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Sabbath-Blatt · 1844-08-10 · 32 (10.8.1844) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
32 (10.8.1844)
Date
1844-08-10
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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127 sondere Empfehlungen nachsuchen, und immer als Gnade betrachten, was ihm eine ungerechte Gesetzgebung vorcnthält. Eine plötzliche Aufhebung dieses Zwanges wurde freilich von sehr wesentlichem und im Anfang nicht ganz erfreulichem Einflüsse auf die Gemeinden der Provinz sein müssen.; doch könnten geeignete Maaßregeln diesem anfänglichen Schaden Vorbeugen, und eine gleichmäßige Vertheilung der Juden über alle Landestheile des preußischen Staates für den Kulturzustand der Inden von sehr guten Folgen sein. (Fortsetzung folgt.) Das fliegende Blatt. Von Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) Der Adel ging in die Falle, willigte in seiner BedrängniA in diesen verrätherischen Vorschlag und sie gaden den Kosaken die Juden Preis. Dreitausend Juden büßten ihr Leben ein unter den schrecklichsten Martern, welche die Barbarei nur erfinden konnte; manche wurden zerhackt, erschlagen mit Kolben, Aexten, Sagen und dergleichen. Das war an einem Freitag, den 4. Tammus, an welchem Tage einst Moses die heiligen Tafeln zerbrochen und an welchem die Urim und Tumin verschwunden. An diesem verhängvißvollen Freitage sahen wir deutlich, daß Gott über uns ein unabänderliches Schicksal bestimmt, denn an demselben Tage wurden von einer Kosakenbande 1500 Juden in Humanj in Rußland vernichtet. Die russische Stadt Humanj ist von Tullzyn ungefähr 70 Ferseng entfernt, etwa 260 Sabbatwege. Auch noch viele andere Juden büßten ihr Leben ein. Es ist bekannt geworden, daß diejenigen Juden, welche in Humia eingeschloffen waren, wahrhafte Blutzeugen des Glaubens wurden, eher als alle anderen in den andern Städten. Denn dort ereignete es sich folgendermaßen. Die Kosaken kamen auch hier mit den Adeligen überein, daß die Juden ihnen ausgeliefect werden sollen, und wirklich wurden sie ihnen hierauf preisgegeben. Sie wurden aus der Stadt geschleppt und auf einem Felde, im Angesichte der schönen Triften und Weinberge, zusammengetrieben; hierauf wurden sie von einem Kreise umschlossen, nackt ausgezogen, und so, niedergekauert auf dem frischen Grün, vor Schaam und Schmerz zerrissen, lagerten die zum Tode gehetzten Juden und glichen einer zur Schlachtbank bestimmten Heerde. Da sprachen die Kosaken zu den Juden in guten, tröstenden Worten: ״Warum laßt ihr euch morden, erwürgen und hinschlachten wie Opferthiere, einem Gotte zu ehren, der seinen glühendsten Zorn ohne Erbarmen über euch ausgegossen? Wäre es denn nicht besser für euch, wenn ihr unsere Götter anbetetet, unsere Bilder, unsere Kreuze ehrtet, so daß wir nur ein Volk bildeten, und ihr wäret dann frei und bliebet am Leben und unversehrt; die geraubten Güter gäben wir euch dann wieder, und im Besitze des Reichthums würdet ihr so die Edlen sein." Aber das heilige, treue Volk Gottes, das schon so oft um seines Glaubens willen hingeopfert wurde, verachtete das Leben dieser Welt, und gemeinschaftlich ohne Unterschied des Geschlechts und des Alters erhoben sie, anstatt einer Antwort, ihre Stimme in einem inbrünstigen Gebete zu dem höchsten in den Himmelshöhen thronenden Gott, und sprachen: ״O du Jehova, unser Gott, du einig-einziger, dir werden wir immerdar geopfert, laß uns, Gott Israels, im Glauben bleiben. Nicht wollen wir in Gemeinschaft mit der Rotte der Lüge wohnen und nicht wollen wir eingehen ein Bündniß mit den Tückischen." Hierauf beteten sie das große Beichtgebet, welches da beginnt : ״Wir haben es in Wahrheit verschuldet," erkannten das schwere Gericht Gottes an und sprachen das große Leichengebet, das da beginnt: ״Fels und Hort, gerecht ist dein Strafgeeicht;" dann sangen sie Todtenlieder und ihr Schluchzen stieg bis zu dem Himmel. Als die Kosaken eingesehen, daß die Juden ihrem Glauben treu ergeben blieben, da veränderten sie ihre milde Sprache und redeten sie mit finstern und harten Worten an: ״ Wie lange wollt ihr hartnäckig und trotzig bleiben und Selbstmörder sein? Ihr vergießet selbst euer Blut, indem ihr dadurch, daß ihr unfern heiligen Glauben verschmähet, euere Niedermetzelung und Hinmordung veranlaßt." Da sprachen die Juden: ״Verzögert nicht euer Vorhaben, und was ihr später zu thun gedenkt, das thut letzt. Nimmer werden wir eurer Verlockung folgen und eurem christlichen Heidenthume unsere Herzen öffnen; unser Gott ist ein einig-einziger, der in den Himmeln wie auf der Erde thronet, und dieser Gott wird uns gnädig sein. Ihr seid nur die geschickten Sendlings Gottes, um uns hier zu vernichten; denn nur durch todeswerthe Rotten, wie ihr seid, läßt Gott Strafgerichte üben, durch Fromme werden keine fluchreichen Thaten vollbracht. Ihr seid unsere Erzfeinde und unsere Hasser, also würdige Vollstrecker eines finstern Geschickes; wenn ihr es nicht thut, so wird Gott noch andere Sendlings finden, und wenn es die wilden Bären der Wälder sein müssen." (Beschluß folgt.) Lese -Jimmer. 1. Die Juden Ln Kaifong-Fu. Der unerschütterliche, allen Stürmen der Zeit Troß bie- Lende Stamm der Juden hat seine Sprößlinge in alle Weltgegenden entsandt. In China, das den Europäern so viele Jahrhunderte unzugänglich war, treffen wir schon kurz nach der Zerstörung des zweiten Tempels — Juden, und zwar in Kaisong-Fu. Von diesen erzählt Depping in

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