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Sabbath-Blatt · 1843-10-16 · 41 (16.10.1843) · p. Seite 162

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
41 (16.10.1843)
Date
1843-10-16
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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162 von den Tobten die Aufgabe für dein Leben, daß du dein Herz zuwendest dem Bleibenden und nicht dem Vergänglichen, dem Bestehenden und nicht dem Flüchtigen. Suche dir Güter zu schaffen, die du mit hinüber nehmen kannst in's Jenseits, denn der Tod ist nicht das Ende deines Lebens. Bestelle das Feld deiner Seele, daß du reichliche Gaben mitnehmen kannst, denn der Tod führt dich zum Erntefeste, zum Schlußfeste, das am Throne Gottes gefeiert wird. Der Tod tödtet nur den Leib; aber der Geist kehret zu Gott zurück. 2. Der Geist kehret zu Gott zurück und ist unsterblich, gleichwie Gott ewig ist. So sagt die Schrift: כלה שארי ״ ולבבי צור לבבי חלקי אלהים לעולסEs vergehe mein Fleisch und Herz, meines Herzens Fels und mein Theil ist Gott ewiglich". So wie die Erde ihren Theil zurück erhält, so kehret auch der Theil, der von Gott genommen, zu Gott zurück, und wie stets das Gleiche nach dem Gleichen, das Verwandte nach dem Verwandten strebt, so verlangt unser irdischer Theil.nach der Erde, der Geist aber strebet nach der Höhe, wo seine Heimath ist. Solches Streben, solche Sehnsucht, zu Gott zurück zu kehren, fühlen wir auch im Leben, in denjenigen Stunden, wo uns die Ahnung einer Hähern Welt durchschauert. Doch so lange der Geist in den Feffeln eines Körpers schmachtet, kann diese Sehnsucht nicht gestillt werden; wenn aber der Engel des Todes seine Hand auf unser Herz legt, dann schwingt sich der Geist auf Flügeln der Sehnsucht zu Gott empor, besten Theil er ist, und frei und ungefesselt lebet und webet er bei Gott im Vereine mit allen den seligen Geistern, die uns vorangegangen! Diese Ueberzeugung, daß wir zur Unsterblichkeit berufen, die läßt uns getrost dem Tode ins blasse Antlitz schauen, nimmt von uns alle Schrecken und Grabesschauer. Wir fürchten ׳-,nicht den Todesboten, denn es ist der Engel des Friedens, der uns aus dem Lande des Dunkels, aus dem Thals des Jammers, in das Reich des Lichtes, auf die Höhe der Glückseligkeit führt. Dieser Glaube an Unsterblichkeit tröstet uns, wenn wir am Grabe unserer Eltern, Kinder, Geschwister und Verwandten weinen müssen. Dieser Glaube giebt uns die Kraft, den Verlust derjenigen zu ertragen, die wir so heiß und innig geliebt. Wenn die Hand des Vaters, die uns so oft gesegnet hat, im Grabe liegt und das Auge der Mutter, das-uns so oft freundlich entgegen geleuchtet, im Tode erloschen ist; wenn ein Todter aus unserm Hause getragen wird, dann will uns namenloser Schmerz ergreifen, ein unendlicher Gram das Herz durchwühlen, aber der Engel der Unsterblichkeit berührt uns sanft und spricht: Gerecht ist euer Schmerz und die Tobten, um die ihr weinet, verdienen eure Thränen; aber richtet euch auf und blicket empor! Nicht in die Gräber schauet hinab, denn dort ruhen eure Lieben nicht, dort lieget der Staub, der Vergängliche; aber der Geist, der waltet in jenen himmlischen Höhen, wohin auch ihr einst werdet berufen werden. Darum mögen eure Thränen sanfter fließen, denn ״eure Tobten leben," יחיו מתק״ und einst leuchtet euch dasselbe Auge entgegen, das hier im Tode brach, einst sinkt ihr wieder an. dasselbe Herz, worauf hier der Tod seine kalte Hand gelegt. Dann feiert ihr zusammen ein Schlußfest mit den Seligen des Himmels, und umgeben von Engelschaaren werdet ihr wandeln in dem Lichte des Herrn. Bis dahin aber, daß ihr vereinigt werdet mit den Lieben, die euch vorangegangen, bis dahin gedenket ihrer mit aller Innigkeit und Herzlichkeit, und vergesset nicht, was sie euch Gutes gethan, wie sie so manche Rosen auf euren Lebensweg gestreut, und euch auf den Weg der Tugend und der Frömmigkeit geführt haben. Gedenket der Verstorbenen an diesem Tage, und betet für sie, wie sie auch eurer gedenken und auch für euch beten am Throne Gottes, und auf euch hernieder leiten den Segen der zeitlichen und ewigen Glückseligkeit. Amen! (S—f—d.) Zur Erklärung -er Schrift. (Von S—z.) Erhebung des trockenen Landes. ״Gott sprach: Es sollen sich versammeln die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort, auf daß das Trokkene gesehen werde, und es ward also." 1. Buch Mos. 1, 9. Nach diesem Berichte der Schrift, war alles Land am Anfänge mit Wasser bedeckt. Eine vollständigere Beschreibung von diesem Lheile der Schöpfung giebt uns der Psalmist: Er gründete die Erd' an ihrer Stätte, Sie wanket nicht, immerdar. Mit Fluthen, als einem Kleide, decktest Du sie Auf den Bergen standen Wasser. Vor Deinem Schelten flohen sie, Vor Deiner Donnerstimme eilten sie hin. Es stiegen auf Berge, senkten sich Liefen, An dem Orte, den Du ihnen gründetest. Eine Grenze setztest Du, die sie nichr übertreten. Daß sie nicht nochmals die Erde bedecken. Ps. 104, 5 ff.

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