Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 40 (9.10.1843)
- Date
- 1843-10-09
- Page
- Seite 159 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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159 seiner jetzigen Form keiner der beiden herrschenden Religionsansi'chten an, indem er die Nichtbeachtung des Bündnisses und die Verschmähung der Taufe zugleich ausgesprochen hat, und so lauft er schon jetzt Gefahr die Strafrede des Propheten Elias an die Baalsdiener auf sich anwenden zu müssen: Wie lange noch werdet ihr unentschlossen hin und her Wanken?!— Mögen daher die Vernünftigen in Israel von diesem planlosen Herumtreiben, das dem schon zu weit um sich greifenden Indifferentismus immer noch mehr Vorschub leistet, das Heiligste des Menschen zum Spielballe macht, und die Religion zur Modepuppe herabwürdigt, sich nicht in die Irre führen lassen, und vielmehr zur Einsicht gelangen, welches Verderben diese jüdischen Protestanten durch ihre verkehrte Geistesrichtung dem Bekenntnisse bereiten wollen, für welches so viele unserer Brüder und Schwestern das unschuldige Haupt auf das Blutgerüst getragen haben, welchen Samen der Zwietracht und des Haders sie in Israels Gemeinden ausstreuen und wie sie Familienbande absichtlich lösen und trennen, und das Theuerste des Menschen, alle Freundschaft untergraben, und welcher Zukunft, welchen nachtheiligen Folgen sie in Beziehung auf spatere, eheliche Verbindungen entgegen zu sehen haben. Mögen die Vernünftigen Israels bedenken, was wohl einst wieder von der Nachkommenschast dieser Vereinsmänner hinsichtlich der Religions- Übungen zu erwarten sein dürfte, wenn schon jetzt ein Thariag des Vaters so viel heiligen Geist auf den Sohn ausgegossen hat. Mögen aber auch die Männer, die sich zu einem solchen Verbände vereinigt haben, eingestehen und der Wahrheit die Ehre geben, daß ohne Ceremonie keine Religion Bestand und Dauer hat, weil der Geist hier auf Erden nothwendig einer körperlichen Hülle bedarf, die ihn trägt, und beachtend die aus den Sprüchen der Vater entnommeuen Gedanken eines Maimonides, daß der auf keinen Theil an jener Welt Anspruch machen dürfe, welcher den Bund der Patriarchen zerstört, zurückkehren, so lange es noch Tag ist, ja wir bitten darum im Interesse des Glaubens und des Friedens, in den Schooß des ächten Iudenthums, um für dessen Fortschritt und Wohlfahrt etwas Großes zu leisten; damit wir nicht in die Verlegenheit gerathen, jene Satyren des Perifot Duran an den Abtrünnigen Bonnet Goren auch auf sie einst in Anwendung bringen zu müssen: אל תהי כאבותיך אשר היחד! להם למורשה תורתו של משה, שחשבו להשיג העולם הרוחני במה שחכללהו מהעיון והמעשה ענדוה עטרות טוב להם סחרה מכל סחורה ששו כעל כל הון על רמח מצותיה וכיו ואתה לא כן הנח לה פן תהיה לבוז כי תוליד בנים לא תכניסם בכריתו של אברהם ולא תחוש לנשגז לא תזכור את יום השבח והמועדות לקדשם וכו׳ פחח פיך ואכול חזיר ושפן וארנבת אכול לשבעה אח הכוס והשלך לכלכלך צויתי את העורבים : אבל מה תעשה ושלוחי המשיח כולם הזהירו עליה כל המאמינים וכן תמצא בספר הנקרא אפושטולורום ואמרו כל המחזיקים באמונת המשיח ׳על הנחירה ובכלל לא אראה דבר באחר מהם שהרסו דבר מחריג ושהתירוהו על זרעו של אברהם אשר קבלו על נפשם ועל זרעם תורתו של משה והם בעצמם לפי שהיו מזרע ההוא קיימו התורה מאד אחר מיתת המשיח ואחרי שטבלו בשמו: Den historischen Werth der Beschneidung übrigens, so wie die damit in Verbindung stehenden Verse in dem Pentateuch und den andern Schriften, so wie endlich das auf das Ceremonial-Wefen des Judenthums bezügliche Schreiben Mendelssohns an einen deutschen Erbprinzen, wird wahrscheinlich ein zweiter Artikel naher beleuchten. L. B. Lese-Zimmer. 33. Die früheren und gegenwärtigen Verhältnisse der Juden in den sämmtlichen Landesrheilen des Preußischen Staates; eine Darstellung und Revision der gesetzlichen Bestimmungen über ihre staats- und privatrechtlichen Zustände rc. (Schluß.) ״Der Staat hat es nicht geachtet, daß es der christlichen Moral nicht weniger widerstreitet, unsere Mitmenschen an der Ehre zu verkürzen, wie an Hab' und Gut, daß das Gebot, den Hülfsbedürftigen beizustehen, keinen Unterschied kennt zwischen physischer und moralischer Noth; daß es der Staat war, der durch jene lange Ungerechtigkeit die Juden entwürdigt hat; daß sie nur durch den vollen Genuß der Bürgerehre sich aus ihrer Erniedrigung wieder emporschwingen könne und es daher mit der Sittlichkeit nicht vereinbar, wenn der Staat einer Klasse seiner Mitglieder hierzu die Mittel entzieht. Es wagen noch Gesetzgebungen des christlichen Staates den Ausspruch: Macht Euch erst fähig, dem Staate eben so brauchbar zn sein, wie es die Andern sind, dann sollen Euch auch die Vortheile der Staatsgesellschaft gegeben werden; — beweiset Eure Kräfte, —׳ bis dahin bleibet Ihr gefesselt." ״Zur Beschönigung eines solchen, der innern Wahrheit wie der Gerechtigkeit beraubten, Satzes, wurde als Axiom hingestellt, daß das Abweichende der jüdischen religiösen Dogmen die Verschmelzung der Juden mit der europäischen bürgerlichen und Staats-Verfassung hindere und man berief sich dieserhalb auf Aussprüche, welche ausgewählt wurden aus den im Laufe eines Jahrtausends erschienenen Schriften ihrer Lehrer. Man gab somit den Glauben vor, daß Be- Hauptungen von Rabbinen, die vor tausend bis fünfzehnhundert Jahren gelehrt, mit der Anschauungsweise der gegenwärtigen Generation übereinstimmen, daß nur die Juden nicht in der Zeit leben und deren Geist nicht auch sie, selbst wider ihren Willen, mit fortnehme; erlaubte sich mithin eine Beweisführung gleichen Gehalts mit der, welche als Belege für christliche Dogmen die Schriften der Jesuiten in Beziehnng auf Heiligkeit des Eides, Königsmord, Treubruch gegen Ketzer, ausbeuten wollte. Man ging stillschweigeed über das, jenen Behauptungen gegenüber, entschiedene Faktum hin, daß eine in Veranlassung des französischen Staates konstituirte, anzuerkennende Autorität der jüdischen Kirche den Satz ausgesprechen, wie die jüdischen Religionslehren, in keiner der vom gedachten Staate aufgestellten und zur Beantwortung vorgelegten Bezie- Hungen den Juden verhindern, alle Pflichten