Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 30 (29.7.1843)
- Date
- 1843-07-29
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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t 119 aß 1 :er! :res zu m. )es ^et. ns, de, an kes der elieleinstet sche ist )ers >eu- )en, me, hier der ihr und Hen weiin laurum den ehet, die eine thun egen wir ׳ ihr mres euer aus )renden Einflüsse? würdet ihr wohl, nun selbst bei all' dem Guten und Anerkennungswerthen, was ihr thatet, dennoch, würdet ihr vollkommen genügend, vollkommen selbstbefriedigt antworten können? nennend die Fesseln, die ihr gelöset, die stolzen Vorurtheile, die ihr mit edlem Stolz, mit israelnischem Selbstgefühle besiegt, die verschloßnen Pforten, die ihr der Wissenschaft, der Kunst, dem geistigen Streben geöffnet habet? Ja, ihr Männer Israels! sondert euch und eure Kinder nicht ab von euerm Volke! Eine große Aufgabe ist euch gegeben, begreifet und erfüllet sie, gehet edel und groß voran, auf daß eure Mittel und eure Macht zum Segen Gottes werden! Ja, אנחנו נחלץ חשים לפני בני ישראל, wir wollen gerüstet vorangehen! Dies, Israeliten! lasser Jedem von uns Wahlspruch sein. Mit Wort und Schrift, mit edler Gesinnung und Werken der Liebe, mit wahrer Bürgertugend in dem Lande, in dem wir leben, mit israelitischer Treue und israelitischem Pflichtgefühl und religiöse Gewissenhaftigkeit lasset uns Jeden streben, voranzugehen den Unfrigen und unserm Volke. Dann erst werden wir würdig werden unseres zeitlichen Glückes, würdig des Erbes, das verheißen ist: ארך ימים בימינה, des Erbtheiles ew'ger Seligkeit, zu welchem der rechte Weg im Worte Gottes führet. Amen. S—z. Kult- und Schul-Bericht. (Schluß.) Trotz den Umtrieben einer im Finstern wandelnden Parthei, welche das Licht der Aufklärung flieht, ist es Hrn. Fassel gelungen, dem Gottesdienste durch Predigt nnd bhorgesang eine würdigere Form zu geben, die Feier der Trauungen durch Traureden — die ersten in Mähren — zu heben und die zeitgemäße Heranbildung der männlichen und weiblichen Jugend zu fördern. — Nächst dem erwähnten Rabbiner verdienen die H. H. Neuda und Schmiedl — "er Erstere Rabb. zu Loschitz, der Letztere Rabb. zu Hozzenplotz — wegen ihres Wirkens im Geiste unserer Zeit, besonders hervorgehoben zu werden. So sehen wir, wie auch die Juden in .Mähren den Einflüssen der fortschreitenden Aufklärung in Deutschland sich nicht entziehen können und veraltete Institutionen in das Nichts zurückweifen müssen. Der Wendepunkt in der Entwickelung der mährischen Juden aber wird die gehörige Besetzung des vakanten Landrabbinats sein. Zwar schwankte die österr. Regierung zwischen sechs Kreisrabbinern und dem Landrabbinate; allein, den letzten Nachrichten zufolge, wird es wohl bei der alten Einrichtung, bei dem Landrabbinate, verbleiben. — Wandern wir von da aus nach Ungarn, so stoßen wir auf zahlreiche Gemeinden, die sowohl mit ihrem Schul - als Synagogenwesen noch in frühern Jahrhunderten wurzeln. Ja, die bedeutenste ungarische ׳Gemeinde zu Presbürg ist ein lebendiges Monument der alten, entschwundenen Zeit. Wir sehen dort noch mehr als dreihundert Jünglinge den Talmud zum ausschließlichen Gegenstände ihrer literarischen Beschäftigung machen, und einen Rabbiner, der es für ein Werk der Pietät hält, nicht deutsch zu sprechen. Blos zwei Städte bilden die lichten Punkte dieses finstern Landes: Pesth und Groß - Kanischa. In der erstern wirkt Hr. Löb Schwab, in der letztem Hr. Leopold Löw als Rabbiner. Beide aber sind Mährer von Geburt, und verpflanzten die mährische Bildung nach Ungarn. Der Stagnation in der Bildung der galizischen Juden haben wir schon in einem unfern Berichte gedacht, und fügen jetzt nur noch hinzu, das Tarnopol, welches überhaupt durch die Wirksamkeit des sel. Perl einige deutsche Bildungselemente in sich ausgenommen, erfreulichere Aussichten bietet. Einen Beweis dafür giebt die Berufung des Herrn. M. Steinschneider, eines jungen mährischen Gelehrten, als Prediger. — So hätte denn dieser kurze Umriß des Bildungszustandes der österreichischen Juden — der Zustand der Juden in Wien ist zu bekannt, als daß wir ihm in unserm Berichte eine besondere Stelle hatten einräumen sollen — zugleich gezeigt, wie das österreichsche Staats- und Volksleben hinter dem Deutschlands zurück ist, so auch der Bildungszustand der Juden in jenem Kaiserstaate noch sehr unvollkommen ist, so wir auf die Juden in Deutschland zurückblicken. F. Ueber -Le «othtven-Lgsten Lehrgegenstände -er Volksschule. (Ans einer Schulrede.) (Schluß.) Bevor wir dies thun, können wir zwar das allgemeine (wenn man so sagen darf) Vorgefühl, das trübe Bild einer Idee in uns tragen, aber nicht uns ihrer nach ihrem deutlichen Inhalte und Umfange bewußt werden. Wir können uns hievon überzeugen, wenn wir irgend eine Idee aussprechen oder niederschreiben, und das Bestimmte, Wohlgeordnete, das wir dann gewonnen, mit dem Wenigen und Ungefähren vergleichen, das wir davon früher im Kopfe trugen. Wem demnach keine Sprache zu Gebote stehet, der wird mit dem Denken nicht recht fertig werden, und wem die Worte für Dieses oder Jenes fehlen, der weiß es vielleicht dunkel, aber nicht sicher und deutlich. Gewiß ist es nun wohl, daß wer das Sprechen im Allgemeinen wohl geübt hat, daß der in einem bestimmten Falle leichter damit zu Stande kommen wird, seine Gedanken wohl zu ordnen, sie auszusprechen oder auch niederzuschreiben, und daß ihm zugleich das richtige Lesen eher gelingen wird, weil ec die Kunst verstehet, sich in Gedanken überhaupt, somit auch in fremden leichter zurecht zu finden, i ■