Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 34 (26.8.1843)
- Date
- 1843-08-26
- Page
- Seite 135 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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135 würden wir auch da, wo uns das einzelne Gebot Gottes undeutlich ist, doch das Vertrauen haben, daß auch dieses zu unserm Besten führe, dann würde Alles, was Gott uns darbietet, uns werth und erfreulich sein, jedes Gesetz und jedes Fest, jede Entbehrung und jedes Opfer. Dann würde vor Allem in Erfüllung gehen, was wir in der Hastara des zwiefach festlichen Tages lesen: והיה מרי חרש בחדשו ״ ומרי שבת בשבתו יבוא כל בשר להשתחוח לפני אמר י׳ייan jedwedem Neumond und an jedwedem Sabbat wird dann alles Fleisch kommen, um sich vor mir zu beugen, spricht der Ewige." Amen. 8 — z. Neuerfundene Lichtbilder. (Fortsetzung und Schluß.) Es ist dies Letzte das Ergebniß der scharfsinnigen Untersuchungen des Herrn Professor Moser in Königsberg*), eines Israeliten der Geburt nach, und wir ergreifen gern die Gelegenheit, die Leser dieser, der Volksbildung gewidmeten, Blätter mit den neugefundenen Thatsachen bekannt zu machen. Zuerst noch ein Wort über die mannigfachen Fundorte des Lichts. Die Gestirne sind bekanntlich nicht die einzigen leuchtenden Erscheinungen. Ein Trost der nördlichen Lander sind die häufigen Nordlichter, welche die dortigen langen Nachte erhellen. Die Elektricität leuchtet, wie man bei den Funken sehen kann, die durch die Elektrisirmaschine (oder auch wenn man z. B. nur Zucker im Dunkeln zerschlagt) erzeugt werden, oder, im größesten Maaßstabe, bei den Blitzen, die gleichfalls durch elektrische Entzündung entstehen und fast Tageshelle durch die Nacht verbreiten. Es giebt Thiere, welche leuchten, z. B die bekannten Johanniswürmer, Holz, welches in Fäulniß übergegangen ist, das Wasser des Meeres zu manchen Zeiten, leuchtet. Kiesel und Stahl, wenn sie an einander geschlagen werden, geben leuchtende Funken. Körper, die verbrannt, oder nur glühend gemacht werden (wie z. B. die Metalle) geben zugleich Licht, mit dessen verschiedenen Arten wir unsere Wohnungen in der Nacht erhellen. Dem Schmied leuchtet zugleich das glühende Eisen, das ec bearbeitet. Es giebt also gar viele Arten des Lichts, das Gott mit seinem ersten Schöpferwort erzeugte, und es gab in der Hand Gottes gar vielfache Mittel, die ersten Tage zu erhellen, denn selbst die Sonne ist ja bekanntlich an und für sich ein dunkler Körper, den aber ein leuchtender Stoss, gleichsam wie ein Lichtgewölk umgiebt, so daß auch an der Sonne selbst das Licht eine besondere selbstständige Schöpsung ist. *) Heber das Licht von Ludwig Moser. Wortrag, grhalten in der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg, den 7. April 1843. Auch da, wo wir es nicht wahrnehmen, kann es Licht geben, das ein schärferes Auge als das unsrige bemerken würde. Es giebt Thiere, welche da noch sehr gut sehen, wo es für unser Auge zu dunkel ist. Wenn wir aus einem Hellen Raume in einen unecleuchteten treten, dann ist Anfangs finstere Nacht um uns. Aber allmälig, wie unser Auge sich gewöhnt hat, wird es lichter, oft licht genug, um die Gegenstände rings umher wohl zu erkennen. Es gab also da in der That noch Licht, wo wir es Anfangs nicht ahneten. Und so liegt auch die Möglichkeit nicht fern, daß es einen Grad von Licht geben kann, den wir mit dem Auge wahrzunehmen nie im Stande sind. In der That ist es Herrn Moser gelungen, durch Versuche im finstern Raume darzuthun, daß jeder Gegenstand sein eigenes Licht hat, und Lichtstrahlen aussendet, die freilich unserm Auge unsichtbar bleiben. Würde das Licht nur dadurch nützen und nur dadurch bemerkt werden können, daß wir vermittelst desselben sehen, so waren diese neuesten Entdeckungen theils für uns ohne Werth, theils waren sie unmöglich gewesen. Aber wenn irgendwo Licht war, es kann durch andere Mittel, als durch unser Auge bemerkt werden, und es kann uns auch da noch sehr nützen, wo wir es nicht unmittelbar brauchen, um bei demselben zu sehen. Schon lange weiß man, daß das Licht z. B. sehr wirksam ist, zum Gedeihen der Pflanzen, daß sie sich am Fenster nach dem Lichte wenden, also ihre Natur nach demselben verlangt, daß sie im dunkeln Raume farblos bleiben und schlecht gedeihen. Wie der Thau auf die Pflanzen komme, darüber haben die Gelehrten mancherlei Meinungen aufgestellt, und man wußte es noch immer nicht ganz sicher, so wie uns so Vieles in der Natur, obwohl wir es täglich sehen, dunkel und rathselhast ist. Herr Moser weiset es nach, daß das Licht auf die Entstehung des Thaues bei den Pflanzen wirke, und also auch hierdurch zu ihrem Wachsthume beitrage. Aber ein ganz neuer Wirkungskreis ist für das Licht in letzter Zeit durch den Scharfsinn eines franzöfischen Gelehrten gewonnen worden, wodurch für die Kunst und die Wissenschaft noch die außerordentlichsten Erfolge zu erwarten sind. Wir müssen auf diese Entdeckung zurückgehen, um unfern Lesern dann auch die Versuche des Herrn Moser schildern zu können. Gewiß Jeder hat schon ein Daguerrotyp gesehen, oder doch von der Erfindung des Franzosen Daguerre, von seinen Lichtbildern, gehört. Er hat es nachgewiesen, daß eine Tafel, welche mit einem dazu geeigneten Stoffe (Jodsilber) überzogen ist, von jedem von der Sonne beschienenen Körper ein deutliches Bild in sich aufnimmt. Wie der Spiegel uns die Gegenstände abbildet, welche sich ihm gegenüber befinden, so spiegelt sich auf jenen Daguerre'schen Platten Alles, was vor ihnen erscheint, deutlich ab, mit dem Unterschiede zwar, daß die Farben wegfallen und daß das Bild also nur wie ein Kupferstich (oder etwa wie die Geqenstände auf schwarzem Spiegelglase) erscheint, aber dafür bleibt auch das Bild, und es vergehet nicht, wie im Spiegel. Es ist aber auch nicht gleich auf der Platte sichtbar, sondern wird dies erst, wenn man Ouecksilber ver-