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Sabbath-Blatt · 1844-05-24 · 21 (24.5.1844) · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
21 (24.5.1844)
Date
1844-05-24
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 sagen damit, daß wir uns ähnlicher Heuchelei und ähn li cher Lügen fähig halten! Oder sollten Mofche und die Propheten sich selbst betrogen haben? Sollten sie nur geglaubt haben, daß Gott mit ihnen geredet, während es nur ihre Einbildung war, die ihnen solche vorspiegelte? Wie groß muß da unsere Eitelkeit sein, wenn wir solches zu behaupten wagen! Wie? Mosche und die Propheten sollen nicht zu unterscheiden gewußt haben, zwischen einer göttlichen Offenbarung und zwischen den Gebilden des eigenen Gehirns und wir spat Geborene wollten nun in die Seele eines Mosche hinabsteigen und dort oiese Unterscheidung bewerkstelligen? Wahrlich dieses Gerede des Dünkels und der Schlechtigkeit wäre nicht würdig, an heiliger Stätte erwähnt zu werden, wenn nicht die Handlungsweise und das Leben so vieler meiner Brüder und Schwestern in Jifrael Zeugniß ablegten, daß solches ihnen für Aufklärung und Wahrheit gilt. Und hören wir nun, m. F., was dieser Geist noch ferner vorzubringen wagt für seinen Unglauben und für sein leichtsinniges Gerede, so wird er sich uns nicht minder in seiner nackten Unvernunft zeigen. Ec führt ein Riesengebäude auf, glaubt sich wohl verschanzt in seinem befestigten Lager, hält seine Gründe für unwiderleglich, aber seinem Gebäude fehlt die Grundlage, seine Schanzen sind von Pulverminen unterwühlt und leicht zu sprengen, seinen Gründen bleibt nicht einmal der Schein von einer Begründnng. Gott, spricht er, hat entweder die menschliche Vernunft so geschaffen, daß sie alle zu ihrem Heile nöthigen Wahrheiten aus sich hätte finden können — dann brauchte er sich auch niemals dem Menschen zu offenbaren —; oder die Offenbarung war nöthig, denn die menschliche Vernunft kann nicht alle zu ihrem Heile nöthigen Wahrheiten aus sich finden. Aber warum hat denn Gott die menschliche Vernunft so mangelhaft geschaffen? Und dieses zu beant- Wohl ist der Geist des Menschen heilig gewesen, als er von Gott dem Menschen eingeblasen wurde und er besaß das Vermögen, in Heiligkeit den Herrn zu lieben, ihm in Heiligkeit zu dienen und heilig mit ihm verbunden zu bleiben. Aber die menschliche Vernunft besaß auch das Vermögen, sich zu widersprechen und Gott zuwider zu handeln und zu sündigen und der Mensch sündigte wirklich. Die menschliche Vernunft besaß auch das Vermögen, in der Sünde beharren zu wollen, und um in der Sünde beharren zu können, das, Gott zu leugnen und die Natur zum Götzen zu erheben und einen Aftergott auf des Heiligen Throns sich zu denken und zur Natur und zu ihren Kräften zu sagen: ihr seid meine. Götter; denn ihr jbesreit mich ja von der Last meiner Sünden; ihr übernehmt ja die Schuld und mir verbleibt die Lust der ungezähmren Willkür; ihr zwingt mich, den Lüsten meines Herzens nachzulaufen, denn ich muß — und die menschliche Vernunft sprach wirklich so. Da nahm Gott Jifrael aus den Banden dieser die Sünde beschönigenden menschlichen Vernunft; da erhob et uns über diese Natur und trug uns und trägt uns alle Tage der Welt und trägt uns so lange, bis die Natur und das Fleisch von ihrem angemaßten Throne herabgestürzt sein werden, bis daß vor Gott allein jedes Knie sich beugen, jede Zunge schwören wird. Da nahm uns Gott und that uns Wunder und veränderte die Gesetze der Natur zu unferm Heile und überführte uns, daß es Thorheit ist, die Natur als den Herrn anbeten zu wollen, daß sie nichts weiter ist, als die stumme Dienerin seines heiligen Willens'; daß sie nichts weiter ist, als der Thon, vom ihm gebildet; daß sie nur ist seiner Hände Werk. Und da nahm uns der Herr und erhob uns und trug uns und erweckte unsere Wächter und sprach: M erke t auf die Stimme des-Schofar! Da begeisterte er uns Seher, welche uns Worten, bliebe nur der Ausweg, daß man an der A :'Sfo n nt ntcf) t tü t tb en, tt> i € b i e a n b e tu macht oder an der A l l g ü t e des Schöpfers zweifeln müßte, wollte man zugeben, daß je eine Offenbarung stattgefunden? Und wahrlich, m. Fr , dieses stolze Riesengebäude ist nur ein Kartengebäude; denn es ist durch unsere bisherige Betrachtung schon widerlegt. Wir haben nur nöthig, das schon Gesagte uns zu veraegenwärtigen und alle diese Gründe zeigen sich nicht einmal Scheingründe zu sein. Die Offenbarung ist nicht blos eine wundervolle Mittheilung von Lehren — aus eine solche würden jene Frage paffen — sonden sie wird in unserm Texte so beschrieben: .וינטלם וינשאם ״ כל ימי עולםGott hat uns genommen und getragen alle Tage der Welt und daß Gott uns genommen und getragen hat, zu seinen heiligen Zwecken, das ist die Offenbarung der Herrlichkeit des Herrn in unserer Mitte. Wohl ist die menschliche Vernunft aus des Schöpfers Hand rein hervorgegangen und mit allen Fähigkeiten ausgestattet. Alle zu ihrem Heile nöthigen Wahrheiten durch die Uebung dieser von Gott verliehenen Kraft aufzusinden. ölker und dem Holze und dem Steine dienen; Gott ist euer Vater; er schickt euch Leiden und schickt euch Freuden, auf daß ihr euch als seine Kinder betrachten lernt. Und da nahm er uns und trug uns alle Tage der Welt; da schickte er über uns harte Strafen, da ließ er uns wegführen aus unserm Lande und übergab uns dem Spotte und dem Hohne aller Völker — ließ uns aber niemals zu Grunde gehen. Und in Feindeslanden erkannten wir die liebevolle Hand unseres himmlischen Vaters, welche uns heilsam gezüchtigt, und kehrten zu< rück zu ihm und verabscheuten den Dienst der Sünde und es ward unser Stolz und unsere Zierde dem ״ ה׳ אחדeini gen und einzigen Gotte anzugehören, ושמו אחד dessen Name einig und einzig ist; dem Herrn, der hoch und erhaben ist und auch das Niedrigste leitet, dem Herrn, der Alles geschaffen, der die Sünde bei jedem Menschen vernichtet wissen will. Und nicht eher schwieg die Stimme der Wächter, bis daß Jifrael erkannt hatte die Bedeutung seines Daseins,

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