Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 42 (19.10.1844)
- Date
- 1844-10-19
- Page
- Seite 167 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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> 167 Lösung der räthselhaften Thatsache einer beispiellosen Volkserhaltung mitten in allen widerwärtigen Verhältnissen, der Gewalt und der Verführung zum Trotze. (Beschluß folgt.) Die preußischen Gemeinden, Lehrer und Schulen. t Von H. Goldstein, Oberlehrer in Gleiwitz. (Fortsetzung.) B. Die jüdischen Lehrer Preußens *). Der mächtige Stab der Wahrheit, auf den gestützt ich den geneigten Leser, im Kreise unserer Gemeinden herumführte, soll uns auch in den Lehrerkreis geleiten, und ohne Scheu, ohne Parteilichkeit will ich wahrheitsgetreu alle Gebrechen dieses Standes enthüllen. Außer der Eintheilung unter A. hinsichtlich der Gemeinde-Bestandtheile, denen nochwendiger Weise die jüd. Lehrer angehören, namentlich weil sie aus dem Volke, ja! oft aus dem Laden gegriffen, nicht aber von Jugend in einer Anstalt zum hohen Berufe der Menschenbildung vorbereitet werden, können diese hinsichtlich ihres Berufes noch in drei Sektionen gebracht werden, und zwar a) in Lehrer aber nicht jüdische; b) in jüdische aber nicht Lehrer, und endlich c) in jüdische Lehrer, deren Kreis natürlich sehr beschränkt ist. Zu Erster» und Letzter« gehören diejenigen, welche in einem der Seminare laut Eick, des General-Direktorii vom 9. December 1775 einer Prüfung hinsichtlich der gewöhnlichen Elementarkenntnisse und Lehrfähigkeit, sich unterwerfen mußten, und natürlich den allgemeinen Ansprüchen, welche an einen Velkslehrer gemacht werden, genügen, nicht aber denen, die man an den jüdischen Lehrer zu machen berechtigt ist, wie wieder umgekehrt die jüdischen Nicht-Lehrer, die besonders auf dem Lande, und nicht wieder in den Städten hin und wieder trotz der Wachsamkeit der Behörden, ihren Spuk treiben, und theils aus Mangel an Methodik, theils aber auch aus Mangel am nöthigen Wissen, ihre höchst dürftige Kenntniß des Hebräischen noch dürftiger dem Kinde beibringen, und gar nicht wenig zur Verwahrlosung Israels wie überhaupt zur spätem Abneigung gegen alles Hebräische (deren ferner noch specieller gedacht werden soll) beitragen, und es bleibt uns darum nur die dritte Sektion, welche durch Zufall einer genügenden Kenntniß des Hebräischen und die gewöhnlichen Lehrererfordernisse sich angeeignet, um על פי דינא דמלכותא Lehrer sein zu dürfen. Wer konsequenter Weise Preußens dreierlei Juden als Folgen der Lehrer betrachten, die Schüler an den Lehrern erkennen wollte, und z. B. die indifferenten Juden, als wür- *) Auf diesen Artikel mache ich die geehrten Leser besonders aufmerksam. In der That sollten die Herren Rabbiner« schon in ihrem eigenen Interesse, für eine würdigere Stellung der jüdischen Lehrer arbeiten. Der Lehrer bildet dem Rabbiner dessen künftige Gemeinde. Die Ned. dige Jünger der Lehrer, die Zeloten, Heuchler, die überhaupt den Zweck ihres Daseins verkennen, als Gebilde würdige Zöglinge der jüdischen Nichtlehrer, und nur den kleinsten Theil unser Gesammtheit die vernünftigen Juden, als Aöglinge der jüdischer Lehrer sehen, würde den Lehrern hierin Unrecht thun; weil leider weder der jüdische Lehrer noch die jüdische Schule überhaupt den ihnen gebührenden Einfluß auf die Jugend üben, und zwar weil sie, wie unter A. bereits erwähnt, viel zu früh derselben entwachsen, und eigentlich bloß den Fußtapfen ihrer Eltern folgen im Sinne von Ez. 18, welche unreife Früchte der Zeitlichkeit genießen, die das Leben der Gegenwart ihnen darbietet, und dienen sie hierin ihren Kindern zum Muster. Da die Lehrer, d. h. Nichtjüdischen, selbst aus unferm Kreise scheiden, ja! sich jeder jüdischen Färbung sorgsam entäußern, daß man ja in ihnen nicht den jüdischen Lehrer erkenne, und darum alles Religiöse, alles Konfessionelle aus der Schule bannen, wie dies besonders bei den Lehrers des Großherzogthums Posen der Fall ist, so können wir von ihnen abstrahiren, weil diese mehr ins Deutschals Judenthum gehören, so wie ferner von dem Häuflein Nichtlehrer; weil deren Zahl durch, wenn auch flaue Wachsamkeit der Behörden im Abnehmen begriffen ist. Nur können wir nicht unerwähnt lassen, daß beide Klassen dem Judenthum keine ersprießliche Vortheile gewähren, und nun haben wir darum uns nur in einem sehr engen Raume jüdischer Lehrer zu bewegen, ihre Wirksamkeit, besonders das was ihnen hindernd und hemmend in den Weg tritt, fest im Auge zu halten. Und diesem kleinen Häuflein jüdischer Lehrer, dem aber der Herr ein Herz zu fühlen und ein Auge zu sehen die Gebrechen der Judenheit, wie des vermeinten Judenthums — diesem winzigen Häuflein werden mannigfache Schranken in den Weg gesetzt, viele Hindernisse von Seiten der Eltern entgegengestellt, so daß selbst einem solchen Lehrer sein Amt verleidet wird, und dieser, wenn es nur möglich ist, verläßt einen Standort, den er so zweckmäßig und heilbringend behaupten könnte, wenn nicht außer den natürlichen unzähligen Schulübeln, noch von außen andere hinzutreten würden. (Fortsetzung folgt.) Lese -Zimmer. 1. Der Derwisch und der Bekehrte *). Ein Derwisch, von heiliger Gluth des Proselytenmachens entbrannt, hatte vergebens Alles aufgeboten, um einen Juden, seinen Nachbar, zum Islam zu bekehren, als der Letz- *) Matinee» du Samedi I, 7. Die Red.