Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 2 und 3 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Löbliche Redaktion! In Ihrer letzten Nummer vom 4. Oktober 1. J. findet sich unter der Aufschrift: „Geadelte jüdische Familien in Ungarn" der nachstehende Passus: „Zu den eh em ali g jüdischen Baronsfamilien können auch die Barone Schey von Koromla gezählt werden." Als Mitglied der genannten Eamilie erlaube ich mir hiezu folgende Berichtigung : Sowohl mein Urgrossonkel Philipp Schey, als auch mein Grossvater Friedrich Schey wurden in den österreichischen (nicht ungarischen] Freiherrnstand mit dem ihnen bereits früher verliehenen Adelsprädikate Koromla erhoben. Philipp starb als strenggläubiger Jude und hinterliess keine Kinder, von der zahlreichen, im Mannesstamme heute in die dritte Generation reichenden Deszedenz meines gleichfalls als strenggläubiger Jude verstorbenen Grossvaters hat kein einziges, dessen Namen und Adel tragendes Mitglied, sei es ein lebendes oder bereits verstorben s, den jüdischen Glauben abgelegt. Wir können somit im Gegensatze zu der Mehrzahl der vor längerer Zeit baronisierten jüdischen Familien gerade auf unsere fortdauernde Zugehörigkeit zum Judentume hinweisen, und ich wäre persönlich der löbl. Redaktion verbunden, wenn dieselbe obige irrtümliche Notiz — allenfalls zum Abdrucken dieser Zeilen — der Wahrheit entsprechend berichtigen wollte. Hiefür im voraus bestens dankend zeichnet mit vorzüglicher Hochachtung Philipp Schey von Koromla. Bedauerlicherweise haben fast alle übrigen jüdischen Blätter yon dieser mannhaften Erklärung eines jüdischen Adeligen — wahrscheinlich in übel angebrachter demokratischer Gesinnung — keine Notiz genommen. Ein jüdisches (Jeschlechterbuch. Im Verlage unserer Zeitschrift wird ein auf drei Bände berechnetes Werk erscheinen, das in folgender Einteilung ausführliche Genealogien jüdischer Familien enthalten wird. Der erste Band, der voraussichtlich 1914 erscheint, wird die Genealogie aller jüdischen Adelsfamilien enthalten. Aufnahme finden alle jene Familien jüdischen Ursprunges, die von einer anerkannten Regierung in den Adelstand erhoben wurden. Der zweite Band wird alle jene jüdischen Familien umfassen, die, ohne adelig zu sein, durch mehrere Generationen hindurch Wappen und wappenmässiges Siegel geführt haben. Weiters werden im zweiten Bande alle jene jüdischen Familien angeführt werden, die zur Zeit der absoluten Fürstenmacht ein landesherrliches Privilegium erlangt haben. Der dritte Band, der nicht weniger Interesse erregen wird, als die beiden ersten, wird die Genealogien sonstiger jüdischer Familien enthalten, deren Mitglieder sich auf irgend einem Gebiete Verdienste erworben haben. Bei dieser Gelegenheit wollen wir erwähnen, dass seit Erscheinen unserer Zeitung wiederholt von verschiedener Seite auf den grossen Wert einer gross angelegten, wissenschaftlich bearbeiteten Genealogie jüdischer Familien hingewiesen wurde. So hat insbesondere F e 1 i x H a 11 e im Oktoberheft von „Ost und West" einen recht interessanten Aufsatz veröffentlicht, den wir wegen der Uebereinstimmung mit den von uns ver-