Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 40 (5.10.1844)
- Date
- 1844-10-05
- Page
- Seite 158 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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15S ner alten Weibsperson geöffnet, deren Augen vor Weinen roth und geschwollen waren. Auf ,sein Verlangen, den Rabbi zu sehen, meldete sie ihm, daß Efrajim vor drei Wochen gestorben sei. Sie hatten erst vergangenen Abend die Nachricht von seinem Tode und Begräbniß in Italien erhalten, wohin er gereist war, um die Hochzeit seiner Tochter mit dem Vater ihres Verlobten anzuordnen. ,,Friede über seine Seele \'4 rief der gute Ritter aus, indem er sich bekreuzigte und in seinem Kummer über diese Nachrichten vergaß, daß er für einen Ketzer gebetet habe. Er war im Begriffe, den Kopf seines Pferdes heimwärts zu richten, als ihn der Schall einer — wie es schien — heftig sich herannahenden Menge, deren Herannahen durch einen dem Geschrei von Wilden ähnlichen Lärm angekündigt wurde, zurückhielt. ״Nieder mit den mörderischen Juden! Nieder mit den Hexenmeistern! — seid eingedenk Hugo's von Lincolm! — ihre Häuser in Feuer gesteckt! — nieder mit ihnen!^ So schrie der Haufe; und als Sir Richard sich umwendete, um die Frau anzureden, war sie bereits entflohen, indem sie fürchtete, es wäre einer jener Volksaufläufe gegen die unglücklichen Israeliten, welche zu jener Zeit so oft das eng, lische Volk schändeten. Entschlvffen, die schutzlosen Bewohner des Hauses nicht der Wuth eines Pöbels, der weder Geschlecht noch Alter schonte, preiszugeben, zog Falkner sein Schwert, und sein Pferd dem Troßbuben gebend, trug er ihm auf, nach dem Schlosse um Hilfe zu reiten, wahrend er selbst zurückblieb zum Schutze der Familie Efrajim's. (Fortsetzung folgt.) Die preußischen Gemeinden, Lehrer und Schulen. Von H. Goldstein, Oberlehrer in Gleiwitz. A. Die jüdischen Gemeinden Preußens, besonders Schlesiens. (Fortsetzung.) An diese beiden reihet sich unsere 3te die Zelotenklasse, die weder Deutschnoch Judenthum in sich ausgenommen; überhaupt (Jona, 4)בהמות רבות אשר לא ירעו בין ימיגם לשמנם אל nur als würdige Nachkommen jener Eiferer, die allem Guten, Nützlichen, allen noch so nothwendigen religiösen Jnstitutionen, aus purer Eifrecfucht sich entgegenstemmen, und bei der jetzigen religiösen Lauheit nicht selten erfolgreich, wenigstens aber durch einen kraftvergeudenden Kampf ihren würdigen Ursprung deutlich bekunden. (Exempla sunt odiosa.) Diese drei heterogenen Gemeinde-Bestandtheile werden merkwürdiger Weise, von zwei Banden umschlungen, vom Bande der Lauheit hinsichtlich der Verwirklichung ihrer Principien, wovon die religiösen, sowohl deutsche, als pharisäische Jnstitute zeugen und vom Bande einer bewußt-planlosen geistigen Strebsamkeit. Diese Eigenthümlichkeit der Juden, die Strebsamkeit wenn diese einer planmäßigen Richtung sich erfreute, müßte gewiß nur gedeihlich für's Judenthum sein, äußert sich aus eine unverkennbare Weise selbst auf geistigem Gebiete. Das Jagen und Rennen der Eltern, gehören die auch in religiöser Rücksicht zu welcher Ansicht sie wollen, ja! zu den ungebildetsten, hinsichtlich des geistigen Erstrebens ihrer Kinder, ist wahrhaft erstaunenswerth, wie diese von einem gewissen Instinkte, denn Bewußtsein läßt es sich durchaus nicht nennen, getrieben, ihre Kleinen anspornen, oft mit den größten Opfern, unsäglichen Mühen, durchaus diese in höhere Regionen hinauf zu schrauben sich beeifern. Hätten diese Leute selbst Erziehung, oder eine Ahnung der kindlichen Beschaffenheit, des Zustandes kindlichen Gemüthes, o! sie würden das Ende ihrer Kleinen erspähen, sie würden das Thörichte ihrer Handlungsweise einsehen, u. dieser Zug unterscheidet durchschnittlich den jüdischen Bürger von seinem christlichen Mitbruder. Abgesehen davon, daß über- Haupt die Erziehung der christlichen Jugend von sachverständigen Männern im Allgemeinen, und die religiöse Bildung des Herzens von Fachmännern insbesondere geleitet wird, glaube ich überhaupt diesen Eifecim geistigen Erstreben, wenn nicht ganz zu vermissen, wenigstens nicht in diesem Grade beim Christen vorzusinden- Thatsache ist es, daß die Verbildung, die der jüdische Pächter durch eben solche verbildete als unwissende Lehrer-Subjekte, seinen Kindern angedeihen läßt, so viel kostet, als die planmäßige Menschenbildung, die der Grundherr seinen Kindern zukommen "läßt, und überhaupt weihet sogar der höhere Stand der Christen einen Sohn der Wissenschaft, nur wenn er entschiedene Talente bei ihm gewahret, der mittlere nur dann, wann die Mittel der Eltern dem Geiste des Kindes als fruchtbarer Boden dienen können, der niedere hingegen, wagt es gar nicht seine Wünsche so hoch zu stellen, erregt im Kinde keine Hoffnungen, schiebt dasselbe überhaupt nicht aus dem älterlichen Kreise, und bestimmt es gewöhnlich, nachdem es bis 15. Jahren die Schule besucht, zu einem nützlichen bürgerlichen Berufe dem die Eltern selbst angehören. Der Spekulations-Geist 'der Juden verfährt aber auch hier spekulativisch und der niedere, mittlere und höhere Stand, die nach der Quantität ihres Vermögens sich also abstufen, alle kommen sie, in der geistlosen geistigen Ueberfliegelung überein. So belehrend, nützend, und oft mit den glänzendsten Erfolgen krönend, eine Spekulation im Reiche der Realitäten ist, so verwerfflich und höchst schädlich ist diese im Reiche der Ideen. Geist will und muß wiederum geistig behandelt werden. Nur eine planvolle Bildung kann dem Menschen frommen und ihm förderlich werden, ihn zum zufriedenen glücklichen Menschen machen. Dies zu erzielen muß die Verstandesbildung, auf dem Grunde der Herzensbildung aufgeführt werden, diese muß das Fundament sein, auf das der ganze Verstandes- Mensch fußt —; allein.gerade das Herz liegt beim größten Theile ganz brach, beim andern höchst unzweckmäßig, ja oft mit einem wahern Dorngestrippe angepflanzt. Vorzug-