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Sabbath-Blatt · 1844-10-05 · 40 (5.10.1844) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
40 (5.10.1844)
Date
1844-10-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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0 Diese Seitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Preis für bas halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post jn's Haus geschickt wer- MW Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung ♦ ״v ♦ חציו לי״י וחציו לכם. יפה תלמוד חורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza^ 15 b.) 1844. de, zahlen dafür 2 Sg׳. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllobl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des In-u. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. 1. Schemiui Azeret, 5. October. Aus dem Leben der Juden in England. I. Die Familie des Rabbi Efrajim. Von Miß Cella Moß. (Aus dem Englischen.*) Immer und ewig die alte Geschichte —Raub, Grausamkeit und Unterdrückung! Konnte König Heinrich von England kein passenderes Werkzeug zur Ausführung seiner eigenmäch- Ligen Verordnungen finden, als den alten Richard Falkner? Und der Ritter schleuderte des Königs Befehl mit einem verächtlichen Blick hin, der nicht sehr für seinen Gehorsam zeugte. Der Redner war ein derber Soldat', der den größten Theil seines Lebens im Lager oder auf dem Schlachtfclde verbracht hatte. Voll der Vorurtheile seines Zeitalters und seines Landes, war er doch im Besitze vieler hoher und ehrenwerther Gefühle. Es empörte ihm die Niederträchtigkeit und Ungerechtigkeit, die er von Heinrich III. geg-n die un: glücklichen Wanderer Israels ausüben sah. Sie als eine Sekte verabscheuend, bemitleidete sie Sir Richard Falkner als Schlachtopfer; und die persönliche Bekanntschaft Einer von diesem geächteten Stamme trug noch dazu bei, den aus Bigotterie stammenden Groll zu verscheuchen. Ein Israelit war viele׳ Jahre im Dorfe Chesterton, ungefäbr eine Meile von Sir Richard's Gut gelegen, ansäßig gewesen; und, unter dem Schutze seines mächtigen Barons, war er in einem hohen Grade den Verfolgungen entgangen, welche seine minder glücklichen Brüder in den Staub getreten hatten. Ein geschickter Arzt, war Rabbi Efrajim der *)■The Occideiit, January and February 1844. 22 .שמיני עצרת. Tiscliri, 5064. Freund und Wohlchäter aller derer, die seines Beistandes bedurften; und sein wohlwollender Charakter erwarb ihm den Namen: ״der gute Jude von Chesterton." Er hatte eine einzige Tochter, das einzige zurückgebliebene Kind einer zahlreichen Familie; und der strengste Fanatiker unterließ zu fluchen, wenn er die anmuthige Gestalt Niela's, der Jüdin, die die schwachen Tritte ihrer kränklichen und betagten Mutter unterstützte, betrachtete. Allein Rabbi Efrajim konnte nicht länger verschont bleiben; denn Sir Richard's Ausruf ging aus dem Befehle des Königs Heinrich hervor, tausend Mark Silber von dem Juden vor dem ersten November zu fordern, zu welcher Frist blos noch zwei Tage fehlten. In einiger Entfernung vom Dorfe Chesterton und nahe an der See, welche bei stürmischem Wetter die Mauern deffelben befeuchtete, stand das Haus Efrajim's; seine (des Hauses) schlichte aber massive Vorderseite blickte auf die Ausdehnung des Wassers, das hie und da mit weißen Segeln einiger Fischerfahrzeuge, die in der Entfernung wie die Schwingen von Seevögeln erschienen, besetzt war. An der Rückseite des Hauses war ein geräumiger Garten, in dem einige der spätesten Blumen der Jahreszeit noch blüheten, und als Sir Richard an dem Orte seiner unangenehmen Sendung anlangte, hielt er sein Pferd im Zügel, um die schöne und niedliche Einrichtung des Gartens zu bewundern. So saß er einige Minuten in Betrachten vertieft, als er durch das Wiedererscheinen des Troßbuben, durch den er dem Efrajim seine Ankunft melden ließ, aus seiner Schwärmerei geweckt wurde: als Antwort auf seine Frage meldete ihm der Knabe, daß das Haus verschlossen und keine lebendige Seele zu sehen war. Falkner eilte im schnellen Galopp zum Eintritte des Vordergebäudes und klopfte laut an die Thüre mit dem Hefte seines Schwertes; und balb darauf wurde sie von ei- 40 D. R.

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