Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 26 (24.12.1842)
- Date
- 1842-12-24
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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108 fahrurrgen vollkommen festgestellt, Laß Öhl, über eine Stelle des bewegten Meeres hingegossen, hier den Wellenschlag beruhiget. Ein interessanter Aufsatz, Lessen Verfasser unter Andern: versucht, auch diese Erscheinung, von welcher derselbe öfter Augenzeuge war, zu erklären, findet sich im Morgenblatt von 1839 Jtä 46 bis 53.x) Dr. Saalschütz. Lesefrüchte. [Offnes Aendtchreiden an den E. v. Notas.^ In J\s 4L »der Allgemeinen Zeitung für Chirurgie, innere Heilkunde und ihre Hilfswissenschaften," zieht Dr. Ottinger in würdiger und kräftiger Art gegen Rosas' Aussalle^) zu Felde, und weiset ihm seine Zrrthümer vollkommen nach. Einige Stellen dieses kräftigen Sendschreibens mögen hier Platz finden: ,,Ich will Ihre historische Unwissenheit entschuldigen, vielleicht haben Sie die Vergangenheit ignorirt, weil Sie an der Gegenwart eine festere Stütze Ihrer Behauptungen zu finden glauben. Sie tadeln den großen Haufen der Juden, weil sie Handeln, und beschimpfen den Theil, der einem edlern Triebe als der, der Medizin sich zugewendet. Wie soll der gegenwartige lebende Arzt gebildet sein, um Ihren Anforderungen zu genügen? Worin denn bestehen seine großen Vergehen, daß Sie ihm so abhold sind? Haben Sie in kraniologischer Beziehung etwas zu berichtigen? Wodurch unterscheiden Sie den jüdischen Arzt von seinen Fachgenossen? Er genießt denselben Schulunterricht, oder wo dieser noch geschieden, hat er am Ende nicht weniger oder schlechter deutsch gelernt? Die Humanität bilden Herz und Geist (Exempla sunt odiosa) nicht weniger, und endlich sind die Universitätsstudien dieselben. Gerade der jüdische Studirende, dem bei gleicher Breite des Wissens fast jede öffentliche Concurrenz für die Folge von vornherein versperrt ist, beginnt sein Studium mit weit mehr Ernst. Er weiß, daß er nur im gründlichen Wissen seineu künftigen Gönner finden kann,׳ sonst aber jeder an- Lern Protektion entbehren muß. Deswegen giebt er sich, um nur einigermaßen eine feste Stütze zu finden, dem. einmal gewählten Berufe freudevoll mit ganzer Seele hin, Leun nur aus der Wissenschaft und ihren Tiefen schöpft er so manchen Ersatz für die vielen Hintenansetzungen im öffentlichen Leben und für Las kalte Entgegenkommen 1) Auch der berühmte Naturforscher F. I. Hug i theilt im neuesten Hefte der deutschen Vierteljahrs-Schrift (Juli bis September 1842י Seite 129) Folgendes mit; »Oesters goß ich Oel über solche bewegte Stellen, und einmal 2 Tonnen, womit ich das Meer,zwifchen der Peters- und Paulsiusel größtentheils überzog. Jedesmal hörte dann der Wellenschlag auf, und es folgte ruhige, stille See. Anm. d. Herausg. 2) Siehe Sabbathblatt J\fs 15. in sozialer Beziehung. — — Wer könnte dem jüdischen Arzte im Ernste Gefühl- und Theilnahmslosigkeit vorwerfen! Wo finden sie mehr Liebe, wo ein empfänglicheres Herz für die Leiden der Menschheit, wo mehr Wohlthätigkeitssinn für feine bedrängten und betrübten Nebenmen* schen — eine Tugend, welche die größten Judenfeinde gelten ließen, — als in jüdischen Familien! Und dies» tief eingeprägten Erinnerungen aus vergangener früher Jugend leben mächtig fort in Leb Mannesbrust und verhallen nie, wenn auch das ernste Leben bei dem Manne längst begonnen, der nur geistig emanzipirt, bürgerlich aber, gleich seinen Glaubensgenossen nur tolerirt ist. Gewissenhaft im Studium, eigener ernster Richter, Mensch in der tief* sten Bedeutung des Wortes, sollte er in Ausübung seiner Pflicht nicht gleichen Schritt halten können und wirklich halten? Wem als Arzt die höhere Weihe zu Theil geworden, der wird im Kranken nur den leidenden Menscheu, sein eigenes grbrechliches Ebenbild erblicken. Wer hier einem andern Gedanken im Herzen Raum gestatten könnte, als zu lindern, zu helfen und zu heilen, wer da noch an Leu Zufall der Geburt denken und Glaubens- Verhältnisse zur Richtschnur seines Handelns nehmen wollt» —- bei Gott! der ist nie Arzt gewesen! Nein, Herr Professor! ich kann's nicht glauben, ich will's zur Ehre der Menschheit nicht glauben — es wäre ein zu nächtlich schwarzer Schimpf — daß Sie je am Krankenbette eines Juden zuerst an Moses und die zehn Gebote gedacht, und Ihre Therarpie mit weniger Liebe und kälterem Herzen darnach eingerichtet hätten! Nein, das ist nicht möglich, und kann nicht möglich sein. Und Sie entmenschen grausam und gemüthslos ohne Nachsicht den jüdischen Arzt, behauptend, Laß er nur Glaubensbrüder behandeln könne." Mrokefsor E. v. Notas hat einen Genotten gktunöen.H In allem Ernste behauptete Jemand in einem Aufsatze der Hauve- und Spenersch. Zeitg. vom 24. Okt. d. I., daß Keiner krumme Füße und krumme Rükken grade biegen könne, der nicht mit ch ristli ch er Gläubigkeit salbungsvoll das orthopädische Werk beginne. Es kann diese Behauptung jedem Vernünftigen nur Lächeln abgewinnen, jedoch ist es gut, Laß der Verfasser des Aufsatzes von Di׳. P. tüchtig abgefertigt worden. (Siehe <M 250 der Voss. Zeitg.) Den geehrten Abonnenten des « Sabbath - Blattes" im 2. (4.) Quartal, welche am Schluffe des Jahres die Blatter vielleicht binden lassen wollen, um sich auf diese Weise eine noch nicht existirende wohlfeile Sammlung voa Erbauungen auf alle Sabbathe des Jahres anzulegen, diene zur ergebensten Nachricht, daß zur Ergänzung einer solchen Sammlung das 1. (3.) Quartal noch abgegeben und durch alle Postanstalten und Buchhandlungen für den Pränumerations-Preis von 10 J&n bezogen werden kann. Der Verleger. Druck und Verlag von Neumann-Hartmann in Elbing.