Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 33 (19.8.1843)
- Date
- 1843-08-19
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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131 kann ich nicht zu Schanden werden, nahe ist der mich rechtfertiget, wer wollte mit mir streiten, der Ewige hilft mir, wer wollte mich schuldig sprechen! Amen. 8 — z. Neuerfundene Lichtbilder. ויאמר אלחים יהי אור ויהי אזר ״Es sprach Gott: es werde Licht! da ward Licht." Man hat sich häufig darüber verwundert, daß in der Schrift die Schöpfung des Lichtes von der Schöpfung der leuchtenden Körper getrennt wird. Die Erzählung des erstem bezeichnet den ersten Tag; von den leuchtenden Körpern, Sonne, Mond und Sternen, wird erst beim vierten Tage (M. 14.) gesprochen. Es ist bekannt, daß, nach der Bemerkung der Rabbinen, auch diese Weltkörper bereits im Anfänge geschaffen waren (denn ״ im Anfänge schuf Gott den Himmel sd. i. Alles, was an demselben sichtbar n>ict>] und die Erde"), aber erst am vierten Tage in das gehörige Verhältniß traten, welches sie in dem System der Weltord: nung einnehmen sollten- Auf die Frage nun, wie in den ersten drei Tagen der Wechsel von Tag und Nacht Statt finden konnte, haben die Gelehrten besonders Zweierlei geantwortet. Einige behaupteten, daß der Sonnenkörper, welcher schon im Anfänge geschaffen war, auch die erstenHrei Tage beleuchtete. So lange aber noch Waffer den ganzen Erdkörper umgab, war er so in Nebel ringehüllt, daß die Sonne nicht sichtbar hervortreten konnte. Es gab also noch keine Hellen Tage, in welchen die Sonne als wirkliche Leuchte am Himmel glanzte. Noch viel weniger konnten Mond und Sterne mit ihrem Lichte durch den Nebel wirken, um die Nachte zu erhellen. Erst beim vierten Tage also, nachdem sich trocknes Land gebildet und die hiebei wirkende Warme auch den Nebel zerstreut hatte, der Himmel also klar und die an demselben leuchtenden Körper sichtbar wurden — erst da faßt die Schrift das ganze System der himmlischen Lichter, Sonne, Mond und Sterne zusammen, indem sie (ohne ihre sonstige Bestimmung im Weltall zu bezeichnen) von ihrer Wirksamkeit auf die Erde spricht; sie sollen als sichtbare Lichter, durch deren Beobachtung die Zeiten unterschieden und gemessen werden können, am Tage und in den Nachten leuchten, was früher, wegen des dichten Nebels, die Sonne nur halb, Mond und Sterne aber gar nicht konnten. Dies wäre die eine Ansicht. Die andere ist ungefähr folgende. Die Schöpfung der verschiedenen Weltkörper nach ihrem Stoffe und die Einsetzung derselben in ihr gegenseitiges Verhältniß, die Einrichtung ihrer Bewegungen um einander (z. B. der Erde um die Sonne, des Mondes um die Erde) sind zweierlei ganz verschiedene Wirksamkeiten des Schöpfers. Ließ er, wie wir bei der Erde sehen, Alles nach einander in einer gewissen natürlichen Ordnung sich entfalten, so war auch die Bewegung der Weltkörper um einander wohl nicht sogleich mit dem ersten Tage da, an welchem sie, ihrer Materie nach, geschaffen wurden. Erst allmahlig, wie die wüste Masse, das תהו ובהו, jedes Einzelnen sich in sich selber ordnete, trat auch jeder dieser ungeheuer» Körper gegen die übrigen in seinen gehörigen Schwerpunkt, und der Schöpfer gab ihnen gleichsam den ersten Stoß, nach welchem sie sich in ihre leuchtenden Bahnen stürzten, in denen sie seitdem, bewundernswürdig, ein göttliches Räthsel, unaufgehalten, in gleichmäßiger, fliegender Eile beharren. So ordnete sich auch das besondere Verhältniß der Himmelskörper zur Erde, daß sie ihr zu sichtbaren ״Zeichen wurden für Zeiten (Monate) Tage und Jahre" (M. 14.). Denn kein von Menschen erfundener, noch so genauer Zeitmesser würde, wie schon ein älterer Schriftsteller (Michaelis) bemerkt, uns zu einer richti-ien Scheidung und Berechnung der Zeiten in den Stand setzen, wenn uns nicht der Anblick und die Beobachtung der, aus so vielen Theilen, so wunderbar zusammengesetzten, großen Sonnen-Uhr des Himmels möglich gemacht wäre. Fragt man nun, wie auf der Erde, ohne daß ihr Verhaltniß zur Sonne noch gehörig eingerichtet war, die ersten drei Tage und Nachte abwechseln konnten, so giebt man darauf die Antwort, daß das Licht als eine eigene Materie und ohne noch gleichsam an die Sonne geknüpft zu sein, in den ersten Tagen wirken konnte, und daß, wenn Gott es (vielleicht für das Gedeihen der Pflanzen) für nöthig fand, daß schon damals Tage und Nächte mit einander abwechfelten, er in seiner Allmacht wohl Mittel hatte, das geschaffene Licht abwechselnd zu bergen und wirken zu lassen. Dies sind zwei Meinungen, welche beide sich zum Theil auf die oben angeführte der israelitischen Weisen stützen können. Wir haben indeß hier nicht die Absicht, auf die möglichen Erklärungen des ersten und des vierten Tagewerkes einzugehen und zwischen ihnen zu entscheiden. Nur das Eine wollen wir hier festhalten und unfern Lesern bemerklich machen. Die biblische Schöpfungsgeschichte erwähnt beim vierten Tage der leuchtenden Himmelskörper, und erinnert an das verschiedene Licht, das von Sonne, Mond und Sterne ausgehet. Beim ersten Tage aber wird, ohne jener Körper zu gedenken, von denen das Licht ausgehet, nur dieses allein genannt und seine Schöpfung besonders bezeichnet. Die Erzählung betrachtet also in der That das Licht als etwas Selbstständiges, ohne seine Erscheinung mit der jener Himmelskörper in Eins zusammen zu werfen, die uns gewöhnlich als die Quellen des Lichtes gelten. Sie sagt zwar: Gott nannte das Licht Tag, weil allerdings das Licht, in seiner vollkommnen Helle, den Tag bildet, aber offenbar wollen doch die Worte,: ״Gott sprach: es werde Licht und es ward Licht" nicht nur sagen: Gott schuf das Tageslicht, oder das Sonnenlicht, da beim vierten Tage noch anderer Arten des Lichtes gedacht wird,, wie gewiß auch beim Aufgange der glänzenden Mondeshelle nach düsterer Nacht, das Wort: ״Gott sprach es werde Licht, und es ward Licht," dem unsichern, ängstlichen Wandrer lebendig vor die Seele tritt. Gleichviel also, ob ursprünglich das Licht mit jenen