Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 11 (16.3.1844)
- Date
- 1844-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeLahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daßihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von Ilr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der BO. I. L. Saalschütz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen,Bestellunggen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jedeBuchhdl. bezogen werden. Sabbath Wajakhel-Pekude, den 16. März. ויקהל פקורי פ' החדש 26. Adar, 5604 S'abbath-Gabe. Israels Erhaltung durch sein Gesetz. Dieser Sabbat wird, durch Ankündigung desjenigen Monats, in welchen das Passahfest fallt, besonders ausgezeichnet. Er erinnert uns an die Gesetze des Passahfestes und mit denselben an die große Anzahl äußerlichreligiöser Pflichten, welche den Israeliten in Anspruch nehmen. So wollen wir denn eine Behauptung in's Auge fassen, wie man sie jetzt nur häufig aussprechen hört unb diese Betrachtung auch am folgenden Sabbat fortsetzen. Ist es wahr, daß die Gesetze des äußern Kultus, die äußerlich zu übenden, religiösen Handlungen oder das sögenannte Ceremonialgesetz, daß diese eine Scheidewand bilden, zwischen uns und der nicht israelitischen Bevölkerung des Landes, in welchem wir als treue Bürger leben? Man kann diese Fragen theilen: Bilden diese Gesetze äußerlich eine solche Scheidewand, und bilden sie sie in geistiger Hinsicht? Auf die erste dieser Fragen werden wir also antworten: Wie es dem einzelnen Menschen angeborener Trieb ist, sein Leben zu fristen, zu verlängern, wie sein natürliches Bemühen dahin gehet, Alles hinweg zu raumen, was seinen Tod beschleunigen könnte, so haben auch die Völker diesen Trieb der Selbsterhaltung, diesen Wunsch, nicht aufzuhören, nicht zu verschwinden, von ihrem Lebens-Schauplatze, sondern fortzudauern durch die Jahrtausende der Geschichte. Wie der Selbstmörder, der seinem Dasein, mit eigener Hand, ein Ende macht, wie er eine feige That begehet, die nur, wo wir Wahnsinn voraussetzen können, ihre Entschuldigung oder Erklärung finden mag, so würde es der Wahnsinn eines Volkes sein, so würde es sich der niedrigsten Feigheit schuldig machen, wenn es Selbstmörder sein, wenn es elend genug denken würde, seinen Namen und seine Geschichte gleichgültig der Vergessenheit Preis zu geben. Und diesen Lebens trieb tragt auch Israel in sich; es will nicht untergehn, es will fortdauern mit seinem Namen und seinen Erinnerungen. Und es ist berechtigt, ja vielfach und heilig verpflichtet zu diesem Wunsche, zu diesem Streben der Selbsterhaltung. Es ist dazu berechtiget durch reiche Erinnerungen einer wunderbaren Bergangenheit! — Verfolge die Geschichte deines Volkes von dem Ufer des Euphrat, von dem ersten Auszugs Abraham's, bis in die Lander, in denen ihr jetzt weilet. Zieh im Geiste mit Jakob's Söhnen nach Egypten, folge Moses, dem göttlicken Mann, durch das Meer bis zum Sinai, vernimm die Jubelchöre der Salomonischen Tempelweihe, tritt, verhülleten Hauptes, zu den Klagenden an den Wassern Babylon's, da die heiligen Harfen und Zion's Gesänge ruheten, sieh durch den edlen Gottesfürsten Cyrus, den Tempel sich empor heben aus seinen Trümmern, mische dich in den Jubel des Volks, das, vor Jerusalem's geschmückten Thorren, den großen Alexander grüßet, schaue das Heldenschwerdt in den Händen der Makkabäer blitzen, verfolge in der Erinnerung den Jahrhunderte langen Kampf gegen die Heldenschaaren der Römer, da Israels Sohne siegend starden, siegend, denn Jerusalem zwar ging unter, aber Js- 11