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Sabbath-Blatt · 1843-11-25 · 47 (25.11.1843) · p. Seite 186

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
47 (25.11.1843)
Date
1843-11-25
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 durchfrefsen werden. Statt deine Kinder zu erziehen, daß sie tüchtig werden für das Reich Gottes, sorgst du nur dafür׳, daß sie der Welt und den Anforderungen derselben genügen. Du läßt sie Sprachen und Wissenschaften mancher Art erlernen, doch ihr Herz bleibt kalt und leer und ihr Gemüth siMff, wie eine unzugängliche Klippe. — So bezeichnet auch die Schrift, den Efau als einen herzlosen MensiMn, schroff von Gemüth, ohne göttliche Wärme, ohne religiösen Sinn; sein Sinn ist nur der Gegenwart zugekehrt, nach zeitlichem Genuß, nach vergänglicher Freude hascht und trachtet er; er kennt kein höheres Verlangen, keinen höhern Lohn, keine Zukunft, kein ewiges Leben; cr kennt nur Götzen dieser Erde, denen ergiebt er sich, darum verachtet er das Recht der Erstgeburt. Waren wir nur der Erde Bürger, dann hatte Esau Recht, wenn er die Zukunft der augenblicklichen Freude geopfert; aber weil uns eine Aufgabe gegeben ist zu lösen, darum haben wir die Ueberzeugung auch, daß die Lösung zu einem Ziele führe, und eben weil der Dienst für uns auf Erden so schwer, und der Kampf so hart ist, darum muß das Ziel auch ein himmlisches sein und der Lohn so beglückend, daß er uns vielfach ersetzt, was wir um des Glaubens willen hier entbehrt, geduldet. Darum haben auch zu allen Zeiten Männer von glühendem Eifer für die Religion alle irdischen Vortheile aufgegeben und weltlichem Glücke entsagt; nur das Eine hielten sie fest in den Händen, Eins gaben sie nicht hin: das Recht der Erstgeburt. So wollen auch wir keinen Zoll abgeben von dem Gebiete unseres Rechtes. Au einem Reiche von Priestern sind wir berufen und unfern Dienst wollen wir verrichten. Wir wollen dahin wirken, daß der Name Gottes geheiligt werde unter allen Völkern und Nationen, daß der Glaube an ihn sich verbreite von einem Ende der Welt bis zum andern, daß er allein anerkannt werde, als der wahre gerechte Gott, der uns nach vollendeten Kämpfen, wenn wir treu in seinem Dienste gewesen, und das Recht der Erstgeburt gehütet und gepflegt haben, einst aufnimmt mit Liebe und Erbarmen. Amen. (S—f — b ) Zur Geschichte der Juden Ln Spanien. (Schluß.) Der römische Stuhl, der sich während dieser ganzen Zeit mit seiner gewöhnlichen Zweideutigkeit benahm, suchte sich ein vortheilhaftes Handelsgeschäft aus dem Verkaufe von Srraferlassungen an Solche zu machen, die in den Bann der Inquisition gerielhen, und reich genug waren, jene zu bezahlen, obgleich man sie später, nach dem Beispiele des casiilianischen Hofes, wieder zurück nahm. Unterdeß erhoben sich durch die Gehässigkeit, welche sich Torquemada durch seine schonungslose Strenge zuzvg, so viele Anklagen gegen ihn, daß er dreimal genöthigt war einen Geschäftsträger nach Rom zu schicken, um seine Sache bei dem Papste zu vertheidigen; bis endlich Alexander VI. im Jahre 1494, durch diese wiederholte Klagen bewogen ward, vier geistliche Gehülfen zu ernennen, die unter Vorschützung seiner Altersschwäche, die Last seines Amtes mit ihm theilen sollten. Diesem Menschen, der unter Denen, welche ihren Nebenmenschen nur Böses erzeigt haben, obenan zu stehen verdient, war es vergönnt, ein hohes Alter zu erreichen, und ruhig auf seinem Lager zu sterben. Doch lebte er in so fortwährender Besorgniß, ermordet zu werden, daß man von ihm sagt, er habe sich auf seiner Tafel beständig das Horn eines Einhorns gehalten, das die eingebildete Eigenschaft besaß, Gifte zu entdecken und unschädlich zu machen; während ihm zur sicherern Beschützung seiner Person, bei seinen Reisen durch das Königreich, eine Schirmwache von 50 Reitern und 200 Mann zu Fuß gestattet wurde. Der Eifer dieses Mannes war so übertriebener Art, daß man ihn fast Tollheit nennen möchte. Seine Geschichte kann zum Beweise dienen, daß von allen Schwachen, oder vielmehr Lastern, es keine giebt, die der Menschlichen Gesellschaft größeres Unheil bereitet, als Glaubenswuth. Der entgegengesetzte Grundsatz, der Gottesleugnung, welcher sich weigert, die höchst bedeutsame Weihe der Tugend anzuerkennen, bedingt nicht nothwendig bei seinen Jüngern den Mangel richtiger Moralbegriffe, das heißt, der Fähigkeit, Recht vom Unrecht zu unterscheiden. Aber Glaubenswuth wirkt auf alle bestehende Grundsätze der Moral so zerstörend, daß sie unter dem gefährlichen Satze: ״Zur Beförderung des Glaubens sind alle Mittel erlaubt" den Taffo mit Recht, obsclwn vielleicht absichtslos, von den Höllengeistern hergeleitet hat, nicht nur die empörendsten Verbrechen entschuldigt, sondern dieselben auch als heilige Pflicht empfiehlt. Je mehr solche Verbrechen nun dem natürlichen Gefühl oder der öffentlichen Meinung widerstreben, je größer ist das Verdienst, das aus dem Opfer, womit man sie begeht, erworben wird. So manches blutige Blatt der Geschichte bezeugt es, daß Glaubenswuth, mit Macht gewappnet, das schwerste Unglück ist, das ein Volk treffen kann. * * * Nach dieser trefflichen Darstellung Prcscott's über den Ursprung der Inquisition und nach dem Rückblicke auf die Juden in Spanien erlaube ich mir hier den andern Abschnitt herzusetzen, der die Vertreibung der Juden aus Spanien zum Gegenstände hat. In diesem Abschnitte schildert der Vers, mit historischer Treue die Aufregung gegen die Juden, den Befehl zur Vertreibung, die schauderhaften Leiden der

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