Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 30 (27.7.1844)
- Date
- 1844-07-27
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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119 doch des Gerechten Hoffnung, die nach oben schaut, sieht nur das Leben und den Tag in den Wohnungen der Seligen und Vollendeten. O, welch ein Heil! seine Frucht bleibt hier zurück für Andere zum Segen, und er findet sie dort gesammelt und gehäuft für ihn selbst zum Lohne und zur Ernte. IV. So wird auch das letzte Wort erfüllt: ״Alles, was er treibt, gedeiht." Selbst in seinen irdischen Bestrebüngen, selbst in seinen geringfügigsten Angelegenheiten weht der Hauch, und wirkt der Geist Gottes, der Geist der Gotteslehre, der da ist der Geist der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Mäßigkeit und Bescheidenheit, der Freundlichkeit und Güte, ein Geist der Ordnung und der Weisheit; und so muß ja Alles gedeihen und gelingen, weil es in diesem Geiste unternommen, mit Gott angefangen und mit Gott vollsührt wird. Was bleibt einem solchen Menschen noch zu wünschen? Lastet mich mit jenem alten Gleichnisse schließen von einem Wandrer, der unter einem solchen Baume, wie er heut in unserm Text beschrieden ist, sich gelagert, an dessen Früchten sich gesättigt und erquickt, unter dessen kühlem Laubdach er geruht. Ehe er scheidet von dem Orte, spricht er gerührt noch solche Worte: Für all' den herrlichen Genuß, der hier mir ward zum Ueberfluß. wie möchte ich zum Dank so gern um Segen für dich fleh'n zum Herrn. Dir aber ist ja schon hienieden des Segens volles Maaß beschieden: den Lebensbaum in Edens Auen gleich, herrlich bist du anzuschauen; wie prangst du in Jugendkraft so üppig, wie so reich an Saft; die Wurzeln, wohlgewässert, strotzend, dem Sturm und Ungewitter trotzend; der Aeste weitgedehnte Schatten ein wrrthlich Obdach jedem Matten; die Frucht, die in dem Laube glüht, erfreut das schmachtende Gemüth, und wie der Zeder stolzer Gipfel ragt himmelan der Krone Wipfel. So stehst du herrlich da, ein Held, der Gott und Menschen wohlgefällt. Was könnt' ich noch für einen Segen zu dem bereits erworbnen legen? Ein einz'ger Wunsch ist mir gelassen, den will ich jetzt für dich erfassen, dir selbst und Anderen zum Heil, werd' er vom Schöpfer dir zu Theil: Die deinen dichtbelaubten Zweigen Als junge Sprbßtinge entsteigen, Sie mögen Alle dir einst gleichen, Der Well zum Nutz also gereichen; Sie mögen so, wie du, gedeihen, An Laub und Früchten gleich dir sein! Amen. Jakob Frank und feine Anhänger. (Fortsetzung von Nr. 27•) VI. ״Wir glauben, daß Gott verkörpert auf der Erde erscheint, und dann ißt er und trinkt, und verrichtet andere menschliche Geschäfte, nur ist er dann von allen Sünden frei. Der Beweis hiervon ist, weil Moses sagt (2.M. 6,13): ״Ob er gleich Fleisch ist." Hierüber giebt der Sohar folgende Erklärung: Er (Gott) wird Fleisch, um nach dem Körper sich zu richten. Das heißt, bei der Schöpfung hat Gott sich in dem Adam verkörpert, und nachdem er gesündiget hatte, entkörperte sich Gott, und blieb es, bis er in diesem (welchem? —) Körper sich abermals verkörperte. Ueber die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, sagt der Sohar: Gott kleidete sich in diese Elemente, und ward verkörpert. Moses sagt (2. M. 21, 18): Das Volk sah die Stimme rc." Hier sollte es heißen hörte: aber Gott zeigte sich den Israeliten damals in einer menschlichen Gestalt, und belehrte sie dadurch, daß er einst, nämlich zur Zeit des Messias, abermals in menschlicher Gestalt erscheinen wird. Gott sagte durch Moses (3. M. 26, 12): ״Ich werde zwischen euch wandeln." Hierüber sagt das Buch ילקוט Jalkut: Dieser gleicht einem Könige, der in seinem Garten lustwandelt, vor welchem aber der Gärtner aus Scheu sich zu verbergen sucht. Um nun demselben Mulh einzuflößen, redet ihn der König freundlich an, sprechend: Warum erschrickst du so sehr, mein Sohn! Siehe, ich bin ein Mensch, wie du, und wandle neben dir her. Eben so kleidete Gott sich in einen menschlichen Körper, um die Menschen nach menschlicher Weise zu belehren. Daher sagt auch der Prophet (Js. 30, 20): ״Deine Augen werden deinen Lehrer sehen." Wenn Gott sagt (5. M. 32, 40): ״ich hebe meine Hand zum Himmel," so konnte er, da er allgegenwärtig ist, dieses nur dann sagen, als er als Mensch auf der Erde wandelte. Wenn der Prophet Amos (9, 19) sagt: Gott hat׳ seinen Bund אגורחו auf der Erde gegründet," so verstehet er unter dem Bund die Vereinigung seiner drei Parzufim, wahrend dem, als er auf Erden wandelte. Salomo sagt (Hohel. 5, 1): ״Ich kam in meinen Garten rc. und aß von meinem Honig." Da fragt der Sohar; Wie kann man Gott, von dem doch dieses ganze Buch handelt, sagen, daß er gegessen und getrunken habe? Aber dies gleicht einem Freunde, der den andern besucht, und ihm zu Gefallen so Manches thut, was er sonst nicht zu thun pflegt. Er ißt z. B. wenn er keinen Hunger hak, und trinkt, wenn er keinen Durst fühlt. Eben so handelt Gott, wenn er unter den Menschen erscheint, indem er sich dann allen menschlichen Handlungen und Geschäften unterziehet." VII. ״Wir glauben, daß Jerusalem nie mehr erbauet werden wird. Denn es heißt in der Schrift (Daniel 9, 27): ״Das Volk eines mächtigen Fürsten wird die Stadt und das Heiligthum zerstören. Wie durch eine Wassersiuth soll die Verwüstung vollständig sein." So sagt auch der Prophet Jeremia (4, 6): ״Die Sünde der Stadt meines Volkes (Jerusalem) ist weit größer als die Sünde Sodom's, welches plötzlich zerstört wurde." Wenn nun Sodom nicht mehr gebauet wird, um so weniger kann Jerusalem erbauet werden, da doch der Prophet ausdrücklich sagt, daß die Sünde Jerusalems größer als die Sünde Sodom's sei."