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Sabbath-Blatt · 1844-05-25 · 22 (25.5.1844) · p. Seite 87

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
22 (25.5.1844)
Date
1844-05-25
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 Gott ist ihm Alles und er verschmähet jeden Genuß, der nicht zu Gott führt, den Gott nicht schenkt; Gott ist ihm Alles und er ist ganz aufgegangen in seligem Gottesdienst und so erschrickt er nicht vor dem Grabe — denn in Gott stirbt man nicht, sondern lebt ewig; in Gott schlaft man nur ein, um seliger wieder zu erwachen und zu einem neuen und schönem Leben in Gott wieder aufzustehen. Habe keine n Götzen von dem, was unten ist auf der Erde, hat uns heute Gott selbst zugerufen; denn wenn das, was unten ist auf der Erde, dein Gott wird, dann hast du verlorn den guten Weg, dann ist deine Seele zerrissen und du suchst vergeben Erquickung für deinen Geist. Habe keinen Götzen von dem, was unter der Erde ist, hat Gott weiter heute uns selbst verkündet. Mache dir keine Götzen von Gold und Silber; verehre nicht abgöttisch Reichthum und irdischen Besitz; denn ״am Tage des Herrn wird man wegwerfen die Götzen von Silber und die von Gold, die man sich gemacht, sich vor ihnen zu bücken (Ies. 2, 20)." ״Weder Reichthum, noch Armuth sind mit dem irdischen Berufe nothwendig verknüpft, lesen wir im Talmud Kidduschin (82, a), sondern Gott macht dich arm, um dich zu üben, den irdischen Gütern zu entsagen und Gott macht dich reich, um dich zu üben, die irdischen Güter für Gott zu verwalten." Wenn du aber die irdischen Güter nicht in Gotl entbehren, oder wenn du sie nicht für Gott verwalten willst, wenn du Glück nur suchst, Reichthum und Glück nur finden zu können wähnst bei den goldenen Götzen, wahrlich: die Strafe dieser Abgötterei wird auch dich nicht verschonen; denn du hast den Segen des Herrn dir in Fluch umgewandelt. Der Reichthum raubt alsdann deiner Seele die Erquickung, die ihr doch so noth thut, und verleitet dich Erquickung zu suchen, wo keine zu finden ist. Mache dir keinen Götzen, er möge Namen haben, welcher es sei, war das Wort des Herrn, das wir heute vernahmen. Alles gieb auf für Gott und liebe Alles nur zur Ehre des Herrn; denn nur so kannst du Erquickung finden für deine Seele , nur so wirst du sein dem Herrn eine Lieblingspflanze, ein lieber Garten ihm zum Preis. Aber das Alles, m. F., erschöpft noch nicht das Wort, das wir heute aus dem Munde des Herrn selbst vernommen haben. Gott hat heute nicht blos zu uns gesagt: Ich bin der Herr und du sollst keinerlei Götzen dienen, sondern Gott hat heute zu uns auch gesagt: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Aegypten geführt aus dem Hause der Sklaverei. Ich der Herr bin dein Gott; ich habe dich genommen und getragen und nehme und trage dich alle Tage der Welt; und nur wenn du dich von mir genommen und getragen fühlst; wenn du die göttliche Liebe anerkennst, die der Herr dir nnd allen deinen Nachkommen mit diesem seinem Nehmen und Tragen hat beweisen wollen; wenn du weißt, was es heißt, von Gott und für Gott auf Adlerssittigen getragen zu werden: nur dann erfüllst du, Jisraels Sohn, deinen Beruf; nur dann bist du, was du in- Gottes Weltenplan sein sollst, ״ ברכה לכל הגדםein Segen für alle Völker"; nur dann werden alle Völker dich nennen einen "זרע ברך ח ״Samen, den der Herr gesegnet hat." Iisrael, du bist genommen von Gott und getragen alle Tage der Welt: hat das Gott für nichts gethan? Hat Gott keine weise Absicht dabei gehabt, als er gerade dich aus dem Hause der Knechtschaft führte? als er gerade dir seine Wege zeigte, dir Wächter erweckte und dich heute die große und starke Schofarstimme hören ließ? Oder sollst du dich durch diese Thaten Gottes zuerst und vor allen Völkern berufen fühlen, Gott allein zu lieben und jeden Götzendienst aus deinem Herzen zu bannen? Iisrael! du bist genommen von Gott und getragen alle Tage der Welt; Iisrael! du hast gehört die Stimme des Herrn selbst am in Feuer flammenden Berge; Iisrael! du hast erfahren die Wunderthaten Gottes in Aegypten und in der Wüste; Iisrael! du hast vernommen die Stimme der Wächter; Iisrael! du hast empfunden die liebende und züchtigende Hand deines himmlischen Vaters; Gott hat dich gestraft für deine Sünden und für deinen Götzendienst, wie er kein anderes Volk strafte und Gott hat dich belohnt für deine Frömmigkeit, wie kein anderes Volk belohnt worden ist; Gott hat dich dem Verderben preisgegeben und doch nicht untergehen lassen; Gott hat dich, wie ein Lamm, zur Schlachtbank führen lassen und doch lebst du heute noch: Iisrael liebe daher deinen Gott mehr als alle Völker; liebe das Göttliche allein, wenn auch alle übrigen Menschen neben Gott noch das Ungöttliche in ihrem Herzen wohnen lassen; betrachte alles Irdische als die Gabe Gottes, wenn auch alle übrigen Menschen die Erde als ihr Eigenthum, von dessen Verwaltung sie Niemandem Rechenschaft schuldig wären, betrachten wollen; entferne jeden Götzendienst aus deinem Herzen, wenn auch das Herz aller Menschen noch von Götzen verunreinigt ist. Welchen schönem Schmuck giebt es für dich, als ein Iisraelite zu sein und den jisraelitischen Beruf zu erfüllen? Welches herrlichere Erbtheil kannst du deinen Kindern hinterlassen, als wenn du ihren Herzen die Wonne einprägst und das erhebende Gefühl, das uns der Gedanke einflößt: Wir gehören zu dem Volke, das Gott genommen und getragen hat und nimmt und trägt alle Tage der Welt? Iisraelite! du sollst das niemals vergessen; du sollst dir diese Worte zum Zeichen knüpfen an deine Hand und zum Schmuck an dein Haupt sie befestigen; du sollst sie schreiben an die Pfosten deines Hauses und deiner Thore; du sollst sie immer vor Augen haben, wenn du aufstehest und wenn du dich niederlegst, wenn du zu Hause sitzest und wenn dn auf dem Wege gehest. Die Feste, die wir feiern und die Sabbate und die Tage der Verkündigungen seien uns Erneuerung der Wohlrhaten des Herrn, seien uns die Bildersprache, daß wir niemals Gottes vergessen, seien uns die Zeichen, daß wir auch heute noch uns getragen und gehoben fühlen vom Herrn des Weltalls. Ja diese Tage und diese Zeichen mögen andeuten unfern jisraelitischen Beruf und wie sehr wir diesen im Herzen haben; mögen ihn vererben auf unsere Kinder; mögen ihren zarten Herzen schon einprägen, \ *4

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