Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 35 (2.9.1843)
- Date
- 1843-09-02
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
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140 sind ein Ausruf, bei dem erschreckenden Bilde, das',sich dem Dichter darstellt. Eine ganz ähnliche Redeweise findet man 5 Mos. 8, 15: ״Der dich geführet hat in der großen, fucchldacen Wüste — Schlangen, gifi'ge Thiere und Skorpionen und Dürre, da kein Wasser ist!" Das Erste, was der Mensch, bei der Gewinnung der Metalle zu überwinden hat, ist der Stein (אבן), die harte Masse des Berges, die er durchbrechen muß, bevor er an die Eczader kommt, wie dies auch im Folgenden (23. 9) angedeutet wird: ״ בחלמיש שלח ירו הפך משרש הריםan den Kiesel legt er seine Hand, kehre um, von Grund aus, Berg." — Das Zweite ist die Finsterniß (אפל), die im Innern des Bergwerkes herrschet. Der Bergmann führt zwar seine Lampe mit sich, aber wie unzureichend ist diese Beleuchtung! wie gefährlich ist es, an einem so abgeschiedenen, unwegsamen, von keinem Strahl erhellten Orte, auf das spar: liche, künstliche Licht angewiesen zu sein! Wenn dies nun erlischt, wie soll der Bergmann sich retten 'i Der Mensch hat also wohl der zweiten Schwierigkeit getrotzt, wie auch der Dichter andeutet: ״ קק שם לחשךein Ende machte ec der Nacht," er hat ihrer Herrschaft ein Ziel gesetzt וכל יקר־ ״ ראתה עינוund jedes theuce Gut erschauete sein Auge, er ist dahin sehend vorgedrungen, wo die Nacl)t im ewigen Geheimniß zu thronen schien. Aber dennoch welche Gefahren drohen ihm hier! dies ist das Dritte: צלמות Todesschatten! abgeschiedene schweigende Finsterniß, fern von jedem tröstendem-Löbenstone, verlassen wie im Grabe! Dies ist der Sinn dieses Ausdrucks, den auch der Palmist gebraucht, um die Gefahren einer düstern Abgeschiedenheit zu bezeichnen: ״Wandelte ich auch (בגיא צלמות) im Thale der Todesschatten, ich fürchte kein Uebel, denn du (Gott) bist mit mir." Hiob beschreibt nun einen der hier drohenden Tode näher. Zu den wichtigsten Vorsichtsmaaßce^eln beim Bergbau gehört die Beherrschung und gehörige Ableitung des sich ansammelnden Wassers, was auch in dem fernern Verlaufe unserer Stelle noch namhaft gemacht wird. Gelingt dies aber nicht recht, sammelt sich in irgend einer verborgenen Höhlung des Bergwerkes Wasser an, so durchbricht es oft, vermöge des Seiten- oder Bodendruckes, den es ausübt, mit donnerahnlichem Geräusch, das Erdreich und bahnt sich gewaltsam einen Abfluß. Wehe den Bergleuten, die von diesem jähen Wasserstrom überrascht werden. Sie vermögen sich auf ihrem Standpunkte nicht zu halten, sie schwanken, fortgerissen, hin in der Finsterniß und sind verloren. Dieses ist, nach unserer Meinung, der Sinn der schwierigen und so verschieden erklärten Worte Vers 4: ״ פוץbricht vor" 1) ״ נהלder Wasserguß" 2), ״ מעם נרdaher, wo er sich sam- 1) Vergl. 2 פוץ מים Sam. 5, 20. 2) Nachal heißt ursprünglich ein Lhal, durch welches ein Bach fließt, dann aber bedeutet es jeden, und namentlich auch gefahrbringenden Wassererguß, wie z. B. Ps. 124,4.5.נהלה עבר על נפשנו ״ein Wasserstrom wäre über uns hingegangen, ja, sie strömten über uns hin, die stolzen Gewässer." melle" b), ״ הנשכחים מני רגלsie, denen ihre Füße weggerissen werden," wörtlich: die von ihrem Fuß vergessen ^) werden, denen ihre Füße, ihr fester Standpunkt, vom Wasser unterspült, schwanken und gleichsam treulos werden, daß sie sie nicht mehr unterstützen und aufrecht halten, — sie also, denen ihre Füße von dem hervorbrechenden Wasser plötzlich gleichsam entführt werden — ״ דלוsie sind machtlos," sie haben keine Macht und kein Mittel sich zu retten, preisgegeben dem sie ergreifenden Verderben — מאנוש ,,weg von Menschen" dahin, wo Menschen ihnen nicht folgen, sie nicht mehr sehen, nicht retten können, ״ נעוfahren sie hin" sie schwanken, von dem Wasserstrom ergriffen, hilflos hin und sind verloren, eine Beute der finstern Gewalten im Bergwerk, der Todesnacht (צלמות). Es ist natürlich, daß die Menschen alles Mögliche werden gethan haben, um sich vor diesen Gefahren zu schützen. Dies ist, wie schon bemerkt, die Ableitung der Gcubenwasser. Auch diese. Werke daher macht Hiob namhaft: בצורות יארים בקע , durch Felsen' bricht er Strömen Bahn," מבכי נהרות ״ הבשvon der (Quellen-) Thräne an hemmet er die Flüsse," dahin, wo die Quelle, in ihren ersten (Thcänen-) Tropfen, gleichsam aus der Erde hervorweint, bis dahin dringt der Mensch mit seinen schützenden Arbeiten vor, da verstopft er ihren Abfluß, um dem sich bildenden Strom einen gefahrlosen Lauf anzuweisen. 8 — z. 3) Für: גור .מעם אשר גר שם heißt: sich sammeln; aber auch die Bedeutung: einstweilen, als Fremdling, sich irgendwo aufhalten, würde passen, da es auch im Wesen dieses Gewässers liegt, an dem bisherigen Ansammlungsorte nicht heimisch zu bleiben. 4) Derselbe Ausdruck: ״v er g e sse n (שכח)" von einem menschsichen Gliede, das seinen Dienst versagt, kommt auch Ps. 137, 5 vor: אם אשכחך ירושלם תשכח ימיני, wenn ich dein vergesse, Jerusalem! so vergesse meine Rechte (mich, oder mir zu dienen)! Es ist auffallend, daß, so viel ich weiß, keiner der Erklarer an diese Parallelstelle und an die, wie es mir scheint, natürlichste Auffassung der obigen Stelle gedacht hat. Anzeige. Wohlfeilste israelitische Schulbücher. Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: AKTAIiIOHT I, Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Preis gebunden nur 5 Sgr., roh 4 Sgr. NB. Ist nur in größeren Partien roh zu haben, sonst stets gebunden. ABTAIAOHT II. Ein Lesebuch für die israelitische Jugend, zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Vor dem Druck geprüft und zum Gebrauch für die Jugend empfohlen vom Rabbiner Dav. Deutsch, Ober - Land - Rabbiner Hirsch, Dr. Lu d w. Philippson und Dr I. M. Jost. Preis gebunden nur 12z Sgr., roh 10 Sgr. Verlag von F. E. C. Leuckart in Breslau. Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.