Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 19 (5.11.1842)
- Date
- 1842-11-05
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Harns, den Gott Israels nennen, bis die Verheißung ins Lebw trat והתברכו בזרעך נל גויי הארץ »durch deine Nachkommen sollen gesegnet werden alle Volker der Erde." Und nun, nachdem unsere heiligen Bücher der Offenbarung das Eigenthum eines Theilcs der Mensche heit geworden, nachdem jener Segen von uns auch auf die andern Völker überging, kann jetzt Las von Gott uns übertragene Amt als erloschen betrachtet werden? Hat der Beruf und die Bestimmung aufgehört, die wir in Mitten dieser Menschheit übernommen? Gott hat dem Feuer geboten zu warmer;, dem Licht zu leuchten, den Gewässern befruchtend durch die Gefilde zu fließen. Die Flur ist erblühet, was leuchret und wärmet, hat seine Wunder gewirkt, darf nun der Bach, der die Flur gesegnet, darf Licht und Wärme nun eigenmächtig stille stehn und rasten? Nicht dieser Kräfte Sache ift's zu bestimmen, ob sie genug gewirkt, ob fie nun rasten dürfen. Gott, der, wie Hiob sagt, »zur Sonne spricht und sie scheint nicht, der die Sterne versiegelt," Gott der zur Woge spricht: »Bis hieher komm und weiter nicht," er allein kann zu jeuen Kräften sprechen: ״ruhet!" und sie haben aufge- Hort! als einer heiligen Macht. Und also ist es mit dir auch, Israel in den Händen Gottes. Gott hat dir sein Gesetz gegeben und zu dir gesprochen: Bewahr'es, trage es durch die Zeiten, als eine Quelle des Lebens und des Lichtes! Und nun, wer immer aus ihr geschöpft, welch reiches Maß von Segen auch dieser Quelle entströmte, nicht darfst du deiner Aufgabe dich entziehen. Gott gab dir dein Amt, er erhielt dich für dasselbe wunderbar und durch Jahrtausende, er allein kann dir deine Last vou deinen Schultern nehmen. Zwar bist du nicht dafür verantwortlich, wie weit, wie hell, die Fackel zu den Völkern hingeleuchtet, die Gott vom Sinai in deine Hand gegeben. Du soll- Lest nur dadurch der Völker Segen werden, daß du selbst gesegnet warst, in dir selbst den göttlichen Quell deL Segens nicht versiegen ließest. Nicht durch Feuer und Schwerdt und nicht durch Überredung solltest du der Lehre Gottes unter den Völkern Geltung schassen. Haben die Himmel, השמים מספרים נבור אל die Himmel, welche »die Ehre Gottes verkündigen," haben sie, wie einst Mohammed's Schüler,, ein Schwerdt, um die Lehre bis zu der Welten Ende zu tragen? Ast dem leuchtenden Morgenanfgang ein Dolch ver» liehen worden, um den Schleier der Nacht gewaltsam zu zerreißen? Das Licht, die Wahrheit, sie wirken sanfter, sie dürfen nur seyn, nur in sich selber friedlich walten, und sie haben bald gesiegt, bald weicht und schwindet vor ihnen hin, was, seiner nächtlichen Natur nach, ihnen widerstrebt. Aber darfst du etwa deshalb zweifeln, Israel! ob du, soweit du unter Völkern wohnest, die die Lehre des Einen Gottes mit dir theilen, eine Lehre, die lange noch nicht die Enden der Erde, die Wüsten Afrika's, die Wälder Amerika's, die großen Völker Asierrs durchdrungen hat, darfst du zweifeln, ob du auch unter den erleuchteten Völkern unseres Welttheiles ein Segen seyn kannst? — Noch ist die Wahrheit, noch ist Liebe und reine Sittlichkeit lange nichr in dem Maße ein sicheres Gemeingut der Menschen geworden, daß diese Blüthen des göttlichen Lichtes nicht noch heiliger und ämsiger Pflege unter uns bedürften. Zeder, der dieser Pflege sich zunächst in seinem eigenen Herzen weihet, Jeder, der zur Gottesquclle hintritt, und die Wasser des Heiles aus derselben reicher schöpfet, Jeder, von welchem Volke er auch sey, er kann als hohes Vorbild, durch edles Beispiel, ein Segen werden seines Kreises und, um ein uns theures Wort hinzuzufügen, ein Segen seines Vaterlandes. Und also auch du, Israelit! du kannst zum Se-- gen werden, unter den Deinigen, im Kreise deines Vaterlandes, so du aus der Quelle des göttliche» Wortes, der göttlichen Liebe zu schöpfen weißt. D» wirst dies aber um so sicherer thun, es wird dir um so mehr gelingen, je mehr du es wahrhaft als Zsraelite thust, je inniger, je dankbarer, je begeisterter du dich erinnerst, daß diese Quelle dir zuerst eröffnet ward, als auch geistig um dich noch eine Wüste war, daß du ursprünglich zum Hüter dieser Quelle bestellet wardst und daß dir vor Allen andern die Pflicht oblag, ja daß sie dir noch immer, ob fie auch Andere deiner Brüder mit dir theilen, daß dir die Psiicht noch immer obliegt, diese Quelle, die Quelle des Lichtes und der Liebe, in Mitten der Menschheit nicht versiegen zu lassen. Wohl uns, wenn wir Alle das Göttliche, LoG Beseligende dieser eigentlich Israelitischen Pflicht