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Sabbath-Blatt · 1843-08-12 · 32 (12.8.1843) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
32 (12.8.1843)
Date
1843-08-12
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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127 pochte, er glaubte ihnen nicht. Sie berichteten ihm Alles, was Josef zu ihnen gesprochen, er sah die Wagen, die Josef gesandt hatte, ihn hinzuführen. Da ward der Geist ihres Vaters neu belebt, Israel sprach! Es ist zu viel! Josef mein Sohn, lebt noch! ich will hin und ihn sehen, bevor ich sterbe! Er brachte Gott Opfer dar und zog nach Egypten. Josef fuhr in seinem Wagen ihm entgegen, und da er ihn nun vor sich hatte, so fiel er ihm um den Hals und weinte lange an seinem Halse. Israel sprach zu Josef: Jetzt sterbe ich gern, nachdem ich dein Angesicht gesehen, daß du noch lebest! Wer kann die schönen, ergreifenden Worte Josefs, der im Glück und Unglück seine Hochherzigkeit und seinen Edelmuth nicht verläugnet und sich eine edle Kindlichkeit bewahrt hat, so wie die ganze, meisterhaft gehaltene Erzählung, ohne die tiefste Rührung lesen! Abigajil. David mußte vor Saul in die Wüsteneien und auf die Felsenhöhen des rauhen und schwer zugänglichen Gebirges Juda fliehen. Eine Anzahl in ihren Vermögens-Umständen zerrütteter, aber tapferer, mitunter auch wohl wilder Männer hatte sich zum ihm, dem durch mannigfache kriegerische Thaten berühmten Helden, gesellt. Sie machten Einfälle in die Grenzgebiete heidnischer Nachbar-Völker, und kamen oft nicht ohne reiche Beute zurück, wofür denn auch jene wiederum, sowie die Gelegenheit sich darbot, wie die Amaletiker in Ziklag, Rache zu nehmen suchten. Diese Erzählungen lassen uns einen Blick in die damaligen Verhältnisse thun. Man sieht, daß an den Grenzen ein fast fortwährender kriegerischer Zustand war, wobei bald die eine, bald die andere Partei die Oberhand hatte. Man kann aus der Geschichte der Richter entnehmen, wie aus diesen Neckereien an den Grenzen, zu welchen der Wunsch Beute zu machen wohl die nächste Veranlassung war, oft verheerende Rachekciege zwischen den ganzen Völkerschaften entstanden. So wie nun die vorzüglichste Beute, die man machen konnte, Heerden waren, so sahen sich besonders die Hirten vieler Gefahr von einfallenden Streifschaaren ausgesetzt, wovon sich eine äußerst lebendige Schilderung in der Einleitung zum Buche Hiob findet. Daher erwähnen es dankbar und rühmend die Hirten Nabals, daß die Leute Davids nicht allein ihnen kein Leid zugefügt und ihnen Nichts abgedrungen, sondern sie auch geschützt und ihnen wie zur Mauer gegen jeden Einfall gedient hätten. Gleichwohl beträgt sich Nabal gegen David keineswegs dankbar für so wichtige Dienste. Er giebt den Boten, die der Letztere sendet, um bei Gelegenheit der Schafschur einigen Vorrath von jenem zu erbitten, einen eben so ungast: lichen als groben Bescheid, indem ec sich nicht entblödet, den David mit einem seinem Herrn entlaufenen Knechte zu vergleichen, ihn, dessen Verdienste und Aussichten er wohl kennen mußte. David wird hierüber auf das Aeußerfte erbittert, und er schwört, blutige Rache an diesem Manne nehmen zu wollen. Der klugen Frau des Nabal, die das Vocgesallene von den Dienern vernimmt, und welche das Unrecht, wie die Thorheit des Mannes einsieht, gelingt es, das Unheil von ihrem Hause abzuwenden. Mit Geschenken versehen, eilt sie, von ihren Dienern begleitet, dem David entgegen und sucht ihn durch eine sehr wohl gelungene Anrede zu besänftigen. Um zuerst seinen gerechten Zorn zu verringern und ihn nur zum Stillestehn zu bewegen, nimmt sie keinen Anstand, was auch das einzige Mittel war, die Thorheit und Gemeinheit ihres Mannes offen einzugestehen, und denselben als der Rache des David unwürdig zu bezeichnen. Sodann geht sie weiter und ruft dem David seine Aussichten auf den Thron ins Gedächtnis, und beschwört ihn, sein Glück nicht durch Erinnerungen an sündlich vergossenes Blut zu trüben und zu gefährden. Endlich, weil Nabal seines Verhältnisses zu Saul auf eine so schonungslose und verletzende Weise gedacht, so erwähnt sie auch seiner so ungerechten Verfolgungen durch Saul, aber ohne diese ausdrücklich zu nennen, mit derjenigen Zurückhaltung, die ihr, dem Weibe, geziemend ist. Ebenso zart ist die Art und Weise, mit welcher sie dem David, die mitgebrachren Vorräthe anbietet. Es ist sogar nicht unmöglich, daß das Bild von der Sleuder, dessen sie sich bedient, zugleich eine seine Anspielung auf Davids erste Waffenthat sein soll. Abigajil siel dem David zu Füßen und sprach: Vergieb, Herr! Ich'׳ bin es, auf die die Schuld komme, höre auf die Worte deiner Magd. Nicht achte doch auf diesen Unwürdigen, auf Nabal, denn er ist, was sein Name sagt: ״Thor" heißt sein Name und Thorheit ist an ihm. Ich aber sah die Diener nicht, die du gesandt. Bei dem Leben also des Ewigen und bei deinem Leben, Gott halte dich ab, in Blutschuld zu kommen, daß deine eigne Hand dir helfe, und mögen wie Nabal deine Feinde sein, die meinem Herrn Böses zugedenken. Laß das Geschenk, das ich meinem Herrn darbcinge, den Dienern reichen, die deinen Schritten folgen. Vergieb dem Vergehen deiner Magd, und errichten wird der Ewige meinem Herrn ein dauerndes Haus» denn du kampfest die Kämpfe des Ewigen, und Böses wird an dir nicht gefunden werden, seitdem du bist. Und steht ein Mensch auf, dich zu verfolgen und nach deinem Leben zu trachten, so wird deine Seele eingebunden sein in dem Bündel des Lebens bei dem Ewigen, deinem Gotte, und die Seele deiner Feinde wird ec Hinwegschleudern aus der Höhle der Schleuder. Wenn aber der Ewige meinem Herrn thun wird, nach All dem, was er dir Gutes zugesagt, und wenn er dich zum Fürsten über Israel einsetzen wird, so wird dies dir nicht zum Anstoß sein und dein Herz nicht beunruhigen, unschuldiges Blut vergossen zu haben, und daß du dir selber Recht geschafft; und gewiß wenn der Ewige meinem Herrn Gutes giebt, so wirst du deiner Magd gedenken. David, der so eben in der leidenschaftlichen Aufregung des Augenblickes geschworen hatte, in dem Hause des Nabal, nicht Eines am Leben zu lassen, steht nicht allein von seinem blutigen Vorhaben zurück, sondern entläßt Abigajil

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