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Sabbath-Blatt · 1843-12-09 · 49 (9.12.1843) · p. Seite 194

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
49 (9.12.1843)
Date
1843-12-09
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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194 röche leuchtet; der Kampf muß enden, der Sieger wird gekrönt. Das ist aber die Krone des Siegers, daß er ge fegnet von Gott aus dem Kampfe ziehe. So wollte Zakob nicht ablassen, bis daß Gote ihn gefegnet hatte. So wollen auch wir von Gott nicht lassen im Kampfe auf Erden! In unfern Leiden halten wir fest an unferm Herrn, denn der Ewige ist unser-Schild und Schutz. Wir halten an Gott, verweilen bei ihm. Seine Gnade sendet auch einen Strahl der Liebe in die Erdennacht, sein Erbarmen leitet, stärket unfern Arm, kräftigt unfern Willen, erhöht unfern Much, daß wir unerschrocken kämpfen bis zur Morgenröthe. Wir lassen den Ewigen nicht, bis er uns gesegnet hat, denn ohne Gottes Segen können wir nicht siegen! Mit dem Segen Gottes aber schreiten wir froh, und freudig von Stufe zu Stufe, von Höhe zu Höhe, von Stern zu Stern, bis der Himmel sich uns öffnet und das Licht des ewigen Morgens uns umfängt. Dann eilen die Bewohner des Lichtes herbei, empfangen den Kämpfer, der mit Ausdauer die Lebensnacht hindurch gekämpft, bereiten ihm eine himmlische Ruhestätte, preisen seine Tugend, rühmen seinen Muth und sprechen: Also wird für alle Ewigkeit gesegnet Israel, der Sieger Gottes! (S—f—d.) Zur Geschichte -er Juden Ln Spanien. (Fortsetzung u. Schluß.) In einer Synagoge von London oder auch in mehreren, wird ein Theil ihrer Gebete noch bis auf den heutigen Tag in spanischer Sprache hergesagt; und der jetzige Jude blickt noch mit günstigem Vorurtheil auf Spanien zurück, als das geliebte Land seiner Väter, an deren ereignißreiche Geschichte sich die ruhmvollsten Erinnerungen für ihn knüpfen. 13) 13) Siehe einen verständigen Bericht über hebräische Literatur in Spanien in der ,,ketrospeetive 1evie\vf£, 111, 209. — Mariana, Hist, de Espana, 11, lib. 26, cap. 1. — Zurita, Anales, V, 9. — Nicht wenige von den gelehrten Vertriebenen grlangten in den europäischen Ländern, wo sie ihren Wohnsitz aufschlugen, zu bedeutendem Ansehn. Castro führt einen an, als größten ausübenden Arzt in Genua, einen andern, der die Stelle Die Gesammtzahl der von Ferdinand und Isabella aus Spanien vertriebenen Juden wird verschieden angegeben, von 160,000 bis 800,000 Seelen; eine Abweichung, die hinreichend den Mangel an zuverlässigen Angaben zeigt. Die meisten neueren Schriftsteller haben bei ihrer Vorliebe für auffallende Ergebnisse, die letztere Schatzung angenommen; und Llorente hat sie für einige wichtige Berechnungen in seiner Geschichte des Ketzergerichtes zu Grunde gelegt. Bei Berücksichtigung aller Umstände dürfen wir ohne großes Bedenken die mäßigere Schätzung als die richtige annehmen.") Dies wird noch überdies durch das klare Zeugniß des Pfarrers von Los Palacios außer allem Zweifel gefetzt. Er berichtet, daß ein jüdischer Rabbiner, einer von den Verbannten, nachher nach Spanien zurückgekehrt ist, wo er von ihm getauft ward. Dieser, den Bcrnaldez wegen seiner Einsicht lobt, schätzt die ganze Anzahl seiner ungetauften Landsleute in den Staaten Ferdinand's und Jsabella's, bei der Erlassung des Befehls, auf 36,000 Familien. Eine andere jüdische zuverlässige Quelle, die der Pfarrer anführt, rechnet 35,000. Wenn man nun die Schätzung von Bernaldez annimmt, und durchschnittlich auf eine Familie rechnet, so kömmt die Gefammtsumme von ungefähr 160,000 Seelen heraus. Es ist einiger Grund vorhanden, vorauseines Sternforschers und Zeitgeschichtschreibers unter König Emanuel von Portugal bekleidete. Viele von ihnen haben Werke in verschiedenen wissenschaftlichen Fächern geschrieben, die ins Spa- Nische und in andere europäische Sprachen übersetzt worden sind. Biblioteca espafiola, I, 359—372. 14) Aus einer merkwürdigen Urkunde in den Archives of Simancas, bestehend in einem den spanischen Herrschern von ihrem Oberrechnungssührer, Quintanilla. 1492 erstatteten Berichte, geht hervor, daß die Bevölkerung des Königreichs Castilien, ohne Granada, damals auf 1,500,000 vecinos oder Hausväter geschätzt ward.. (Siehe New. de la acad. de hist., apend. No. 12.) — Indem wir nun vier und ein halb auf eine Familie annehmen, würde die ganze Bevölkerung 6,750,000 betragen haben. Aus der Angabe Bernaldez's geht hervor, daß das Königreich Castilien fünf Sechstheile aller im spanischen Königreiche lebenden Juden enthielt. Dieses Verhältniß würde, wenn man die ganze Anzahl auf 800,000 annimmt, in runder Zahl 670,000 oder 10 Procent der ganzen Bevölkerung des Königreichs geben. Nun ist es aber offenbar unwahrscheinlich, daß ein so großer Theil des ganzen Volkes, der überdies durch Reichthum und Kenntniß ausgezeichnet war, hätte in politischer Hinsicht für so unbedeutend gehalten werden können, oder daß er sich so viele Jahre lang geduldig den höchst übermüthigen Beschimpfungen ohne Widerstand preisgegeben hätte, oder endlich, daß die spanische Regierung eine so kühne -Maßregel, wie die Verbannung einer so zahlreichen und mächtigen Menschenklaffe, gewagt haben würde, und dies noch überdies mit augenscheinlich so geringer Vorsicht, als etwa erfordcriich gewesen sein würde, einen Haufen räuberischer Zigeuner aus dem Lande zu jagen.

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