo (Neutraer Komitat). Anfrage 14. In Nr. 24 der „Oesterreichischen Wochenschrift" vom Jahre 1911 wird erwähnt, dass Salomon Levy einen Vortrag über die ,,Juden als Mitglieder des Parlamentes von Aix" gehalten hat, ohne Angabe, bei welcher Gelegenheit dies gewesen ist. Vielleicht kann mir jemand darüber Auskunft geben, ebenso wäre ich für Mitteilungen über die im Vortrage erwähnten provenzalischen Familien Aymar, Eti enne und Thommassin sehr dankbar. L. M. Antworten: Zu Frage 1. Nachkommen des Statthalters Coronel lebten auf den griechischen Inseln Naxos und Santorin, sowie auch in Venedig. Zu Frage 2. Mendel Drach, der Vertreter der Frankfurter Juden am Wiener Hof, ist in Frankfurt begraben. Vergleiche M. Horowitz. Die Inschriften des alten Friedhofs zu Frankfurt a. M. Dr. A. Freimann (Frankfurt a. M.). Zu Frage 8. Ein illustriertkr Corfioter Pergamentkodex, der auch kunsthistorisch sehr interessant ist, enthält Urkundenabschriften aus der Zeit, da Samuel Abdala und Menachem Cumeri Vorsteher in Corfu waren. Dieses Manuskript enthält nebst den Wappen vornehmer Venetianer-Familien auch die Wappen der Familien Cumeri und Abdala. Hofrat Prof. Adam Politzer, der so bekannte kunstverständige Gelehrte, der auch ein grosser Kenner jüdischer Altertümer ist, hat diesen Kodex in Venedig für das Wiener jüdische Museum erworben. Zu Anfrage 4. Ein Bruder des R. Mendel Aargau nannte sich Edler v. Hofmannsthal; ob er mit Isak Löb Hofmann identisch ist, bedarf noch näherer Untersuchung. Dr. Leop. Löwenstein (Moosbach). Zur selben Anfrage: Der Schwiegervater des Isak L. Hof mann v. Hoimannsthal entstammte der alten Prager Familie Schelteies. Zur Frage 5 R. SeinwilPick war wahrscheinlich ein Angehöriger jener Familie Pick, die mit R. Jeschadjah P i c k - Berlin verschwägert war. Am besten könnte darüber wohl Prof. M. Brann in Breslau Auskuntt geben. F. K. Zur Frage 6. Nachkommen des R. Josef Hakohe n, der 1683 in Ungarisch- Brod im Kampfe gegen die Kuruzzen unter Graf Emerich Tökoly gefallen ist, leben in Westungarn und Mähren; zu ihnen gehört auch angeblich der gewesene Fürst-Erzbischof Dr. Theodor Kohn. Zu Frage 7. Der bekannte Frankfurter Genealoge Karl Kiefer bestreitet die jüdische Abkunft der Grafen und Freiherren v. Bolza und weist in seinem interessanten Flugblatt gegen den Semigotha nach, dass die Bolza eine norditalienische, arische Familie sind.