Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 35 (2.9.1843)
- Date
- 1843-09-02
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Der Karaismus hingegen, der jeder gegebenen und möglichen Erläuterung des geschriebenen Gesetzes sich entziehet, muß natürlich der Starrheit des Buchstabens anheimfallen. 8—z. <Aur Erläuterung der Schrift. Bergbau. "ארץ אשר אבניה ברזל ומהרריה חחצב נחשה. Ein Land, dessen Steine Eisen sind, und aus deffen Gebirgen du hauest Erz." Also wird im zweiten Buch Mosis Kap. 8, V. 9 das Land Palästina beschrieben. Die Steine sind Eisen heißt ohne jeden Zweifel so viel als: die Steine sind eisenhaltig, man findet in den Gebirgen .Eisenerze. Aehnliche Ausdrücke sind bei Hiob: ״ ברזל מעפר יקהEisen gewinnt man aus Staub", ״ ואב; יצוק נחושהund den Stein gießt man um in Erz", ״ מקוב מפיר אבניהFundort des Saphirs sind ihre (der Erde) Steine", Hiob 28, 2. 6 s. unten. Fragt man nun an welches Gebirge man bei der obigen Stelle denken könne, so ist es das durch die östlich vom Jordan sich erhebende Landschaft Gilead und Basan hinstreichende Gebirge. Hier findet sich namentlich viel Basalt, ein bekanntlich eisenhaltiger Stein, welcher bei den Griechen und Römern Basanit (BasanHes) genannt wird. Da der Ursprung des Wortes Basanit nicht bekannt ist, so könnte man hier vielleicht an eine Ableitung dieses Namens von Basan denken, der dann etwa zuerst von den Phöniciern diesem Gestein beigelegt und verbreitet worden wäre. Bemerkenswerth ist, daß eben gerade in diesen Gegenden ein entsprechender Menschen-Name vockommt, nämlich Barsilai aus Gilead (ברזלי הנלערי), da Barsilai: ״der Eiserne" heißt. Daß die Israeliten diese Bergwerke selbst angebauet haben, wird zwar in der Bibel nirgends ausdrücklich erzählt, aber es läßt sich wohl voraussetzen. Nicht allein legt die Schrift auf die Bearbeitung der Metalle schon dadurch einen hohen Werth, daß sie deren Erfindung durch Tubal-Kajin 1 Mos. 4, 22 besonders anmerkc, sondern wir finden auch, daß die Israeliten mit allen Theilen der Metallbearbeitung sehr wohl bekannt waren, namentlich auch mit der Sonderung der Schlacken (מיניה) zur Gewinnung des reinen Me: talles, daher die Propheten, in ihren Reden an das Volk, sich sehr häufig der Bilder bedienen, welche von der Bearbeitung und Läuterung der Metalle hergenommen sind. Sie vergleichen die Versündigungen der Menschen den ״Schlakkm," welche in dem ״hohen Feuerofen" göttlicher Strafgerichte, von dem reinen Metalle einer Gott erkennenden Gesinnung abgesondert werden. Wenn nun die Israeliten die Läuterung der Erze sehr wohl kannten und es zugleich wußten, daß sie in ihrem Lande selbst namentlich Eisen besaßen, ein für die Werkzeuge des Ackerbaues so wichtiges und so sehr gebrauchtes Material, fo ist es kaum glaublich, daß sie diese Schätze hier unbenutzt liegen ließen, um sie erst an: derswo herzuholen. Es stimmt dies nicht zu der erstaunenswerthen Betriebsamkeit, welche sie beim Acker-, Wein- und OAbau entwickelten, wo sie bei der Anpflanzung selbst auf hohen, nackten Felsen, die erst mit Erde bedeckt werden mußten, keine Mühe scheueten. Uebrigens kannten sie, durch die vielen, mitunter Ungeheuern Höhlen Palästinas, und die sich namentlich auch in der Landschaft Gilead und Basan finden, das innere Gefüge der Erde, auch waren sie in Erde und Stein-Arbeiten wohl erfahren, wie die großen Felsenkammern zeigen, die, zur Aufnahme der Leichen, in den harten Berg, rings um Jerusalem, mit Kunst und gewaltigec Arbeit, eingehauen sind. Eine wirkliche Beschreibung der Bergwerksarbeiten sindet man bei Hiob Kap. 28 (vergl. Sabbathbl. Nr. 4). Eine nähere Erläuterung der eben so merkwürdigen, als in einzelnen Ausdrücken schwierigen Stelle möchte unfern Lesern wohl nicht unangenehm sein. Sie lautet: Wohl giebt's für Silber einen Fundort Und eine Stätte für das Gold, wo sie es läutern, Eisen, aus dem Staub wird es gewonnen Und Steine gießt er (der Mensch) um in Kupfer. Ein Ende machte er der Nacht Und jedem Endzweck forscht er nach, (Trotz) Stein und Finsterniß und Todesschatten! Bricht vor der Wasserguß daher, wo er sich sammelte — Sie, denen ihre Füße weggerissen werden, Sie sind machtlos, Weg von Menschen, fahren sie dahin. — Die Erde, aus ihr kommt Speist hervor, Doch unter ihr, da ist's wie Feuer gewandelt. Des Saphirs Fundort ihr Gestein,' Und Goldesstaub für ihn (den Menschen). Den Pfad, ihn kennet nicht der Aar, Nicht erspähete ihn das Auge des Falken, Es betrat ihn nicht das stolze Wild, Nicht ging einher auf ihm der Leu! An den Kiesel legt er seine Hand (der Mensch), - Kehrt um, von Grund aus, Berge; Durch Felsen bricht er Strömen Bahn, Und jedes theure Gut erschaute sein Auge; An der Quellen - Lhräne hemmet er die Flüsse Und das Verborg'ne ziehet er ans Licht. Wir haben die Stelle, bei deren Auffassung wir von den Erklärern in manchen Stücken abweichen, so wörtlich als möglich übersetzt. Im Eingänge nennt der Dichter die vier für den Menschen wichtigsten Metalle: Silber, Gold, Eisen und Kupfer. Sie werden gewonnen, ungeachtet aller Schwierigkeilen und Gefahren, die sich dem Menschen hierbei entgegenstellen, es sind folgende: ״Stein, Nacht und Todes schatten" (אכן אפל וצלמוה). Andere haben ״Stein" mit dem Folgenden in Zusammenhang gebracht und über: setzt: ״das Gestein von Dunkel und von Düster" (Ewald), aber die drei Worte sind wohl jedes einzeln zu nehmen, sie