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Sabbath-Blatt · 1843-08-12 · 32 (12.8.1843) · p. Seite 126

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
32 (12.8.1843)
Date
1843-08-12
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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126 ter, warum sollten wir gegen einander treulos sein?" So wie die Kinder eines Vaters einander zur Liebe verpflichtet sind, so auch alle Menschenkinder. Und wenn auch Verschiedenheiten obwalten, in Bezug auf die Gottesverehrung, und wenn auch die Einen den Weltenschöpfec in einer andern Weise anbeten als die Andern; und wenn es auch der Glaubensbekenntnisse viele giebt auf Erden, Götzendiener giebt es nicht mehr, sie bekennen Alle, daß es nur Einen Gott giebt, der Alles erschaffen mit Weisheit, und Alles leitet mit Liebe. So verachte deinen Mitmenschen nicht, wenn er Gott in einer andern Weise anbetet als du, denn sein Herz erhebt sich zu demselben Vater im Himmel, den du deinen Gott und Vater nennst. Darum erhebe dich nicht über deinen Mitmenschen, denn Ein Gott hat euch Beide geschaffen, und Einer wird euch Beide richten. Sei nicht treulos gegen deinen Mitmenschen, denn er ist dein Bruder, ihr gehöret Beide einem Vater an. Entziehe deinem Bruder nicht das Recht, worauf er als Mensch, als ein Kind Gottes, Anspruch machen darf, denn Gott will nichteinen Unterschied, und wie ein Vater für alle seine Kinder mit gleicher Liebe sorget, so will auch Gott, daß Jedem ein gleiches Maaß der Liebe werde. Und wenn du Unrecht thust deinem Bruder, so beleidigst du den Vater im Himmel, der dich einst zur Rechenschaft ziehen wird am Tage des Gerichts. Es giebt nur Einen Gott! Dieser Gedanke wird uns Frieden und Ruhe gewahren im Leben und Zuversicht in der Stunde des Todes. Wir haben die Ueberzeugung, daß wir dort denselben Herrn wiedersi'nden, dem wir hier gedient, denselben Gott, den wir hier verehrt, denselben Helfer, der uns hier aus Gefahr und Noch errettet hat, denselben Erlöser und Befreier, der uns in der Todesstunde den Engel des Friedens sendet, um uns von den Leiden der Zeitlichkeit zu erlösen, um uns einzuführen in das Land der Seligkeit. Darum, wenn Zeit und Stunde gekommen, wenn das Auge matter wird, und das Herz zu schlagen aufhören will, wenn die Pulse stocken und der Lebensfaden zerreißen soll, dann öffnen wir noch einmal unsere zitternden Lippen und sprechen das Wort unseres Glaubens aus: Höre Israel! der Ewige unser Gott, der Ewige ist einig! Amen. (S — f —d.) Hebräische Lebensbilder. (Fortsetzung.) Als wir nun zu deinem Knechte, meinem Vater, hinkamen, so berichteten wir ihm die Worte meines Herrn, und als dann unser Vater sprach: Gehet wieder hin, kaufet uns ein wenig Vorrath, so sprachen wir: Wir können nicht Hinabziehen; wenn unser jüngster Bruder mit uns ist, so werden wir reisen, denn wir können das Angesicht dieses Mannes nicht sehen, wenn unser Bruder nicht mit uns ist. Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wisset, daß Zwei mir mein Weib geboren. Der Eine ging von mir weg, ich denk«, — ja, er ist gewiß zerrissen worden, ich sah ihn bis jetzt nicht wieder. Nehmet ihr nun auch diesen von meinem Angesichte hinweg und trifft ihn ein Unheil, so bringet ihr mein greises Haupt mit Unglück in die Gruft! — Und nun, wenn ich zu deinem Knechte, meinem Vater, komme, und der Knabe ist nicht mit uns — denn sein Leben hangt an seinem Leben — so wie er dann sieht, daß der Knabe nicht ist, so stirbt er, dann haben deine Knechte das greise Haupt deines Knechtes, unseres Vaters, mit Kummer in die Gruft gebracht. Denn für ihn bürgend empfing dein Knecht den Knaben von meinem Vater, sprechend: Bring' ich ihn dir nicht zurück, so will ich gesündigt haben meinem Vater allezeit. So laß nun deinen Knecht für den Knaben, als Knecht bei meinem Herrn bleiben, und der Knabe mag mit seinen Brüdern hinaufziehen. Denn wie soll ich zu meinem Vater hinkommmen, so der Knabe nicht mit mir ist. Vielleicht muß ich ein Unglück sehen, das meinen Vater trifft. Diese einfachen Worte verfehlten ihren überzeugenden Eindruck nicht. Josef konnte sich nicht mehr fassen. Ec brach in ein lautes Weinen aus und rief zu seinen Brüdern: Ich bin Josef! ■— Lebt mein Vater noch? — Sie konnten ihm vor Schrecken nicht antworten. Er ließ sie näher hinzutreten. Ec sprach: Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Egypten verkauft habt. Nun aber betrü-. bet euch nicht, und laßt es euch nicht verdrießen, daß ihr mich verkauftet, denn zu eurer Erhaltung sandte mich Gott hieher. Also nicht ihr sandtet mich hieher, sondern Gott, der mich zum Schutze Pharao's und zum Herrn über sein Haus und Land machte. So eilet und ziehet zu meinem Vater hin und saget ihm: Also spricht dein Sohn Josef: Gott hat mich zum Herrn über Egypten gemacht. Komm zu mir und zögere nicht, du mit all' den Deinen. Und nun eure Augen es sehen und die Augen meines Bruders Benjamin, daß es mein Mund ist, der mit euch redet, so saget Alles meinem Bater, und bringet ihn her. Er siel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und Benjamin weinte an seinem Halse. Er küßte weinend alle seine Brüder. Beschenkt zogen sie hin, und kamen nach Kanaan zu ihrem Vater Jakob. Sie sagten ihm: Josef lebt noch! und er ist Herr über ganz Egypten. Sein Herz

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