Mannheim
Compact Memory

Sabbath-Blatt · 1843-11-25 · 47 (25.11.1843) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
47 (25.11.1843)
Date
1843-11-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8620046-8635247-8637371--378-8620346
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbe Jahr ist LO Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von ör. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der L-W. I. L. Saalschutz und I. Fürst. 1843. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich alF festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expedition nen des Inu. Auslan: des nehmen Bestellun: gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Toledot, den 25. November. ״Esau verschmähte das Recht der Erstgeburt/ 1. Mos. 25, 34. Die Mischna sagt: ער שלא הוקם המשכן . . . עבודה ״ .בבכורותBevor das Heiligthum errichtet war, hatten die Erstgebornen die Verpflichtung, den Gottesdienst zu verrichten im Hause." *) — Wenn also Esau das Recht der Erstgebürt verschmähte, so verachtete er zugleich das Recht, in seinem Hause als Priester den Dienst zu übernehmen; es war ihm gleichgültig, daß er als Erstgeborner eines geistigen Vorzuges theilhaftig geworden. Und um wessentwillen verschmähte Esau sein ihm angebornes Recht? Die Schrift sagt: Um eines Linsengerichtes willen, wonach sein Herz gelüstete. Esau gehörte zu den Kindern dieser Welt, die ihren Theil nehmen in der Zeitlichkeit, die da sprechen: ״lastet uns wohl leben, dieweil es da ist", und so die Zukunft der Gegenwart opfern. Esau spricht: ״was nützt mir das Recht der Erstgeburt, ich muß ja doch sterben", und so, zweifelnd an die Ewigkeit, giebt er ein heiliges unvergängliches Gut aus den Händen, um dem Gelüste eines Augenblickes Genüge.zu leisten. Israelit! das Recht der Erstgeburt ist dem Unwürdigen genommen und dir gegeben, denn also spricht Gott: ״Israel ist mein erstgeborner Sohn." בני ככרי ישראל. — So er- 2 פ׳ הולדות. Kislew, 5604. kenne den Vorzug, dessen du gewürdigt worden, und verdiene dein Vorrecht. Wie der Erstgeborne die Pflicht hat, den Gottesdienst im Hause zu verrichten, so sollst du das Priesterwerk auf Erden vollenden, denn also heißt es: ואתם תהיו לי ממלכת כהגים ובו׳ קדוש ״Ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern, ein heilig Volk." Die Erkenntniß von Gott soll durch dich verbreitet, das Gebot der Liebe von dir geübt, und dadurch Licht und Glückseligkeit überall heimisch werden. Deine Aufgabe ist schwer, doch um destentwillen bist du dazu berufen, weil durch dich die Lösung bewirkt werden soll. Wie aber willst du deine Aufgabe würdig lösen, wenn du, wie Esau, gleichgültig bist gegen Alles, was Religion und Gesetz fordert? wie willst du für Licht, Wahrheit und Frieden sorgen, wenn dich nur sinnliche Lust, irdischer Genuß und weltlicher Vortheil leitet, wenn die Seele bei dir nur dienende Magd ist, und dein Körper ein gebietender Herr? Darin aber zeigt sich deine Gleichgültigkeit gegen die Religion, und wie wenig dir daran liege, ein Priester zu sein im Reiche des Herrn, weil dir das Gesetz eine Last ist, die du abschütteln möchtest von deinen Schultern. Darin zeigt sich deine Gleichgültigkeit gegen deinen Glauben, der nun schon seit Jahrtausenden allen Stürmen getrotzt hat, daß du dich fast schämest ein Israelit zu sein; daß du, um hier oder dort ein Linsengericht zu genießen, das Recht -der Erstgeburt verachtest. Statt dich deines Rechtes zu rühmen, und es geltend zu machen vor der Welt, sorgst du dafür, daß jede Spur des Religiösen im Hause verwischt werde, und statt daß dein Haus ein Heiligthum sein sollte, pflanzest du darin den Baum irdischer Eitelkeit, dessen Früchte früher oder später vom Wurme 47 *) Mischna, Sebachim, 14, 4.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.