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Sabbath-Blatt · 1843-07-08 · 27 (8.7.1843) · p. Seite 107

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
27 (8.7.1843)
Date
1843-07-08
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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107 als Israelit dir und den Deinigen schuldig bist. Wenn der Sabbaths-Abend mit seinem Frieden in deine arme Hütte einkehret, gedenke Gottes, und wie du dir auch für die Woche diesen Frieden, diese Heiligkeit des Herzens bewahren kannst. Mögen mit dem Lichte deiner Sabbaths- Kerzen dir heitere Hoffnungen für deine Zukunft entgegenleuchten, und mögen die frommen, freundlichen Angesichter deiner Kinder, die du bester, als du erzogen wärest, die du zu Glücke erziehest, mögen sie dir einen sorgenfreien, friedlichen Abend deines Lebens weistagen. Amen. 8 — z. Jüdische Lebensbilder. Moses Moser. Ein Bild aus der nächsten Vergangenheit. m Unter den ausgezeichneten Männern Berlins nahm Moses Moser unstreitig einen der ersten Platze ein. Er verband eine weise wistenschaftliche Bildung, Tiefe des Urlheils, seltene Gediegenheit des Charakters, mit einer edlen, sich gern hingehenden Herzensgute. Er wurde leider seinen Freunden unerwartet früh entristen. Auch ich hatte das Glück, die Liebe des Verstorbnen zu besitzen, und gehöre zu denen, die seinen Tod tief beklagen. So ist wohl der Wunsch natürlich, ihm auch in diesen Blättern ein Denkmal der Liebe zu errichten. Ich glaube, dies aber nicht desser thun zu können, als durch Mittheilung der vortrefflichen Worte, welche mein verehrter Freund, Herr Joseph Lehmann (Mitredakteuc der Preuß. Staatszeitung) in einer General-Versammlung der ״Gesellschaft der Freunde^ zu Berlin, deren Vorsteher er ist, zum Andenken des Eingegangenen gesprochen. Der vollständige Vortrag ist zwar, auf den Wunsch Vieler, gedruckt, aber doch wohl nicht über Berlin hinausgekommen. Ich gebe nur das zunächst hierher Gehö- I» rige. Die Leser dieser Blätter werden hier die wohlgelungene f Zeichnung eines Mannes finden, der, wie er, durch eigene innere Begeisterung getrieben, sich bildete, das Vorbild vieler unsrer Jünglinge werden könnte. * Herr Jos. Lehmann sprach (am 3. März 1893): Hochgeehrte Freunde! Es ist leider eine traurige Veranlastung, die es mir heute zur Pflicht macht, Sie von diesem Platze hier anzureden. An diesem Platze war es, wo noch vor einem Jahre die beredte Stimme, der gedanken- und gemüthreiche Vortrag unsres hingeschiednen Freundes Moser vernommen wurde. Zwar nur in zwei Generral- Versammlungen war es ihm, in seiner Eigenschaft als Vorsteher, vergönnt, Sie hier zu begrüßen; aber welchen tiefen Eindruck haben nicht seine Worte, welche wehmüthige Errinnerung hat nicht seine Wirksamkeit, sowohl beim Engern Ausschüsse, der diese Wirksamkeit und ihren Einfluß zu würdigen verstand, als bei uns Allen zurückgelassen! Durch Ihre Wahl an die Spitze einer Gesellschaft, die seit 47 Jahren viele der edelsten Männer in ihren Registern verzeichnet, war es vorherzusehen, daß er diese Wahl, als eine glückliche, volkommen rechtfertigen würde. Leider sollte uns nicht die Freude werden, unfern Wunsch, ihn eine Reihe von Jahren an dieser Stelle zu besitzen, erfüllt zu sehen. Es war in der Sitzung Ihres engeren Ausschusses vom 22. August, wo demselben die betrübende Anzeige von dem am 15. desselben Monats zu Lippehne erfolgten Ableben unseres Vorstehers gemacht wurde. Es mußte dieses Ereigniß, ganz abgesehen von den seltenen Eigenschaften des Verftocbenen, einen um so erfchütterndern Eindruck auf uns machen, als die Gesellschaft in unserem Freunde Moser zum Erstenmal einen in seinem Amte fungirenden Vorsteher durch den Tod verlor. Wir sind so glücklich, einen großen Theil derjenigen Freunde, die seit der Stiftung unsrer Gesellschaft dieses Amt bekleideten, noch in unsrer Mitte zu besitzen. Andre, die uns durch den Tod geraubt wurden, wie namentlich der erste Vorsteher, den hie Gesellschaft im Jahre 1792 erwählte, Freund Mayer Marburg, ferner die Freunde Jsaac Euchel, Abraham Mendelsohn- Bart Holdy und Wilhelm Cassel, gehörten uns noch viele Jahre an, nachdem sie ihr Amt niedergelegt hatten. Zum Erstenmale traf uns ein Verlust dieser Art — ein Verlust, der um so schmerzlicher sein mußte, als er nicht blos im Umfange unsrer Gesellschaft, sondern auch in einem weiten Kreise theilnehmender Menschen tief empfunden wurde. Der engere Ausschuß ist überzeugt, die Gefühle der ganzen Gesellschaft in der Anzeige ausgesprochen zu haden, die er bei dieser Gelegenheit in den öffentlichen Blättern erließ. Zugleich faßte er den Beschluß, des Verstorb: nen in der heutigen General - Versammlung auf feierliche Weise zu gedenken und sein Bildniß zum immerwährenden Gedächtnisse in unserem Sitzungs-Lokal aufzuhängen. Könnten wir nur auch, wie das Abbild seiner äußeren Gestalt, das seines Charakters und seiner geistigen Wirksamkeit vor uns hinstellen, als ein anregendes Beispiel für alle Zu: kunft! So möge es mir denn vergönnt sein, meine Freunde, den Tribut der Verehrung, den wir dem Verstorbnen an seinem Grabe gezollt haben würden, wenn er in unserer Stadt sein thätigcs Leben beschlossen hätte, hier durch einige schwache Worte, wenn auch nicht zu ersetzen, doch, geheiligt durch den Moment, in welchem sie ausgesprochen werden, ihre Weihe erhaltend durch Sie, meine Freunde, die diesen Worten ein nachsichtiges Ohr leihen, als an der Stelle jek

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