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Sabbath-Blatt · 1843-09-25 · 38 (25.9.1843) · p. Seite 151

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
38 (25.9.1843)
Date
1843-09-25
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
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151 fei nicht. Der Wilde wirft sich ja vor der unsichtbaren Gottheit nieder, wenn in des Waldes Dunkel der tobende Wasserfall ihm entgegenraufcht, oder der Donner um ihn hallet, oder sein Auge zu dem Sternenlicht des Himmels aufblickt. Der Heide ahnet ja vor seinen Götterbildern die Macht eines gegenwärtigen Gottes. Und wie solltet ihr, Israeliten, Söhne Gottes, Geweihete der Offenbarung! wie solltet ihr euch so weit von euerm Vater verirren, euch nicht ergriffen fühlen von dem jubelnden Wiederhall seines schafsenden Wortes, das durch die Welten tönt und leuchtet! Wie könntet ihr je euerm göttlichen Selbst so ganz untreu werden! Darum, wenn die Stimme des Schofars durch die Gemeinde Israels tönt, da wachet ihr auf aus eurer Vergeßlichkeit, da saget auch ihr euch: uns ist der Ruf nicht fremd, der Ruf, der allen Söhnen Israels gilt. Ihr erinnert euch bei diesem Schofarfchalle, des Gottes, des Schöpfers, der da sprach: Es werde! Ihr erinnert euch bei diesem Schofarfchalle, der Donner des Sinai, die seine Herrlichkeit der Welt, durch euer Volk, zuerst verkündigten. Ihr erinnert euch der Posaune, die dereinst die Schlummernden im Staube rufen wird, am Tage des Gerichts, vor den Thron des Allmächtigen. Und ihr kommet, euch leitet ein besserer Sinn, das göttliche Verlangen eures Herzens, ihr kommet auch einmal zum Dienste des Herrn. Ob dies schon ein Dienst der Wahrheit und des lautern Herzens sei, das wollen wir am hohen Tage der Versöhnung uns fragen. Aber in jedem Falle seid gegrüßet vor dem Herrn, seid gesegnet bei euerm Eintritt in seine Hallen! Ihr seid, ihr bleibet Israeliten, in euerm Herzen flimmert noch ein Funke von dem göttlichen Feuer des Sinai, in eurer Brust lebt noch ein Wiederhall von dem heiligen Friedensgruße eures Gottes. So möge euer Eingang in sein Heiligthum und euer Ausgang gesegnet sein! Möget ihr wahren Trost des Herzens, wahre Bürgschaft eures Glükkes, wahre Erhebung, wahre Heiligung mit euch nehmen, usd möget ihr mit uns und wir mit euch den Frieden Gottes theilen. Amen. S—z. Feit׳ Wilder. Der Frankfurter Reform-Verein, beurtheilt von einem Hannoverschen Rabbiner. (Forts.) So erfreulich und erhebend aber eine solche auf den Dogmen des Mosaismus beruhende Reformation für einen Juden sein mußte, der es mit dem Worte Gottes aufrichtig meint, und dessen Herz noch für den Glauben der Väter schlägt, für den Taufende unserer Vorfahren Habe und Leben opferten; so betrübend, so schmerzlich verwundend tritt uns auf der andern Seite jetzt eine fremdartige Erscheinung im Judenthum, oder bester, außerhalb des Iudenthums entgegen. Männer, die ihre Geisteskraft gelehrten Fachern widmeten, und demnach für die Aufrechthaltung, Erhrbung und Veredlung der mit der Muttermilch eingesogenen Glaubenslehre Sorge tragen sollten und müßten, haben, nach autenthifchen Mittheilungen, einen Verein konstimirt, dessen Tendenz das Entgegengesetzte beabsichtigt, und der sich nichts Geringeres zum Ziele gesteckt, als eine völlige Negation, die Nichtanerkennung aller posttiven Bestimmungen des Mosaismus und in Folge davon eine Geringschätzung und Verwerfung des Bundes, den die Schrift an der Spitze aller Zeugnisse und aller gottesdienstlichen Vorschriften für den Patriarchen und dessen Nachkommen eine Stelle angewiesen hat. — Fortschreiten ist aber ja nichts Anderes, als ein stusenweises Verbessern; liegt es nun wohl in der Möglichkeit eines solchen Vereines, irgend eine Verbesserung zu bezwecken? — Verursacht und bewirkt ein solches grundloses, blos auf die herrschende Neigung zur Bequemlichkeit und UngebundenheiL aufgebautes Vorhaben der Unternehmer in seinen Folgen etwas Anderes, als die förmliche Auflösung, den Umsturz, die Zerrüttung aller Grundsätze, aller Maximen, aller Pcincipien des Zechten Iudenthums? •— Nennen wir etwa das ein Befördern des Fortschrittes auf dem Felde wissenschaftlicher Spekulation, wenn die anziehendste und gediegenste Seite der Wissenschaft aus Gleichgültigkeit nicht beachtet, ihrer Tiefe und Gründlichkeit aus reiner Vernachlässigung keine Anerkennung gezollt und ihre Grundregel und Grundsätze dem Hohne preisgegeben, dem Spotte ausgesetzt wird? (Schluß folgt.)' Kult-, Schul׳ u. FuständeWericht. (Schluß.) (Frankreich.) Das Konsistorium von Paris halbestimmt, daß bei der Beschneidung die מציצה von jetzt an nicht mehr stattsinden soll. lEngland.) Unter den Juden in London findet der Frankfurter Verein großen Anklang. Um dem Fortschreiten dieses Vereines Einhalt zu thun, ist Sir Isaak Goldsmith nach Wien gereist. Er hofft von der österr. Regierung ein Privilegium für das alte Judenthum zu erhalten. (Italien.) Ein jüd. Arzt, Dr. Taussig, hat sich durch die Wiederherstellung eines schwer erkrankten franzö-

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