Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 2 und 3 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 wird er alle seine Sünden, Fehltritte und Missetaten bereuen; er wird sie eingestehen — denn „der gesteht und ablässt, findet Gnade" — und sich entfernen von allen diesen Dingen, welche ihn zur ersten Sünde zurückführen können; und er wird eindämmen seine Lust nach Speise und Trank, denn sie sind die Ursache aller übrigen bösen Gelüste (Gott behüte uns) und er wird die Thora zu einer ständigen Sache machen, sein Geschäft aber zu einer zeitweiligen und die ganze Zeit wird er an den Vers denken : „Ich halte mir beständig Gott vor Augen" und alle übrigen Verse, die erwähnt werden in den Schriften, um den Sinn zu reinigen. Und siehe, ich bereue jetzt alle meine Fehltritte, Sünden und Missetaten; ich nehme es von neuem mir vor — obwohl ich schon früher und immer es beschworen habe — nicht mehr zu sündigen und ich bete unter Tränen zu meinem Schöpfer, dem König der Könige, er möge mir vergeben wegen meiner Sünden, Missetaten und Fehltritte, die ich begangen habe und er möge meinen guten Willen so nehmen, als hätte ich alle die Kasteiungen durchgeführt, die für jede einzelne Sünde vorgeschrieben sind; denn ich habe nicht die Kraft, sie mir aufzuerlegen, und Gott weiss, dass ich infolge einer von ihnen, die ich auf mich genommen, in eine schwere Krankheit verfiel; und wenn ich auch schliesslich geheilt wurde, bin ich doch noch immer sehr schwach. Haben doch schon unsere Weisen gesagt: „Kehre zurück einen Tag vor deinem Tode! und vielleicht ist dieser Tag schon sehr nahe und ich weile jetzt noch immer in fremdem Lande, ferne von meiner ganzen Familie und von dem Hause meines Vaters — Gott möge sie behüten. So schreibe ich denn dies nieder, als Vermächtnis, was mit mir geschehen solle und als Zusammenfassung meiner Erinnerungen an das, was mir zustiess von den Tagen meiner Jugend bis nun. Mein ehrwürdiger Vater, der angesehene und berühmte Fürst und Führer der Gemeinde und Fürsprech der Provinz Jülich und Berg (nahe von Holland), Elieser, Sohn meines ehrwürdigen Grossvaters, des angesehenen und berühmten Fürsten und Führers der Gemeinde, Herr Juspa, seligen Angedenkens, aus Düsseldorf, genannt Josef v. Geldern, heiratete meine ehrwürdige Mutter, die züchtige und fromme Wohltäterin und Spenderin, Frau Lea (Sarah), seligen Angedenkens, die Tochter meines ehrwürdigen Grossvaters, des angesehenen und berühmten in seinem Geschlechte und unter den Generationen, die nach ihm kommen werden, des grossen Fürsprechs Simeon Pressburg, seligen Angedenkens, aus der Residenzstadt des Kaisers, Wien, im Jahre 5477 (1717), und die Hochzeit war in Düsseldorf. Nachher zogen meine Eltern nach Wien und ich wurde in Wien, Dienstag, den 11. Marcheschwan d. J. 5481 (1720) zu gutem Glück geboren. Freilich, wenn ich sage: „Besser, man wäre nicht geschaffen worden", so war es nicht zu gutem Glück, jedoch (ist dies der Fall) wenn ich die Worte berücksichtige: „Mein Anfang war nur klein, aber am Ende werde ich gross werden." Mein Gevatter war mein Oheim Henoch Pressburg, und der