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Sabbath-Blatt · 1842-11-05 · 19 (5.11.1842) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
19 (5.11.1842)
Date
1842-11-05
Page
Seite 77 (sequence 3)
Language
German
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77 und Aufgabe begreifen könnten, dann würden wir noch immer, obschon, wie der Prophet sagt, der Name Gottes »groß ist unter den Völkern", obschon ihrer Viele durch Abraham und Israel, der Verheißung nach, gesegnet stnd, dann würden wir noch immerdar als ein Segen Gottes unter der Menschheit dastehen! 8—2. Gräber der Vorfahren. (Fortsetzung.) 6. (Gräber der Könige.) Nahe bei Zernsalem liegen auch die Gräber der Könige, ein ausgezeichnetes und kostbares Bauwerk. Durch einen gewölbten Thorweg kommt man in einen weiten, offnen Hof, der bis zu einer Tiefe von etwa 15 Fuß ans dem Felsen gehauen ist, und ein Viereck von 30—40 Schritten bildet. Wenn man in den Hof eintritt, so ist links der Portikus einer Höhle, welcher Ursprung- Uch von Säulen getragen wurde, jetzt aber vollkommen offen ist. Dieser Portikus ist etwa 40 Fuß hoch. Der einzige Schmuck von Bildhanerarbcit, dessen man an der Außenseite dieses Bauwerkes ansichtig wird, ist ein Fries, dessen auffallendster Gegenstand in einer mehrmals wiederkehrenden Gruppe von Weintrauben besteht. Weiter befindet sich unter diesen eine andere Linie von Früchten und Blumen, die in leichter, fluchtiger Manier in den Stein gehauen ist. Von diesem Portikus aus kommt man durch eine kleine Öffnung, durch welche man kriechen muß, zu den tieser liegenden Todtenkammern. Zn jeder dieser Kammern sind kleinere Abtheilungen zur Aufnahme von Todten, Bänke, Sarkophage, Nischen von dreieckiger Gestalt für Lampen über den Gräbern. Früher hat man in den Särgen noch Gebeine und Asche gefunden, heute sucht man vergebens darnach. — Am meisten bewundert man an diesen Gräbern die Thüren der Grabgemächer; sie sind aus gleichem Gestein, wie die Grotte, nämlich aus einem groben gelblichen Marmor, aus einem einzigen Stück, der Länge und Breite »ach einem gewöhnlichen Thürflügel gleich und 3—4 Zoll dick. — Das Ganze dieses Bauwerks, sowohl von Innen, als von Außen, zeigt große Sorgfalt in der Ausführung und eine Regelmäßigkeit der Anlage, die man bei alterthümlichen Aushöhlungen dieser Art nicht zu finden pflegt. Chateaubriand sagt: »Beim Eintritt in diese Paläste des Todes wurde ich versucht, sie für Bäder von römischer Architektur zu halten, so wie die Höhle der Sibylle bei dem avernischen See." So ungewiß es ist, welche Könige von Juda in diesen Gräbern ruhen, so hat Chateaubriands Meinung, daß dieselben vom Tetrarchen Herodes herrühren, Vieles gegen sich. (Fortsetzung folgt.) lU/VUWM WWWVVI LesefrüchLe. SSfSun? ^Schreiben des Mit Auls. Mini- Äpeu5em. Zeriums an den Dr. Liiienthal 22. Juli *1812. ^Üa55 [־ Dem Oberlehrer Der Israeliten- ׳No. 7206. " schulen zu Riga, Rabbiner Dr. Lilienthal. Indem Sie, im Aufträge des Ministeriums, eine Reise durch die von den Juden bewohnten Gouvernements antreten, ersuche ich Sie folgendes zu berücksichtigen: 1) Ihr Weg gehet über Riga, Mietau, Kowno, Mlna, Minsk, Grodno, Vialyftock, Schitomir, Berditschoff, Kamenethzodolsk, Kischenew, Odessa, nach Cherson, von dort ziehen Sie in's Kiewsche Gouvernement, über Ilmour nach Kiew, und weiter über Zschernigow, Mogilew und Witebsk nach St. Petersburg. Hier werden übrigens nur die Hauptpunkte, die Sie zu berühren haben, angegeben; es stehet Ihnen aber frei, wenn Sie es für nöthig finden, auch anderswo unterwegs zu verweilen, ohne jedoch von der bezeichneten Richtung abzuweichen. 2) Sie sollen eine Freipodoroschne und 600 RS. zur Bestreitung der Reisekosten erhalten. 3) Sie versäumen nicht an jedem Orte, wo Sie sich aufhalten werden, sich unverzüglich sowohl bei der Civilwie auch der Schulobrigkelt, welche von Ihrer Reise schon unterrichtet sind, zu melden, knüpfen alsbald VerbmLurr-- gen mit den sich dort aufhaltenden Juden an und rrchuwn Rücksprache mit den Gemeinden. 4) Sie erklären den Juden, der Zweck des Allerhochsten Willens, Kraft dessen die jüdischen Schul- und Gelehrten-Anstalten unter die Aufsicht des Ministeriums der Volksaufklärung gestellt, und Schulen auf Kosten der Rs« giemng errichtet werden sollen, bestehe darin, sie ohne Beeinträchtigung des Glaubens dem wahren bürgerlichen und sittlichen Leben zuzuführen, das nur in der Annäherung V

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