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Sabbath-Blatt · 1842-10-29 · 18 (29.10.1842) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
18 (29.10.1842)
Date
1842-10-29
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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73 Viel sanfte Worte schrieb noch Der Sohn in diesem Sinn, Dem Vater aber blieb doch Der Lodesschmerz darin. Sein Gott, dem er beeidigt Im Leben und im Tod, Von seinem Sohn beleidigt In einem Höhgebot; Im Vierten, das so heilig Vom ew'gen Berge klang; Der Schmerz wohl tausendpfeilig Sein tiefstes Herz durchdrang. Und doch muß er vergeben Dem Sohn, was er verbrach: Denn ach! er muß ja leben, So lang' der Herr es sprach. Auch fühlt er — jener Schimmer Der Freiheit, der die Bahn Israels hellet nimmer, Zog ihn magnetisch an. Nicht ihm — nein, den Versuchern, Die in der Kirche Schoß Das heil'ge Recht verwuchern, Scham- und erbarmungslos: Das -,Schuldig!" ihnen spricht er, Die ihm sein Glück geraubt, Den Stab, als Richter, bricht er Ob seiner Schergen Haupt! O, die ihr's hört, verdammt nicht Des alten Juden Qual; Des Fluches Glut entflammt nicht Den Segenssonnenstrahl. Und Fluch gabt ihr als Amme (Denn Fluch ist Eins mit Bann) Unchristlich einem Stamme, Der nicht vom Boden kann! Gräber der Vorfahren. (Nach den Reisebeschreibunaen von Burckhardt, Buckingham und Chateaubriand.^ 1. (Noahs Grab.) Zn der Nähe des Anti- Libanon bei dem Dorfe Kerach wird Noahs Grab gezeigt. Neben einer Moschee ist ein langes Gebäude, unter dessen glattem Dache Noah begraben liegen soll. Der Grabstein ist über 10 Fuß lang, drei Fuß breit, Zwei Fuß hoch und ganz übertüncht. Die Türken besuchen das- Grab häufig. 2. (Gräber der Patriarchen.) Abraham kaufte Las Feld Machpelah bei Chebron in Canaan zum Erbbegräbniß. Die Gräber, in Felsen eingehauen, werden jetzt noch gezeigt. Ehe das Land von den Türken eingenommen worden, stand eine Synagoge auf diesem Felde, jetzt aber eine Moschee. Zu dem Erbbegräbniß steigt man auf einer breiten schönen Treppe hinauf, die zu einem langen Gange führt, vor welchem sich ein kleiner Hof befindet. Zur Linken ruht ein Portikus auf vierseitigen Pfeilern. Die Vorhalle der Moschee enthält 2 Gemächer; in einem befindet sich das Grab Abrahams und im andern das Grab der Sarah. Zn dem innern Raume zwischen zwei großen Pfeilern zur Rechten wird Zsaaks Grab gezeigt, zur Linken Rebekkas. Auf der entgegen gesetzten Seite des Hofes ist wieder eine Vorhalle, wo Zakob und Lea nchen. An dem Ende des Portikus zur Rechten befindet sich eine Thür, die zu einem langen Gauge führt, wo sich ein Gemach befindet mir Zosephs irdischen Überresten. Alle Gräber der Patriarchen sind mit reichen, prächtig mit Gold gestickten Decken von grüner Seide belegt, die Gräber der Frauen sind mit Decken von rother Seide geschmücket. Es liegen mehrere Decken übereinander, auf dem Grabe Abrahams neunfach. Auch Lie Gemächer selbst sind mit reichen Teppichen belegt. An dem Eingänge befinden sich eiserne Thüren, sodann hölzerne, die mit Silber beschlagen find, und Bolzen mit Vorlegeschlössern von gleichem Stoffe. Die Sultane sorgen für die Er- Haltung dieses Erbbegräbnisses und es sollen mehr als 100 Personen hierbei beschäftigt sein. 3. (Rahels Grab.) Eine halbe Meile von Bethlehem wird Rahels Grabmal gezeigt, das sich in einer runden Spitze erhebt und wie das weiße Grabmal eines arabischen Scheck aussieht. 4. (Aarons Grab.) Auf dem Berge Hör (4. Mos. 20,28.) liegt Aaron begraben. Am Fuße des Berges liegt eine Ebene, Terrasse Aarons, genannt. Das Grabmal auf dem Berge wird von den Türken hochgeachtet. Sie bringen daselbst Opfer. In einem Gemache neben dem Grabe sieht man drei kupferne Gefäße zum Gebrauche derer, welche ihre Opferthiere am Grabe schlachten. Neben dem Grabe geht die Straße von Wady Musa vorbei, woselbst sich eine bedeutende Anzahl Grabmäler finden. Die Felsen, in welche die Grabmäler eingehauen sind, bestehen aus Sandstein von röthlicher Farbe. Die Sandsteine sind weich, daher die Berge leichter ausgehöhlt werden konnten. Inschriften aber, welche auf den Grabsteinen standen, sind verwischt.

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