Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 26 (24.12.1842)
- Date
- 1842-12-24
- Page
- Seite 105 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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105 » ES ist kein solcher Prophet mehr aufgestanden in Israel, wie Moses war, welcher Gott kannte von Angesicht zu Angesicht." Amen. (8-k-S.) Zur Verständigung. Der freundliche Recensent meiner »Mahnungen" in dem (mir erst vor Kurzem zugekommenen Literaturblatte der allgemeinen Kirchenzeitung CJVs 133 V. Zahrg. 1841) hält den Israeliten eines bestimmten Glaubens an Unsterblichkeit für unfähig, denn, sagt er, »aus dem Mosaismus und Rabbinismus spricht kein Gottessohn: Ich lebe und auch ihr sollt leben. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Im alten Testam. sind nur Ahnungen von einem ewigen Leben, keine Gewißheit." Ich glaube, daß ich von dem, was mir selbst heiligste Gewißheit, freudigster, unumstößlichster Glaube ist, in meinen יי Mahnungen an Gott und Ewigkeit", gestützt auf die Schrift, Zeugniß gegeben, will es aber jedenfalls dem (vielleicht Lurch obige Voraussetzung etwas befangenen) Herrn Recensenten hier noch ausfprechen, daß mein (Israelitischer) Glaube an eine persönliche Fort« dauer fest und stark und über allen Zweifel erhaben sey, ein Glaube, der übrigens in allen Gebeten meines Volkes tviederhallt, und der, wie ich in einer Abhandlung über diesen Gegenstand in Jllgens Zeitschr. für hi stör. Theologie, im 3. und 4. Hefte des 1. VLs. (neuer Folge) glaube erwiesen zu haben, vollständig in dem alt. Testamente begründet ist und gewiß bereits vor Christo, wie der Herr Nec. unter andern aus der hier mirzutheilenden schönen Stelle der Weish. Salem. Kap. 2—5. ersehen kann, ln seiner ganzen Reinheit und stärkenden Kraft unter den Hebräern zum Bewußseyn gekommen war. »Die Rede der Gottlosen ist: kurz und mühselig ist unser beben, und cs giebt keine Heilung bei dem Ende des Menschen, und man weiß Keinen, der aus dem Scheol wiedergekommen. Unser Leben gehet vorüber, wie die Spuren einer Wolke, und wird zerstreuet, wie ein Nebel, der verfolget wird von den Strahlen der Sonne und von ihrer Hitze gedrückt. So kommet her und lasset uns des Euren, das da ist, genießen und das Geschaffene, so lange die Jugend, dauert, fleißig nutzen! Lasset uns den armen Gerechten überwältigen, und der Witwe nicht schonen, noch uns an das greife Haar des Alten kehren! Lasset uns dem Gerechten nachstellcn, weil er uns hinderlich und unferm Thun entgegen ist, und uns vorwirft dieUebertretungen des Gesetzes, und uns die Sünden unserer Führung zuruft! Er giebt vor, von Gott Kcnntmß zu Haben, und nennet sich ein Kind des Herrn. So lasset uns sehen, ob seine Reden wahr sind, und erproben, was bei seinem Ausgange seyn wird! Also rechnen sie und irren,, denn sie blendet ihre Schlechtigkeit. Und sie kennen nicht GotteS Geheimnisse, noch hoffen sie den Lohn der Heiligkeit, noch würdigen sie die Ehre der tadellosen Seelen. Denn Gott hat den Menschen geschaffen zur Unvcrgänglichkeit und ihn zum Bilde seiner eigenen Ewigkeit gemacht. Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand und es berühret sie keine Folter. Den Augen der Thoren scheinen sie zu sterden, und ihr Hingang wird für ein Nebel gehalten und das Scheiden von uns für ein Unglück; aber sie sind im Frieden. ,Obwohl sie vor dem Angesichte der Menschen dulden müssen, so ist doch die Hoffnung ihrer Unsterblichkeit vollkommen. Ein Wenig gezüchtiget, werden sie reichlich genießen, da Gott sie geprüft und sie seiner würdig gesunden. Wie Gold im Schmelzofen, erprobet er sie, und nimmt sie an, wie ein vollständiges Opfer. Aber die Gottlosen werden Strafe leiden, wider ihre Erwartung sie, die des Gerechten׳ nicht achten und sich von dem Herrn entfernen. Denn wer Weisheit und Zucht gering achtet, ist unglücklich, und ihre Hoffnung ist leer, ihre Arbeiten sind umsonst und ihre Werke unnütz. Der Gerechte aber, wiewohl er frühzeitig stirbt, ist im Frieden. Nachdem er Gott wohlgefällig geworden, ward er mir Liebe aufgcnommen und, da er unter Sündern lebte, versetzt. Er, ward entrückt, damit nicht die Bosheit seine Einsicht täusche, oder die List seine Seele verführe. Denn der Neid der Verworfenheit verdunkelt das Schöne und die Unruhe der Begierde untergräbt den reinen Sinn. Frühzeitig vollender, hat er lange Zeiten erfüllet. Denn dem Herrn ist seine Seele wohlgefällig, darum eilet er (mit derselben) mitten aus der Mühseligkeit. Oie Leute aber sehen es und bedenken es nicht. ,Sie werden aber verzagt kommen in der Summe ihrer Sünden, und es wird sie beschämen gegenüber (gegen sie zeugend) ihr gesetzloses Leben. Dann wird in großer Zuversicht stehen der Gerechte vor dem Angesichte derer, die ihn unterdrückt und seine Leiden verachtct haben. Dreß sehend werden sie erzittern in schrecklicher Furcht und außer sich gerathen über das Unerwartete seiner Glückseligkeit. Sie werden zu sich selbst sprechen, bereuend und vor Angst des Geistes seufzend; Dies war der, welchcn wir einst zum Gelächter hatten und zu einem Gleichnisse des Spottes. Wir Thörichten hielten sein Leben für unsinnig und sein Ende für ehrlos. Wie ist er nun gezahlt unter die Kinder Gottes und sein Loos unter den Heiligen? Wir also irrten ab von dem Wege der Wahrheit, und der Gerechtigkeit Licht leuchtete uns nicht. — Was hilft uns nun der Uebermuth und was nützt uns nun der Rcichthum mit der Prahlerei? Jenes,Alles ist hingegangen, wie ein Debatten und wie ein vorübereilendes Gerächt! Denn die Hoffnung der Gottlosen ist wie Staub, vom Winde fortgerragen, oder wie leichte Spreu, vom Sturme gejagt. Aber die Gerechten werden ewiglich leben, und in dem Herrn ist ihr Lohn und die Sorgfalt über sie beim Höchsten. Darum werden sie empfangen das Reich der Herrlichkeit und die Krone der Schöne aus der Hand des Herrn." Eine Ausstellung, die der Herr Recensent außerdem macht, betrifft die Stelle in den » Mahnungen" S. 20; »Za, wie sanftes öhl, Las über die brausende Fluth dahinrinnt, sie schwichtiget, daß sich ihrer Wellen Ungestüm in gefahrlose, heitre Fläche wandelt, also sänftiget in s. w." Ree. stellt nämlich diese Wirksamkeit des Ahles, verwun- Lert, in Abrede. Indeß schon die Alten kannten die fluthenstillende Kraft׳ des Ohles und es ist durch neue Er-