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Sabbath-Blatt · 1842-10-22 · 17 (22.10.1842) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
17 (22.10.1842)
Date
1842-10-22
Page
Seite 69 (sequence 3)
Language
German
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69 der Zeder den Schmerz, die Lust des Nächsten theiletc. DaS Maß des Schmerzes würde geringer hurch die Liebe, die den Duldenden seiner Einsamkeit entführete, und was Einem Freudiges begegnet, das würden Alle dankbar mit erfahren. * Za, Allgütiger! den sanften Wiederhall deiner Liebe gabst du uns ins Herz, um die oft drückende Last des Lebens uns zu erleichtern. O lehre uns, aus dem engen Kreis des eigenen* Geschickes hevauszutreten, mit einem Herzen voll Innigkeit, voll heiliger Gluth ihnen allen anzugehören, die wir deine Kinder sind, den Schmerz, die Freude, durch Mitgefühl zu mildern, zu verklären, und uns so das Leben schöner zu machen. Amen. 8—2. Der Rabbi. «sä Hem riette Otteuhetmer. I. Der greise Rabbi betet Bei'm stillen Kerzenschein, Er betet warm, er redet Za nicht für sich allein. Er betet für das Leben, So seines Lebens Kern, Der Sohn, den ihm gegeben: Der Herr als Erdenstern. Er denkt im Weltgetriebe, Dem nur er angehört, Vielleicht nicht Zeit ihm bliebe Zn beten ungestört. Er denkt, im Ubermuthe Versäumt die Jugend oft Zu beten, weil das Gute Nur von sich selbst sie hofft. Versäumen und vergessen Kann es wohl auch sein Sohn, Drum fleht er unterdeffen Für ihnan Gotteö Thron. Er fleht, daß seine Thaten Gebets möchten sein, Ob Ernten seiner Saaten Auch Enkel erst erfreu'«. Daß stark und ohne Klage, Getreu dem alten Gort, Sein stolzes Herz ertrage Verachtungsn^eh und Spott. Daß nicht im müß'gen Grame Am reichen Feuergeist Die Schwinge ihm erlahme, Die Höhen ftoh umkreist. We tief auch ferngekettet Sie sei vom Sonnenschein, Wenn ihr nur wohlgebettet Ist im Bewußtseinsschrein. Nnd daß, der uns wird retten Zhn weih' zum Strahl und Licht, Das Schmachwie Todesketten Mit Sonnenhänden bricht. Auf daß die Unglückswolke, Die schwer auf Zion ruht, Zhn eine feinem Volke Treu, wie es Glück nicht thut. LI. Der fromme Vater endet Sein tief gefühlt Gebet, Doch bleibt sein Herz gewendet Dem Sohn zu, früh und spät. All' seine Wünsche baden Sich in des Lieblings Blick; Er ist der goldne Faden Zn dieses Manns Geschick. Mit Hoffnungsfteude schwellt er Bei Tag die Brust des Ravs, Als Stern bei Nacht erhellt er Dis Lraumbahn seines Schlafs« Doch heut — welch fremdes Träume» Den Greis wohl überkam? — Die milden Züge säumen Sich herb mit Hohn und Gram. Des Geistmeers Oberfläche, Die klare Stirn, sich krauSt, Als ob sie Unthat räche, Ballt sich im Zorn die Faust. Als ob sie Theuerm fluche, Die bleiche Lippe bebt; — »Wer liest im Seelenbuche, Was dieser Schläfer lebt?" Er lebt die schwerste Stunde Von seines Lebens Zeit; An jeglicher Sekunde Hängt Leidensewigkeit. An jedes Pulsschlqgs Dauer Verblutet sich sein Herz; Es wandeln kalte Schauer Sein weich Gefühl in Erz. Er sieht bewußt, doch ohne Daß er es hindern kann, An seinem einz'gen Sohne Der Laufe Handlung an. Sieht ihn mit Füßen treten, Geistig, des Vaters Lieb', Zu neuem Gotte beten, Dem treulos, der treu blieb« Er sieht ihn losgerissen Don seines Glautzens Hell Von Ruhe im Gewissen, Die guter Kinder Theil.

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