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Sabbath-Blatt · 1843-12-09 · 49 (9.12.1843) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
49 (9.12.1843)
Date
1843-12-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1843 Diese Zeitschr. erftbeint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P oft zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Preis für das halbeJahrist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt werili Herausgegeben von Dl . Hermann 'Sommerfeld, tsvaclitijcl)ciit Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der VIK. I. L. Saalschutz und I. Fürst. de, zahlen datär 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditio׳. nen des Inu. Auslan: des nehmen Bestellung gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Wajischlach, den 9. December. Der Kampf bis zur Morgenröthe ״Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm bis zur Morgenröthe." 1. V. Mos. 32, 28. Es war Nacht geworden. Kein Schlaf kam auf Jakob's Auge. Er war allein. Alles um ihn war still und lautlos. In selbiger Nacht kämpfte ein Mann mit ihm, bis die Morgenröthe anbrach. Ein göttliches Wesen rang mit dem Patriarchen, und konnte ihm nicht beikommen. Als Sieger ging Jakob hervor, ward gesegnet und Israel, Gottes - Sieger genannt. David spricht: .בערב ילין בכי ולבקר רנה ״Am Abend beginnt das Weinen, am Morgen leuchtet das Licht der Freude." Weinend begrüßt der Mensch die Welt, — dann ist es Abend, lächelnd scheidet er, dann ist es Morgen. Zwischen Abend und Morgen liegt die Nacht. In dieser Nacht des Lebens kämpft der Erdensohn mit dem Geschicke, kämpfet und ringet bis zur Morgenröthe. Jedem Sterblichen ist ein Kampf bereitet, und es kann Niemand rühmen, daß sein Auge nicht die Thräne kenne, und das Herz frei von Kummer sei. Wir tragen alle schwer an der Last des Lebens, und jede Stunde bringt 16 פ' ויעלה. Kislew, 5604. ihre Sorge mit. Eine Nacht nur währet der Kampf: wir nennen es ein Leben lang. Die Nacht dünkt uns so lange, weil der Kampf so heiß wird, und der Arm im Ringen ermatten will. Wohl müßten wir muthlos werden, wohl müßten wir fürchten zu erliegen — hätten wir den festen Glauben nicht, daß auf die Nacht die Morgenröthe, auf den Kampf die Ruhe folge. Die Nacht muß schwinden, der Kampf muß enden! Ewig aber leuchtet das Licht des ewigen Morgens, ewig ist der Friede Gottes. Nur die Erde kennt eine Nacht, und nur der Sterbliche kennt einen Kampf. Aber die Erde ist nicht unsere Heimath, und nicht dem Tode fallen wir anheim. Droben im himmlischen Reiche ist unsere Wohnung, und Unsterblichkeit ist unser Loos. Wo das Licht aber war von Ewigkeit, da giebt es keine Nacht; wo der Friede waltet in Ewigkeit, da giebt es keinen Kampf. Nur die Erde kennt die Knechtschaft, und nur der Sterbliche kennt den Schmerz. Auf den himmlischen Höhen aber ist Freiheit, und ewige Freude bei den Seligen des Himmels Darum wollen wir wohl kämpfen die Nacht des Lebens hindurch, wollen im Hoffen auf die Morgenröthe nicht müde werden und nicht ermatten, wollen uns bewahren rm Lebenskampfe, und nach Sieg und Krone streben. Unser Kampf hat einen Zweck und unser Ringen hat ein Ziel! Müssen wir auch gebeugt einhergehen unter der Bürde deS Lebens — einst werden wir freie Himmelsbürger; müssen wir auch weinen in der Nacht des Leidens — einst wird das Auge klar und heiter werden und sich ergötzen im Anschauen Gottes! Die Nacht muß schwinden — Morgen- 49

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