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Sabbath-Blatt · 1844-02-17 · 7 (17.2.1844) · p. Seite 26

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
7 (17.2.1844)
Date
1844-02-17
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 t er des Hauses, im schönsten Sinne des Wortes, nicht nur, was du allerdings auch sein mußt, sein Versorger, der für das tägliche Brod der EHve arbeitet, da bist du der Führer, das geistige Vorbild der Deinigen, nicht blos ihr zeitlicher Ernährer. Verklärt von der religiösen Weihe, die dein Herz beseelet, erscheinest du ihnen milder, freundlicher und zutraulicher, den gütigen Gott ahnend, der die Feste angeordnet, umschließen deine Kleinen deine Kniee. Da störet dich keine Anfrage wegen zeitlicher Besorgungen, da vergissest du deine Mühe und deine Arbeit, du vergissest die Mittel deines Glückes und gedenkest nur des Glückes selbst und seines Gebers. Und solche Ruhe sollst du, nach den Worten der Schrift, dir nicht allein gönnen. Auch der arme Fremdling, der in deinen Thoren weilet, auch dein Knecht und deine Magd sollen die Wohlthat des Gottes der Liebe fühlen, und im ganzen Kreise deines Hauses, ja bis zum vernunftlofen Thier herab, soll Jedewedem ein Tag der Ruhe aufgehen. Das ist Israelit! dein Sabbat. Das ist der Sabbat, den viele fromme Männer Israels seit je dem äußern Leben glücklich abzuringen wußten. O, darum sprich nicht: die Arbeit läßt uns solche Ruhe nicht, die Zeitlichkekt, sie gönnet uns nicht solche Seligkeit. Es ist das Wort des ewigen Gottes, das zu dir spricht: ״Sechs Tage sollst du deine Arbeit thun und am siebenten Tage, dem wirklichen Sabbat, dem Tage der Schöpfungsfeier, da sollst du ruhen, und der Gott, der die sechs Tage schuf und Alles, wessen sie bedürfen, der wird auch für den siebenten, da du dich seinem Dienste weihest, sorgen. Und weißt du solche Feier ins Leben einzuführen und in dem weltlich mühevollen Treiben solch einen Tag der Ruhe freudig zu gewinnen — wie der Bogen des Friedens nach dem Sturm und Gewitterregen, wie sanftes Abendroth nach düsterm Wolkentage, wie der verklärende Glanz der Sonne bevor sie niedersinkt, so wird dir dann der Sabbatsschluß der Woche sein. Aber auch dir Israelitin! dir kommt es vor Allem zu, im Hause das zu wahren und zu erhalten, was das äußere Leben dem Manne nur zu leicht raubet. Das innere Haus, das ist dein Gebiet, das ist das Reich des Friedens, wo deine Liebe, das Heiligthum, wo du als Priesterin waltest. Da darfst du am Sabbat die Sorge und und das irdisch-geschäftige Treiben nicht eintreten lassen, daß keine Falte des Unmuthes auf der Stirn deines Gatten, von der Arbeit der Woche, zurückbleibe, und daß er neue Kräfte sammle für die kommenden Tage, neuen Trost, neue Zuversicht, zu vollbringen, was ihm vielleicht noch nicht gelang. So kannst du in schönster Weise mitbauen am Wohle des Hauses, daß der Segen Gottes sich auf dasselbe herabsenkt. Wie liebender wird dich dein Gatte in der Mitte deiner Kinder im festlichen Kleide, erblicken! Alles habet ihr zur Seite geschafft, was an die Werktage, an die Last der Zeitlichkeit erinnern kann. Der Hauch des Festes gleichsam hat in deiner Wohnung Alles umgewandelt. Es ist Alles heimischer, verklärter als es sonst war. Innige Ruhe waltet um dich her, und wird es dann nicht auch deinem Gatten sein, als wenn er in einen Tempel des Friedens träte? Wirst du dann nicht in höherm Sinne ihm die Gefährtin des Lebens sein, wenn dein frommes Walten ihn an den Gött erinnert, der euch vereinet, der euch einander liebend zugeführt? Und auch sie, welchen hienieden die Stunde kam, da sie sich trennen mußten, da der Gatte oder die Gattin voran ging zu den Hallen der Seligen — wird sie an solchen Tagen nicht heilige Verklärung ahndungsvoll in den Spiegel der Ewigkeit sehen lassen? die einsam zurückblieben und sich nach Vereinigung sehnen — jede Festesfreude, die sie feiern, rufet ihnen das Bild des verewigten Gegenstandes ihrer Liebe, des Hingegangenen, , mit sanftem Tröste in ihre Seele zurück. Ja, jede Sab/ batsstille, die dich beseliget, erinnert dich an den Gott, der euch einst wieder zusammenführt, du stehest im Geiste, wie ihr jenseits, im Lichte des Herrn, mit einander wandelt, und dort den Bund wahrer ewiger Liebe feiert, ja du ahnest die unsichtbare Nähe des Engels deiner Ruhe, deines Glückes, und heiliger Friede senkt sich in dein Herz! Amen. S-z. Der Talmud. Ein Streit über einzelne Stellen des Talmuds hatte sich in öffentlichen Blattern in Königsberg entspannen. Es wurde dabei einerseits die Ansicht geltend gemacht, das die Israeliten den Talmud als Religionsbuch betrachteten und daß Alles, was in demselben gesagt werde, für sie eine geschliche bindende Autorität habe. Es liegt gewiß eine irrige Ansicht von der Entstehungsweise und dem Inhalte des Talmuds zum Grunde, wenn man den ganzen Talmud für einzelne, im Eifer des Gespräches hingeworfene Aeußerungen der in demselben auftretenden ältern und jüngernManner, Lehrer und Schüler, und wiederum die Juden und das ■ Iudenthum im Ganzen für solche Stellen des Talmuds, verantwortlich machen will. Dieses Werk, welches, seinem Geiste und der Gesammtheit seines Inhaltes nach, christlichen Gelehrten noch so wenig zugänglich gemacht

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