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Sabbath-Blatt · 1844-09-21 · 38 (21.9.1844) · p. Seite 150

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
38 (21.9.1844)
Date
1844-09-21
Page
Seite 150 (sequence 2)
Language
German
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150 beglaubigten Abschrift des Pastors Michael Guzmer zu Sternberg vom I. 1628, dem Urterte getreu, mittheilen. Anno doinini düsend veerhundert twee und negentich, am Dage 8ev«ri et 86v61ini hebben azenbahr de quaden, bösen Joden, sönderge Verfolgers der hilligen Christenheit dorch eke Bosheit tho Hone unde to Schmaheit dem allmachigen Gade und tho Warheit des Christen Gelavens klarliken bekennt schwäre Mißhandelinge und Gescheffte an den Benedynden, wahren hilligen Licham unsers Herrn Jesu Christi, so geschehen und mißhandelt ein mahlen, wo hierna geschreven stehet. hem Ein Prester genandt Her Peter Dane, bekennet, dat Eleazac, ein Jode binnen dem Sternberge hefft einen siner Grapen by stk grhat, de em vor veer Schillinge verzandet was und desülve Herr Peter Dane quam tho Eleazar dem Jöden uz de Pastinec Straten Ordre und begehrede von demsülvcn Jöden einen Grapen, daruz Eleazar von Hr. Peter begehrde, offt he Em nicht könnte schicken dat hillige Sacrament, he wolde Em sinen Grapen wedderdohn und dartho sinen Willen hebben. Uz solker ehrer beyder Verdrag hefft Hr. Peter Dane twe Hostien tho dem Sternberge in der Kerken, uz dem Altar aller Gades Hilligen, am Dage der söven Brödern gebenedyet und consecreret unde des anderen Dages hefft he se Eleazar averantwordet in einem Siden Doke, den he affgeschneden hadde von dem Altäre der hilligen drey Könige. hem hefft he gefegt und bekant, Eleazars Wpff hebbe am Dienstage vor Bartholomai in einem höltenen luchten Koppe weddec bracht dat Sacrament und hefft gefegt, dar gy juwen Gott wedder und bewahret den. So hefft 5?r. Peter Dane desülvesten benedienden Hostien wedder tho sik namen in Meynung de wedder in de Kerker tho bringende edder uz den Kerikhave tho begravende, welckern he den menerley wyfe bybringen konde, und möchte nich von dem Hafe unser gnedigen Heren vom Mecklenborch, da de Jöden by weren wech bringen. Also hefft he de in densülven Hase in de Erde begraven da se wedder uzgegraben sind. Dat unsen gnedigen Heren von Mecklenborch unde viele mehr andern Herrn Prälaten und Manne noch beweten is. hem in dat erste hekant ene Jödinne Eleazars Wpff dat Eleazar ehr Mann mit Hülpe und Naht der andern hefft tho sik gekregen veer benedyete Hostien, de twe kortens vor Jacobi vergangen, up einen Fryedag des Morgens to achten in der Glocken-Stunde also Eleazars Tochter byschlep binnen -em Sternberge und unter eine Löseringk ehrer vice mit Natelen gestecket hebben, dar dat Blot uht gelopen is. Also benande datsülve Wpff Eleazar ehren egenen Mann, Michel Arais Söhn von Brandenborg, Schürmann tho Fredeland, Simon eren Dochtermann bekennende mit Eleazars Wyse dit alle beide dat dit so vorwahr geschehen is. hem fegt förders Eleazars Wpff, dat de bepden Sacramente so als Jacob de Jode bekannt hefft, des Abends mit Metzern ak gestecken worden in Eleazars Huse, in der Dorntzen, dat se ok medde weset hadde, Item Eleazars Wpff fegt und bekennet dat Eleazar twe Hostien mede weg namen hefft eine grote und eine kleine also dat Jacob ok wol wüste. Ok bekennet darentbaven de up genannte Frauwe dat tho erer Dochter lKöst gewesen sink Sitan Lafferius in Franken, David von Parchim, Mester Lyps, Israel uht Hamborg. hem förder bekant Jacob dat Michel wol ein Jahr mit dem Mamecken verhandelt hadde, dat do Mamecke wolde ein Jode werde. So is it geschehen, dat Jacob Jode, Eleazar und Michel thosamende weren, tho Penzlin umb Lichtmeffen, also dar gaff sik de Mamecke tho ere Sämlingen und lavede ein ewig Jode tho bliven, so reht Jacob und Michel tho Fredeland und de Mämecke quam dar ok, so geven em de Jöden dar ein Mark uht erer Opffer Buffen tho siner Thering. hem bekant ein Jode, genanet Schmarche, det he hefft Raht und Daht, und hefft Vullborth gegeven einen Rhynscheu Gülden, darmede man dat Sacrament scholde köpen. hem hebben bekennet de Jöden tho Fredeland tho fawende, dat se alle vullborth und willen dartho gegeven hebben, dat men det Sacrament schölte köpen und zinigen. Da se dat höreden, dat is so wat geschehen, do weren se frohe und meinden, en wäre wol gelungen. Item deffülvigen gliken hebben bekannt de Jöden to Röbel, dat se alle Vullborth hebben gegeven, dat it scholde geschehen. hem de Jöden werden verbrandt thom Sternberg des Middewekens vor Simonis Judä der bepden Aposteln. De Jöden weren 25 und twe Frouwens. hem de Prester wart verbrandt vor Rostock des Frydages na Gregory Anno 1493/' Die zu Gunsten der geistlichen Stiftungen eingezogenen Güter der zum Feuertode verdammten Juden gaben reichliche Mittel zum Bau zweier Capellen an der St. Marienkirche. In der kleineren, welche noch bis auf den heutigen Tag: ״die Blutcapelle" heißt, ward eine hohe bis zur Decke reichende Monstranz mit vergoldeter Bildhauerarbeit erbaut. In derselben war ein Behaltniß, inwendig von himmelblauer Farbe, worin die Hostien sammt dem blauen Seidentuche, in welchem sie gemishandelt, aufbewahrt wurden. Mehrere Priester besorgten in den neuen Capellen die Ertheilung eines vollkommenen Ablaffes und hielten durch die von allen Seiten herbeiströmenden gläubigen Wallfahrern eine gesegnete Ernte. Diese sogenannten ״Herren von der neuen Capelle" befanden sich, laut dem Sternbergischen Kirchen-Visi'tationsprokocoll vom Jahre 1572 so wohl, daß sie große Capitale verleihen und Zinsen häufen konnten. Luther schrieb bei dem Beginn der Reformation über diesen Gegenstand Folgendes: ״man muffe auf dem nächsten Concilio darauf dringen, daß die wilden Capellen und Feldkirchen wieder zu Boden verstöret, als da sind, da die neuen Wallfahrten hingehen, Wilsnacht, Sternberg, Trier rc." Darauf fügt er hinzu: ״O wie schwer elend Rechenschaft werden die Bischöfe muffen geben, die solches Teufelsgefpenst zulaffen und Genieß davon empfangen. Sie sollten die ersten sein, dasselb zu wehren, so meinen % es sei göttlich, heilig Ding, sehen

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