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Sabbath-Blatt · 1844-08-03 · 31 (3.8.1844) · p. Seite 123

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
31 (3.8.1844)
Date
1844-08-03
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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123 Tage lang, so daß die Einwohner, die Juden und der Adel fast ausgehungert wurde, ohne deshalb aufzuhören, Tag und Nacht Ausfälle gegen die kosakischen Empörer zu machen. Da ließen endlich die Kosaken dem Adel sagen: ״Warum kämpft ihr so heftig, um die armseligen Juden zu beschützen und zu vertheidigen? Die Juden allein sind unsere Feinde aus frühester Zeit, diese verdienen nicht euern Schutz; wir wollen euch Adeligen nichts Böses zufügen, nur gebt uns die Juden Preis, die unfern Glauben verläugnen, damit wir uns mit deren Ausrottung trösten und unsere Rache an ihnen kühlen." (Fortsetzung folgt.) Die beiden Brüder, eine arabische Legende.*) Der Platz, auf dem der Salomon'sche Tempel gestanden, bildete früher ein Feld, das zwei Brüder gemeinschaftlich besaßen und bearbeiteten. Einer von ihnen war verheirathet und hatte mehre Kinder, der Andere war es nicht, und doch lebten Beide zusammen, und besorgten, im besten Einverständnisse vor der Welt, das von ihrem Vater ererbte Gut. Als die Zeit der Erndte herangekommen war, banden beide Brüder ihre Garben, und machten zwei gleiche Haufen daraus, die sie auf dem Felde ließen. Des Nachts kam der unverheirathete Bruder auf einen guten Gedanken; er sagte zu sich selber: mein Bruder hat eine Frau und Kinder zu ernähren, es ist daher nicht billig, daß mein Antheil an der Erndte so groß wie der seinige sei; darauf verließ er sein Bett und nahm von seinem Haufen einige Garben, die er zu denen seines Bruders legte, und that dies um so geheimnißvoller, als wenn er eine böse Handlung begangen hatte, damit seine brüderliche Gabe nicht ausgeschlagen werden möge. Dieselbe Nacht erwachte sein Bruder, und sagte zu seinem Weibe: Mein Bruder lebt allein und ohne Gefährtin, er hat Niemanden, der ihm in seiner Arbeit unterstützen und für seine Mühen entschädigen könnte, während mir von Gott eine Frau und Kinder gegeben wurden, es ziemt sich nicht, daß wir vom gemeinschaftlichen Felde soviel Garben wie er nehmen, da wir das häusliche Glück vor ihm voraus haben. Wenn Du darein willigst, wollen wir, zu seiner Entschädigung und ohne daß er es wisse, seinen Antheil an der Erndte dadurch vergrößern, daß wir eine bestimmte Anzahl von unfern Garben zu seinem Haufen hinzufügen. Dieser Plan wurde gebilligt und sogleich ausgeführt. Den folgenden Tag begaben sich beide Brüder auf's. Feld und waren nicht wenig erstaunt, beide Getreidehaufen noch immer einander gleich zu finden. Einige Nächte hin- *) Nach den ״Matinees du Samedi.“ — Uebrigens bemerkm wir hier gelegentlich, daß alle Arbeiten, die weder an der Spitze noch am Schluffe einen bestimmten Namen tragen, von der Redaktion dieser Blätter herrühren. D. Red. tereinander wurde dieses Spiel von beiden Seiten fortgesetzt; denn, da jeder von ihnen zum Antheile seines Bruders eine gleiche Zahl von Garben hinzuthat, so blieben die Haufen ganz gleich. Eine Nacht aber, als Beide, um die Ursache dieses Wunders zu ergründen, auf der Lauer standen, stießen sie auf einander, jeder die Garben tragend, welche sie wechselseitig für einander bestimmt hatten, da wurde Alles aufgehellt, sie sielen einander in die Arme und Jeder dankte Gott, daß er einen so guten Bruder habe. Nun, sagt die Legende, der Ort, an welchem ein so herrlicher Gedanke zweier Brüder zugleich sich bemächtigte und mit solcher Beharrlichkeit ausgeführt wurde, mußte eine gottgefällige Stätte sein, die Menschen segneten sie und Jsrael erkor sie, um dem Herrn ein Haus darauf zu erbauen. Lese -Zimmer. 1. Den Spöttern des Namens: Sabbath - Blatt. Ein Israelit, Namens A b r a h a m, bat vor kurzer Zeit den Siegelbewahrer zu Paris um die Erlaubniß, seinen Namen, der ihn als einen Anhänger der jüd. Religion bezeichnet, ändern zu dürfen. Der Minister antwortete: daß er die verlangte Erlaubniß, welche nichts zu ihrer Rechtfertigung vorbringe, nicht gewähren könne: erstens weil ein allgemein hochgeachteter Patriarch den Namen Abraham führt; zweitens weil der Israelit, der gleich seinen Mitbürgern Fr anzose ist, kein Interesse haben kann, die Religion, welcher er angehört, zu verbergen. *) — Ein Gleiches erwidern wir denen, die an dem Namen Sabbath-Blatt einen Anstoß nehmen. Der Sabbat wird von Juden und Christen gefeiert und die Juden, die einer geoffenbarten Religion, gleich den Christen, anhängen, dürfen sich des Namens Sabbat nicht schämen. Uebrigens verzichten wir auf solche Leser, die nicht gern als Juden erkannt werden möchten. 2. Der getaufte Arzt. Franz I. wurde wahrend seiner Gefangenschaft bei Karl V. krank, und als er seinen Zustand sich verschlimmern sah, verlangte er einen!jüdischen Arzt, wozu ihn der Ruf des tiefen Wissens, den die jüd. Aerzte jener Zeit sich erworben hatten, bewog. Karl V. sandte zu ihm eiligst einen getauften Arzt; allein der König von Frankreich wies ihn von sich und ließ dem Kaiser sagen: ״Wäre der Arzt, den Sie mir schicken, wirklich ein sehr gelehrter Mann, so würde er nicht nöthig gehabt haben, sich zu bekehren, um seine Karriere zu machen. (M. d. 8.) In unserer Zeit denken die Monarchen anders! *) Matinees du Samedi.

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