Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 5 — Kenntnis der jüdischen Vergangenheit im allgemeinen ohne Zweifel eine Hauptschuld an dem Indifferentismus trägt, den weite Kreise der Judenheit gegen das Judentum bekunden, so wird die durch genealogische Forschung vermittelte Bekanntschaft mit der Bedeutung seiner Vorfahren manchen einzelnen Juden enger an seine Ahnenreihe ketten. Allen diesen Zwecken will und wird unsere Zeitschrift dienen. Zur Geschichte der Familie Teixeira. Von Dr. Max Grnnwald. 1. Zur Genealogie. Zur Geschichte dieser Familie, die noch heute (z. B. in Holland) vertreten ist, habe ich in meinen „Portugiesengräbern auf deutscher Erde" S. 124 und sonst, auch in der Revue des etudes juives 1910 S. 239 f. neue Materialien beigebracht, zu denen mir von Herrn E. Bertiaux, Avion, am 26. August 1907 folgende Ergänzungen zugegangen sind: . . . „An der Hand von drei ganz ausführlichen und untersuchten Familiengenealogien habe ich Tatsachen gefunden, die auf die alttestamentliche Bewegung unter den spanisch-portugiesischen Adelsfamilien ein ganz neues Licht werfen. Die Gelehrten haben Tendenzfehler im Sinne Menasse ben Israels, der alle Peruaner für Israeliten hält, nicht vermieden und mit Namenetymologien operiert, wie in Ihrem ausgezeichneten Buche S. 92 f. ausgeführt wird, eine sehr heikle Sache. So ist z. B. Ximenes Simoens ein arger Verstoß gegen die historische Wahrheit. Die Familie Ximenes, von der nur ganz vereinzelte Zweige in Antwerpen und Madrid judaisiert haben und sich sodann Levy Ximenes nannten, ist von dem früheren Geschichtslehrer des ermordeten Kronprinzen von Portugal Visconde Julio de Castilho im sechsten Bande seiner ..Lisboa antiqa" vortrefflich dargestellt worden. Für den Namen Simoens (Sohn des Simon, ein Name, der sich allerdings oft in portugiesischen Akten findet) ist von einem Zusammenhang mit den Ximenes bis 1400 aufwärts nicht die leiseste Andeutung zu finden. Gegen die Tendenz, bei Marranen stets ursprünglich jüdische Namen anzunehmen, hat schon der portugiesische Forscher Souza Viterbo in seiner Schrift über den Dichter Silveira Front gemacht. . . . Die spanisch portugiesischen Juden sind zumeist — Ausnahme z. B. da Costa — ganz einfachen Kaufmannsfamilien entsprossen, besonders in Italien und der Türkei. ...