Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 23 (3.12.1842)
- Date
- 1842-12-03
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nur den Israeliten verpflichten, Rechenschaft zu geben, ihr Wesen und ihren Nutzen in keiner Weise begreisend, entzogen sie sich denselben um so eher, je hemmender sie ihnen in geselligen Verhältnissen erschienen, Und je mancherlei, wenn auch oft zu hoch veranschlagte Opfer und Unbequemlichkeiten sie ihnen verursachten. Za die Erziehung selbst, bei der man die Kinder mir großer Strenge zu diesen Pflichten anhielt, diese Erziehung, wie sic fromme Eltern übten, brachte, weil sie ohne eigentliche Belehrung war, gerade die den Erwartungen entgegengesetzte Wirkung hervor, und der emporwachsende Jüngling, statt den frommen Angewohnheiten seiner Zugend treu zu bleiben, warf sie als eine belästigende Fessel von sich, sobald er sich um etwas freier fühlte. Die Eltern hatten es in vielen Fällen nicht verstanden, diese Pflichten und Gebote, waS sie seyn sollten, ihren Kindern zu einer angenehmen Gewohnheit des Lebens zu machen, was sie seyn sollten und müssen, und uns, die wir an denselben fest halten, wirklich sind. Sie hatten geglaubt, mir bloßen Machtsprüchen und mit trockenem Zwange auszureichen, und vergessen, oder nicht verstanden, auf das Herz, auf die freudige Überzeugung der aufwachsenden Zugend zu wirken, sie Hatten übersehen, daß der Gehorsam gegen Gottes Gebot nicht aus Zwang, sondern aus Liebe geschehe;! muß, wir es heißt: »liebe Len Ewigen deinen Gott und befolge sein Gebot immerdar". Welck) ein greller Gegensatz stellt sich heraus, wenn wir LAl jene sieben Jünglinge sehen, von dem schlichten Wort ihrer Mutter angefcuert und sich in den Tod stürzend, um selbst für den Preis großer Belohnungen, nicht Zu thun, was sie für sündhaft hielten, und wenn wir hiermit in neuerer Zeit das religiöse Verhalten von Söhnen der mitunter würdigsten, gelehrtesten und frömmsten Väter betrachten. Aber sollten wir deshalb an dem Herzen unserer Generation, an der Empfänglichkeit derselben für den heiligen Inhalt der Religion verzweifelnd Suchen wir, wie bereits angedeutet worden, die Schuld da, wo sie ist, suchen wir sie in dem Mangel oder in dem Unzureichenden der religiösen Belehrung, in einer Zeit, die noch ganz besonders nach lichter Erkenntniß strebt, und die eben dadurch, eben durch Verkennung der je- 'der Erkenntniß gesteckten Grenze, leicht in den Fehler sAllt, dasjenige zu verwerfen, was sie nicht begriffen hat. Solche Fehler müssen wir nach nnsern Kräften gut zu machen suchen. Es stehen uns keine Zwangsmittel zu Gebote, um zur Übung der religiösen Satzungen zu zwingen, und^wenr^,ffe A!s zu Gebot stünden, würden wir sie'*8ohl*btturtzen^ Die Gewissen sind in Zsrael frei, was Zeder thut, hat er vor sich selbst und seinem Gotte zu verantworten. Aber die Mittel der Belehrung und der Überzeugung sind uns Ln die Hände gegeben, und diese zur Seite Zn legen, würde den Lehrern des Volkes zur Sünde angerechnet werden müssen. Indem wir diese Mittel recht benutzen, möge es uns gelingen, die Augen zu erleuchten und die Herzen Zu erwärmen, im weihenden Strahle des göttlichen Gebotes! Amen.. 8 — z. Einige Bemerkungen, über Len Math und die militairische Verfassung der alten Israeliten, im vergleiche mit Lenen unteres P rc uw i sehen Vaterlandes. Es ist eine große Idee, würdig der neuern Staats- Weisheit, daß ein jeder Bürger des Staates, jeder Sohn des Vaterlandes Len Beruf habe, Lessen Rechte, dessen Urrabhängigkeit zu vertheidigen, und sich, mit Len Massen in der Hand, jedem Angriffe desselben zu widersetzen, Laß Einer für Alle, Alle für Einen stehen sollen, daß ein Jeder, wie geborner Bürger, so auch geborner Krieger, ge- Horner Vertheidiger seines Landes sey. Und es ist der Stolz unsers Preußischen Vaterlandes, daß es, in neuerer Zeit, Liese Idee zuerst erfaßte und ins Leben rief. Dieser Idee, welche, da sie zuerst in einer verhängnißvollen Zeit ausgesprochen ward, auch die Israelitischen Bürger Preußens begeistert ergriffen, ihr verdankt unser theures Vaterland seine Befreiung von ungerechter Bedrückung, sie wurde die Grundlage seiner jetzigen Macht und seines Glanzes, sie ließ seines Lebens Abendsonne hell und strahlend sepy, der zuerst sich und sein Volk zu solchem Gedanken begeisterte, die Sonne Friedrich Wilhelms, des Gerechten! Diese Idee eines allgemeinen Kriegsdienstes, die sich auf den natürlichen Trieb einer freiwilligen Selbsthülfe, auf den natürlichen Much in dem Menschen gründet, ist, wis keine andere, -geeignet, den Geist der Freiwilligkeit, des Rechtsinnes, des Muthes, der Vaterlandsliebe in einem Volke reicher zu entwickeln und zur höchsten Lebensstufs zu führen.