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Sabbath-Blatt · 1844-01-20 · 3 (20.1.1844) · p. Seite 11

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
3 (20.1.1844)
Date
1844-01-20
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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demselben später, nachdem er es wahrhaft erkannt, anhing. Es ist dies der Charakter des israelitischen Volkes. Moses nennt es öfter: ״ ,עם קשה ערףein hartnäckiges Volk". Strafen und Plagen, als augenblickliche Leiden, reichten nicht hin, um es zu beugen. Aber nachdem es einmal zur Erkenntniß gekommen, daß der Ewige allein Gott ist, so konnte es durch Jahrtausende in dieser Festigkeit nicht irre gemacht und gebeugt werden. Daher auch die Weisen sagen: מפני שהן עזין נתנה תירה לישראל " Eben um seiner Unbeugsamkeit willen hat Israel die Lehre empfangen. ״ Und diesem Charakter im guten Sinne lastet auch uns treu bleiben. Denn die Blüthe der Charakterfestigkeit ist die Treue gegen Gott, die religiöse Festigkeit und Unerschütterlichkeit, gleichwie nur derjenige Charakter fest ist, und so genannt werden kann, der seine Wurzel, die Quellen seines Lebens in Gott hat. Unwandelbar wie das Wesen, wie der Wille, wie die Liebe Gottes, muß unsere Liebe und Treue für ihn, und gleichwie Er ein Felsen genannt wird, also felsenfest muß auch unser Glaube sein. Der Sturm tobet, die Fluchen wüthen — der Felsen wanket nicht. Also das Herz des wahrhaft Charakterfesten; in jedem Sturm des Lebens und unter dem Wogen seines wechselnden Geschickes נכון לבו בטוח ביייי, bleibet sein Herz fest im Vertrauen auf den Ewigen. Amen. S—z. Moses. (Schluß.) Eine jugendliche Heldenthat trieb den künftigen Retter seines Volks aus Egypten, da Egypten ihm nicht mehr noch und die Zeit der Errettung noch nicht da war. Die Wüste Arabiens mußte der stille Aufenthalt seiner reifern männlichen Jahre werden, und Völker, die mit Israel in Sprache und Stammesart verwandt waren, waren jetzt 40 Jahr seine Nachbarn. Die Fabel hat den arabischen Emir oder Scheik, Jitro zu seinem Aufwiegler, zum Ur- Heber seiner politischen Plane machen wollen; nichts in der Welt ist der Ansicht dieser Geschichte, wenn etwas in ihr wahr ist, mehr entgegen. Ein kluger Mann war Jitro, nicht aber der Geist, der den Moses zu seinem beschwerlichen, einem Menschenauge unübersehbaren Werk zwang: denn gezwungen mußte er dazu werden, wie man aus seiner ihm selbst unerwarteten, ungelegenen, nach seiner Meinung unauszuführenden Sendung stehet. — Welch' eine rechtfertigende Epopee ist diese einfältige, stille Geschichte der Sendüng Moses', seines Werks in Egypten, seiner Ausführung, Wunder und Züge! Ohne Geschwätz und Aufruf, mit Fehlern und Schwachheiten sogar, stellet es uns den Mann dar, der nie von sich selbst spricht, der nie gerühmt wird, der nur in seinem Werk, seinen Anstalten, seinen harten Sorgen und Thaten lebet.- Auf dreierlei Weise hat Moses in die Poesie seines ganzen Volks gewirkt und auch dieselbe, wie Alles in seinem Staat umschränket. Zuerst durch seine Thaten: die Ausführung aus Egypten, die Reise durch die Wüste, die Eroberung des Landes, da Gott vor ihnen geht und streitet, ward der ewige Stoff ihrer Bilder und Lieder. Dieser Zug ward in spätern Zeiten das Vorbild aller Wunder Gottes mit diesem Volk, das Urbild ihrer Kriege und Siege, ihrer Wohlthaten und Strafen. Das zweite Mittel, wie Moses unsterblich auf die Poesie seines Volks wirkte, war die Beschreibung seiner Thaten, seine eigne Poesien und Lieder. Sein letztes Lied ward, wie gesagt, das Vorbild der Propheten: Israel mußte es auswendig lernen, und sie halten's, so hart es für sie ist, noch sehr hoch. Sein Lied am rothen Meer ward das Vorbild der Lob-Sieges- und Errettungspsalmen, so wie der erhebende neunzigste Psalm das schöne Vorbild lehrender Lieder. Ueber- Haupt ist die Poesie Moses', wie es auch sein Leben und Charakter war, viel umfaffend, aber hart, ernst und einsam. Sie glanzt, wie sein Angesicht; aber eine Decke hangt vor ihr. Der Geist in ihr, in seinen Anstalten und Schriften ist vom Geist Hiob's, David's, Salomo's verschieden. — Das dritte Mittel endlich, wodurch Moses auch die Wiedererweckung des heiligen Gesanges in Zeiten des Verfalls besorgte, war das Recht, das er den Propheten gab und vorschrieb. Der weise Mann ahnete sowohl mit seinem Recht der Könige als diesem Propheten-Recht Zeiten vorher, da man von seiner Vorschrift wiche; öffentlichen Gräueln der Art setzte er also eine Stimme entgegen, die das Volk, die den König selbst zu seiner Bestimmung zurück rief, und sich mit dem Ansehen Moses', des Stifters der Nation schützen konnte. Das waren also die Wächter, die Weisen des Volks, die aufmunternden, wenn Alles schlief, die, wenn die Priester schwiegen und die Großen drückten, im Namen Jehova's sprachen, unterweisend, tröstend, warnend. Dieses Befugniß Moses' hat uns einen Elija und Elischsa, einen Jesaja und Chabakuk gegeben: sie hat seine Gestalt und Stimme wenigstens im Schatten, im Nachhall erneuert. Man liefet die Propheten nie recht, wenn man sie als Weissager, als Träumer, als Marktschreier ansieht; Nachfolger Moses' waren sie, Anwender und Erneurer seines Gesetzes in verfallenen Zeiten; und einige unter ihnen waren sehr weltkluge Männer, große Redner, lehrreiche Dichter. Im Jesaja ist vielleicht mehr als eine Republik Platon's.— Er starb, sagt die schöne Sage seines Volks, am Munde Gottes, und Gott begrub ihn selber. Er starb auf einem Berge, das Land überschauend, für das er Alles gethan und gelitten hatte, was Menschenkräfte leiden und tragen mögen: sein Auge sollte es sehen, sein Fuß aber nicht berühren. Auch den Fels im Dulden, Thun und Tragen 'hatte Unglaube und Ungeduld wankend gemacht; er kam

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