Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 27 (31.12.1842)
- Date
- 1842-12-31
- Page
- Seite 109 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Unwandelbarer, ewiger Gott! Du bleibest unsere Stütze, wenn Alles um uns her wankt und wechselt. Du bleibest unsere Zuversicht, wenn das Leben sich in Nacht hüllet und seine Stürme über unserm Haupte drherrauschen. Wie dem Auge des Wanderers süß ist das Licht des leitenden Gestirns, und der Sonne, die im Morgen leuchtend wach wird, also auch dem Herzen dieHoffnung auf Deine Gnade, und der Glaube, der zu Deiner Liebe und Treue, duldend, aber mit freudigem Trost emporblickt. Amen. 8 — z. »©( Zur Statistik. (Regierungsbezirk Königsberg. 1840.) Eine "Übersicht derjenigen Orte, im Regierungsbezirke Königsberg, in welchen Israeliten wohnen, dürfte nicht uninteressant feyn. Es sind folgende (diejenigen, in welchen sich eine Synagoge oder Betftube findet, sind mit einem * vCjCivynci'/ Allenburg mit 25 Israelit. * Memel mit 69 Israelit. * Allenstein » 95 » Mohrungen » 78 » Barten » 5 » * Mühlhausen » 41 » Bartenstein » 79 » * Neidenburg » 98 » ^Vischofsburg « 95 » Nordenburg » 19 » ^Vischofsstein» 57 » *Ortelsburg »103 » * Braunsberg » 89 ty * Osterode » 74 » Kreuzburg » 6 » Passenheim » 7 » Domnau » 2 » Plllau » 1 » Drengfurth » 7 » Fest. Pillau » 1 » Fischhausen » 9 » Pr. Eylau » 58 » * Frauenburg » 35 » * Pr. Holland »117 » Friedland » 11 » *R«ftenburg » 83 » * Gerdauen » 139 » *Rößel » 58 » Gilgenburg » 24 » Saalfeld » 51 » * Guttftadt » 115 » Schippenbeil » 13 » * Heilsberg » 120 » * Seeburg » 79 » Hohenstein » 12 » * Soldau » 53 »» * Königsberg »1486 » Tapiau » 43 » Labiau » 32 » * Wartenburg » 12 39 Landsberg » 2 » Wehlau » 45 » Llebemühl » 17 » Willeuberg » 6 » Liebstadt » 139 » * Wormditt » 72 3» *Mehlsack » 54 » <Summa 3836 (4" 116 ohne Staatsb.-R.) -- 22 Bethauser. Des Weibes Kleinod. (Aus rendlan's „Sagen und Legenden.") In Sidon lebte einst ein Ehepaar In Lieb' und Frieden schon im zehnten Jahr, Doch war die Ehe kinderlos geblieben. Da trug der fromme, gottesfürcht'ge Mann Vor Rabbi Simeon auf Scheidung an, So wie der Väter Satzung vorgeschrieben. «Das Beste," sprach er, »was ich Hab' im Haus, Das such', mein Weib, Dir nach Belieben aus Und kehr' zu Deinem Vater heim in Frieden!" »Ihr habt," sprach Jochai's Sohn, »in heisrer Stund' Geschlossen einst einmal den heil'gen Bund, So werdet auch beim Freudenmahl geschieden. —" Hierauf begaben beide sich nach Haus; Das Weib bereitet einen frohen Schmaus Und scheint der Freude ganz sich hinzugeben. Sie füllt dem Gatten öfters den Pokal, Er trinkt, es ist ja heut' zum letzten mal, Er trinkt, bis alle Sinne ihm entschweben. Da winkt sie leis' der treuen Dienerschaar Und läßt den Mann, so wie er trunken war, Nach ihres Vaters Haus gemächlich bringen. »Wo bin ich?" frug der Mann, als er erwacht Aus seiner Trunkenheit um Mitternacht, »Ich seh' umgeben mich von fremden Dingen!" »Du hast," versetzt das Weib, «mir freigestellt, Zu wählen, was am besten mir gefällt, Und ungescheut zum Vater mir zu tragen; Von Allem aber, was zu Hause war, Ist mir so theuer nichts, so unschätzbar, Als Du, mein Gatte, bist; das darf ich sagen." Der Gatte schloß sie an sein Herz gerührt Und dankte Gott, daß ihn sein Weib entführt. Und als die That vor Jochai's Sohn gekommen, Da sichte er zu Gott, er mög' das Jahr In Gnaden doch bedenken dieses Paar, Und Gottes Gnad' hat sein Gebet vernommen. 4VVVMMMMMIVM