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Sabbath-Blatt · 1844-01-06 · 1 (6.1.1844) · p. Seite 3

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
1 (6.1.1844)
Date
1844-01-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 um ihr Sterbelager her. Was thatest du, um ihre Liebe wahrhaft zu gewinnen, was thatest du, um sie zu bestem Menschen zu machen, als du warst, sie zur Erkenntniß ihres Gottes zu führen, ihnen die Schrecken, die Gewistensbiste solchen Todes zu sparen? Werden sie nicht über dich weinen wüsten, anstatt um dich zu weinen, über dich, daß du ihnen so wenig warst, was du ihnen hattest sein wüsten, Vater, im heiligen Sinne des Worts, Führer zu einer höhern Welt, zur Tugend und Sündenlosigkeit und warmen, innern, ewigen Glücke? Wie schön konnte dir dieser Augenblick sein, ein Scheiden aus den Armen der Liebe, ein Augenblick voll .höherer Verklarung, bei dem göttliche Hoffuungen dir vorangehen und Dankbarkeit und treues Augedenken, und die Erinnerung edler Werke dir folgen. Aber wie anders, wer, Gott im Herzen tragend, von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tage forlschritt in Erkenntniß, höher stieg in edler Selbstbeherrschung. Auch er stand nicht theilnahmlos da für die Genüsse der äußern Welt, auch er war nicht trage in dem, was die Zeitlichkeit ihm auferlegte. Er gab sich gern hin den Mühen des Tages, er konnte fröhlich sein in dem Kreise der Freunde, und was unter seinen Mitmenschen und unter den Völkern ringsumher sich zutrug, es geschah auch ihm, er stand dabei, ein Teilnehmer, ein aufmerksamer Beobachter. Was die Wissenschaft oder die Künste darboten, er nahm es mit Wohlgefallen, mit Begeisterung auf in seine Seele. Aber Alles dies konnte ihn dem Bewußtsein seiner Göttlichkeit nicht entfremden. Was er fühlte, und was er wirkte, er wußte es in Einklang zu bringen mit dem Gedanken einer höhern Welt, mit den Ahnungen eines höhern Lebens, er wußte es zu schauen im Lichte seines Gottes. So war er sich selber und den Menschen wahrhafter Freund, so einigte er in sich Beides, die Erde und den Himmel. Wie selig nun sein Gefühl, wenn sich .in ihm der Himmel mit der Erde mischet, die Seele sich sanft losringet von der Hülle, um, was sie als süße Ahnung in sich trug, unsterblich zu Unsterblichen einzugehen! Und sollten wir nun nicht anerkennen und befolgen, was die Weisen sprachen: Lebe für den Tod, auf daß du einst sterbest für das Leben! Wenn am Ende des Tages sich müde unsere Augen schließen, dann scheidet sich gleichsam die Seele von dem Körper, um in Träumen ihrer eigenen Welt zu leben. Aber diese spiegeln oftmals wieder, was wir am Tage erlebt, was wir am Tage empfunden und wie es freudig war und unserer Seele wohlthat, so schwebt es verklärend durch die Gesichte des Traums. Und also wird es auch dann sein, wenn das ganze Leben als ein Tag des Wirkens und des Genusses sich uns darstellt, und die Seele losgerungen von der Hülle sich den Empfindungen ihrer eigenen Welt in dem lichtesten Traume hingiebt. Was wir am Tage erlebt, was wir am Tage schufen, was uns wahrhaft wohlthun konnte, es wird in hohen Bildern in jenem Traume wiederkehren, und was uns hier in sündenreinem Gemüth beglückte, das wird uns dort zu Seligkeiten. Amen. S —z. Die zwei mythischen Wund erb ämne, oder makrobiotische Ppincipien Ln der Genesis. (Schluß.) Tief gebeugt sieht sich nun der Geplagte in dem weiten Reiche der Natur nach Hilfe für seine Leiden um, und scheuet sich nicht, das ungenießbare Unkraut, welches er im gesunden Zustande verschmähet, und das für ihn als nicht existicend gewesen, in seiner jetzigen Kränklichkeit als Arzneien zu verschlucken. 25) Er kann und mag auch keine Mahlzeit mehr anrühren, bevor er sich nicht bis zur Ermüdüng, bis zum Schweiße seines Angesichtes abgearbeitet und bewegt har2s). Doch dies Alles sind bloße Palliativa, die sein Dasein nur auf eine kümmerliche und armselige Weise fristen, und dem Leidensmüden kann nur der stille Schooß seiner Mutter Erde die ersehnte Ruhe gewähren.27) Die immermehr zunehmende Empfänglichkeit für die unfreundlichen Einflüsse der Atmosphäre machte wärmere Bekleidung nöthig26). Nun erst durch eine lange Reihe bitterer Erfahrungen belehrt, sieht der Mensch, für seine radikale Kur, die Noch- Wendigkeit eintreteN, nach der Frucht des Lebensbaumes, der in der Mitte des Gartens steht,29) der goldenen 2») ״ .וקוץ ודרדר תצמיח לך ואכלת את עשב השרהund Dornen und Disteln (Arznei-Kräuter) wird sie (die Erde) für dich (in deiner Kränklichkeit) wachsen lassen, und du wirst das Unkraut des Feldes verzehren." Daß man schon im grauen Alterthum die Vegetabilien nicht allein äußerlich, sondern auch innerlich als Arzneien anwendete, ersieht man aus der Stelle in Hiob 6, 6. היאכל הפל מבלי מלח ,אם יש טעם בריר חלמות nach der Auslegung der Neuern, wo dem Hiob wegen seines Aufsatzes, der erwähnte vegetabilische Arzneikörper, nebst ungesalzener Kost, verordnet wurde, über deren Geschmacklosigkeit er klagt. 26) ״Im Schweiße deines Angesichts sollst du Wrod essen" d. h. Mahlzeit halten, ein im alten Lestamente häusig vorkommnder Hebraismus. Vgl. Genesis 31, 54; 43, 25. 32. 27) ״Bis du wieder zurückkehrst in's Erdreich, von dem du genommen worden." 28) ״Und Gott machte für Adam und sein Weib Röcke von Fellen und bekleidete sie." Siehe Note 31. 29) Auch der Erkenntnißbaum hatte diesen Standort, aber,

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