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Sabbath-Blatt · 1843-07-29 · 30 (29.7.1843) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
30 (29.7.1843)
Date
1843-07-29
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 indem ihm das Element, in welchem Gedanken sich bewegen, die Sprache, geläufig und übersichtlich geworden ist. Um so mehr ist es zu bedauern, daß diese Gegenstände gerade bei der Erziehung und wissenschaftlichen Bildung unserer Kinder so oft vernachlässigt werden. Sie lernen mitunter Alles, nur nicht denken, nur nicht schreiben, lesen und sprechen. Sie haben sich um Fremdes bemüht, aber den eigentlichen Schatz, den der Mensch in seinem Geiste und seinem Herzen tragt, nicht gelernt zu Tage fördern, und so bleibt ihnen jenes Fremde, das aus allen Wissenschäften in ihrem Kopfe Zusammengetragene, so bleibt es ihnen auch ein Fremdes, ein von außen Herangekommenes, es wird ihnen nicht recht eigen, und verfehlt so seinen eigentlichen Zweck. Gleichwie der Baum die ihm zuströmenden Nahrungsstoffe, durch die verborgenen, wunderbaren Kräfte, die in seinem. Innern walten, in sein Eigenstes verwandelt, so daß, was vordem Luft und Wasser war, wie er es eingesogen, zu dieser Farbenpracht erblühet, als diese Frucht, aus dem geheimnißvoll arbeitenden Keime hervorgehet; ja wie dieser Baum nicht ein Zusammengehäuftes von Luft und Wasser und andern Stoffen bleibt, die sein Wachsthum, sein Gedeihen befördern, sondern zwar durch sie, doch in sich und aus sich selbst, zu jenem wundervollen Ganzen und Eigenen sich emporhebt, so soll auch dir Bildung der Jugend sein. Nicht ein Ausammengehäuftes von Geschichte, vielen Sprachen und hundert Fertigkeiten, die man, wie man sie braucht, aus ihrem Winkel hervorholt, und die aufgehört haben zu nützen, wenn sie, was doch sehr bald kommt, vergessen worden! sondern, wie bei jenem Baum, soll sich das geistig Nahrhafte von all dem Wissen in unser eigenthümliches Sein verwandeln, und aus allen diesen Nahrungsstoffen, durch organische Verarbeitung, diese r geistige Mensch, in sich und aus seinem eigenen Lebensboden, sich emporrichten, mit all' den Blüthen edler Gefühle, mit all' den ausgebreiceten Zweigen himmelanstrebender Gedanken. Und dies Alles kann nur gewonnen werden, wenn unsere Jugend selbstständig denken und so auch das Fremde geistig und lebenskräftig benutzen und verarbeiten lernt und zwar: in häufig an gestellten und gut geleiteten Sprechübungen, statt deren mitunter Schreibübungen, Leseübungen, in jenem böhern Sinne, eintreten können. Unsere Kinder sollen lernen über das Gelesene reiflich denken, das Gedachte sprechen, das Gesprochene richtig und gut aufschreiben Dies ist die natürliche Fortsetzung des ersten Unterrichts im Lesen, Schreiben und Sprechen. Wir aber unterbrechen gewöhnlich diesen Unterricht, nachdem das Kind die Elemente desselben sich angeeignet und überlassen, indem wir zu fremden Dingen übergehen, die weitere Förderung des Begonnenen meist dem Zufall, der selten und nur unter den glücklichsten Umständen gut macht, was wir vernachlässiger. Und indem wir nun die hier vorgetragenen Ideen feststellen und anerkennen, so haben wir zugleich ein wichtiges Element für die Volks-Schule gewonnen. Vielerlei zu lernen ist den Zöglingen aus dieser Sphäre gar nicht nütze, weil sie in Zukunft, in den Lebensweisen, zu denen sie wahrscheinlich übergehen, nicht die Gelegenheit haben, eigentliches Wissen zu pflegen und wahrhaft zu benutzen. Um so erfreulicher muß uns hier die Möglichkeit entgegentreten, auf einer kargen und einfachen Grundlage des nothwendigsten Elementarwissens, segenreich fortzubauen und innerhalb dieses Kreises eine Fülle geistigen Lebens, wahrhafter, innerer Bildung zu gewinnen. Geben wir unserer Jugend nur wenig, lehren wir sie aber über dies Wenige, über die wichtigsten Beziehungen des Menschen, richtig denken, geben wir unfern Kindern die Sprache zu eigen, die Sprache, die gleichsam die Flügel bildet, die den Menschen über die Sphäre der Thierwelt erheben, lehren wir sie im klaren Ausdrucke über wenige nur, aber heilige, jedem menschlichen Wesen unentbehrliche Ideen sich wahrhaft bewußt zu werden, und wir haben in ihrem Geiste, in ihrem Herzen, einen Schatz gegründet, der im Leben selbst sich erhöhen und vervielfachen wird. Wer, wenn gleich in einem engen, geistigen Bezirke, gerade und recht denken kann, der ist vor dem Laster sicher, welches die Schrift mit Recht Thorheit, Verwirrung von dem eigentlich Verständigen nennt. Wer gerade und richtig denkt, wird in Augenblicken des Zweifels, ja der Leidenschaft, einen Talisman haben, der ihm das Rechte, die Wahrheit, das seiner Würdige, nicht verfehlen läßt. Wer gerade und richtig denken gelernt hat, ist am sichersten, stets edel zu fühlen, in welchem Lebensverhältnisse er sich auch bewegen, welchem Stande er auch angehören mag. S-z. Lese-Zimmer. 13. D. Meldola: A Sermon on the importance of the holy Law with its effect in promoting verity and peace, delivered at the Spanish and Portoguese Jens’ Synagogue Bebis Marks, on the Sabbath prior to the festival of Passover, 8t!1 Nissan 5600. London, 1840. 8. 14. ,1- .חורה פךs the oral Law of divine Oi'igin and therefore hinding upon the JewsI By one of themselves. London, 1842. 8. B. Steill, D. Nutt, 15. 1' .מטה דן וכוזרי חלק שני'he nod of-judgment, heing a Supplement to the book Kuzari, which demonstrates by natural inferences the truth of the oral Law, transmitted to us by the sages of Israel, the authors of the Mishna and the Talmud. By the rev. David Nieto (of blessed Memory), chief Rabbi of the spanish and portoguese Kongregation of London (in the year 5474.) Transluted frorn the Hebrew by Dr. L. Loewe. London, 1842. 8. (Beim Uebersetzer). Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.

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