Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 11 (16.3.1844)
- Date
- 1844-03-16
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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42 rael war gerettet! Gehe im Geiste mit, durch die thranenvollen Jahrhunderte der Zerstörung, bis zum lichten Morgenroth des neunzehnten, deines neun und dreißigsten, Jahrhunderts — welch' ein weites, lebendes, farbenfrisches Bild, in welchem Jahrhunderte als einzelne Punkte, ganze Reiche und Völker, als erbleichende Fernblicke erscheinen. Verdient dies Gemälde nicht, für die Nachwelt bewahrt zu werden? verdienen diese großen Erinnerungen nicht, in dir und du in ihnen fortzuleben? bist du nicht berechtigt, für die Menschheit und ihre Interessen fortzuleben, als ein lebendes Monument einer großen, einer wechselvollen und vielfach lehrreichen Vergangenheit? Israel ist aber auch verpflichtet zu dieser Selbsterhaltung, denn Gott hat zu seiner Fortdauer es berufen. Wie seine Zerstreuung, so ist auch seine Erhaltung der Wille Gottes. ״Und wenn ihr auch durch alle Völker, und bis zu dem Ende der Erde hin zerstreut sein werdet, euer Gott wird euch dennoch nicht verlassen und nicht vertilgen." Gott wird uns nicht vertilgen! und sollten wir Hand anlegen, zu unserer Vertilgung? ja haben wir nicht die Pflicht, so weit es in unsern Kräften stehet, in jene Plane der göttlichen Liebe einzugehen? Denn jene'großen Ereignisse, jene Thaten begeisterter Männer unseres Volkes, sie waren Thaten Gottes, die E r durch ihren Menschenarm vollbracht, und was Moses und die andern Propheten uns verkündigten, es waren Worte Gottes, die E r durch ihren Mund zu uns gesprochen. Würden wir nicht sündigen, wenn wir nicht für das Gedächtniß jener Gottesthaten, für die Erfüllung jenes Gotteswortes leben wollten? wenn wir nicht leben wollten bis an jenen Tag, von dem es heißet: ״dann wird Gott einig und sein Name einig sein!" Und diese Erhaltung des Volkes, wirkte (außer ihren andern Zwecken) gewiß nach dem Willen Gottes, auch jene äußern Satzungen und Gebote. Sie bilden gleichsam ein feines durchsichtiges Netz, das Israels Söhne äußer-!ich zusammenhielt, ohne sie, in Liebe, Begeisterung und geistigem Streben, von den andern Völkern abzusondern. Die Religion des Israeliten findet ihr Zeugniß in seiner Geschichte, und seine Geschichte, ihre Erläuterung in seiner Religion. Und so erinnern ihn denn von Jahr zu Jahr, von Morgen bis zum Abend feines Tages, Hunderte von sinnlichen Handlungen, von heiligen Worten und festlichen Mahnungen an seine israelitische Geschichte, an die besondere Dankbarkeit und Weihe, die sie ihm für Gott gebietet. Ihm ruft das Passahfest, mit seinen geschichtlichen Monumenten zu : Israelit! Gottist dein Befreier, so geistig, als äußerlich! Das Fest des fünfzigsten Tages: Israelit! Gott ist dein Wohlthäter, dein Erhalter, geistig und leiblich, in den Wüsteneien der dir drohenden Gefahren! Ja, jedes Speisegesetz erinnert ihn zugleich an seine Abkunst, an seine ausschließlich israelitische Bestimmung, an die besondere Dankbarkeit, die er, in Opfer und Entsagung, Gott, als dem Leiter seines Volkslebens, schuldig ist, hindert ihn, wenn er es festhält, sich von dem Baume dieses Volkslebens los zu reißen. Ja, wie ein bekannter religiöser Verein sich zur Grußformel die Worte erkohr: ״Gedenke daß du sterben mußt," so ruft umgekehrt dem Israeliten, jedes israelitisch religiöses Gesetz, das er übet, zu: ״Gedenke, daß du leben sollst," daß du als Israelit nicht aufhören, in deinen Nachkommen und deiner Aukunft forlleben sollst. Der Schwanengesang Moses'. (Fortsetzung und Schluß.) Das sah Jehoa und verwarf im Zorn die seine Söhne, seine Töchter waren. Abwenden, sprach er, will ich mein Gesicht, und ihren Ausgang sehn: denn ein verkehrt Geschlecht sind sie, Kinder von böser Art. An ihrem Ungott machten sie mich eifern, sie reizten mich durch ihrer Götzen Dunst; auch sie will ich durch ein Unvolk erzürnen, ein Dunst der Nation soll reizen sie. Denn meines Grimmes Gluth ist angebrannt, und brennen soll sie bis zur Unterwelt, soll zehren auf, die Erd' und ihre Frucht', soll der Gebirge Gründe flammen an. Aufhäufen will ich auf sie Noch auf Noch, will meine Pfeil' auf sie versenden all'. Verzehrt vom Hunger und verzehrt von Geiern, verzehrt von bittrer Pest — will ich auf sie den Zahn der Thiere senden, das Gift der Schlange, die im Staube schleicht. Von außen soll das Schwert sie Waisen machen,. von innen Angst, sei's Jüngling oder Jungfrau, sei's Säugling oder Greis. Fast sprach' ich: ich vertilge sie, Lösch unter Menschen ihr Gedächtniß aus; wenn ich des Feindes Hohn nicht scheuete, daß ihre Dränger das verkenneten