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Sabbath-Blatt · 1842-09-26 · 13 (26.9.1842) · p. Seite 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
13 (26.9.1842)
Date
1842-09-26
Page
Seite 53 (sequence 3)
Language
German
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53 geschick nicht verläugnen! Es giebt eine jenseitige Fortdauer dieses Daseyns! Dies gewahrt dem Weisen und Edlen Trost, bei dem Anblicke so vieler betrübender Erscheinungen, ״Wenn du den Druck des Armen und Raub des Rechtes stehest im Lande, so wundre dich hierüber nicht; denn über dem Hohen ist ein höherer Hüter und ein Höchster über ihnen." (5, 7.) Dieser Glaube läßt das Leben vorzüglich als eine geistige Gabe betrachten und die Weisheit als ein hochstes Gut schätzen. Dies giebt aber auch dem äußern, irdischen Daseyn, als einem Geschenke der göttlichen Liebe, seinen verhältnißmäßigen Werth und bietet uns den rechten Maßstab dar, wie wir es freudig genießen mögen. Denn schön ist das Leben, in seinen blühenden kräftigen Tagen, wenn man sich dessen freut in Tugend und Frömmigkeit, im Gedanken an die letzte, ernste Stunde und Las jenseitige Gericht. Dies muß der Schluß aller Betrachtungen über Ziel und Verfassung des Lebens seyn, und auch unser biblischer Weiser trägt uns diesen Gedanken auf eine ergreifende Weise vor, nachdem er durch genaues und wiederholtes, gegenseitiges Abwägen der stch darbietenden Haupt-Erscheinungen gezeigt hat, daß Alles auf diesen Gedanken führen müsse, daß in ihm alle Widersprüche dieses Daseyns, daß fie in ihm allein ihre Versöhnung finden, und er spricht zuletzt also: Ja, süß ist das Licht Und wohlthuend Len Augen der Anblick der Sonne. Wenn gleich viele Jahre lebet der Mensch, Er freuet sich aller; Und denket der trüben Tage, Denn ihrer werden viele seyn: Was Alles komm' ist ungewiß. Freue dich Jüngling deines zarten Alters Und fröhlich sey dein Herz in deiner Jugend; Gehe den Pfaden deines Herzens nach Und der Schaulust deiner Augen: Doch wisse, daß über dieses Alles Gott dich führet ins Gericht. So tilge Leidenschaft aus deinem Herzen Und wahre dich vor Bösem; Denn Kindheit und Jugend sind vergänglich. Und gedenke deines Schöpfers in der Jugend, Eh' noch die bösen Tage kommen Und die Jahre nahen, von denen du sagm wirst: Ich Hab' an ihnen keine Luft. — Wann zitternd werden des Hauses Hüter Und zum Falle sich die Starken neigen, < Die Mahlenden rasten, da ihrer wenig worden, Und trübe sind die Sehenden an den Fensternd) Dann gehet der Mensch in sein ewiges Haus Und ihn umringen am Wege die Klagenden. — Dann wird der Staub zu Erde wieder, Wie er gewesen, Und es kehret der Geist zurück zu Gott, Der ihn gegeben. (11, 7 —10. 12, 1 — 7.) Und wenn dem also ist, mit welchen seligen Hoffnungen darf der Gerechte dem Ausgange seines Lebens entgegensehen! Wird es dann nicht in vollem Maße in Erfüllung gehen, was der Prophet spricht: Sie werden «erwachen und jauchzen die im Staube ruhen." (26,19.) Und die Seele wird, sich besinnend, wie sie die Erde mit dem Himmel vertauschte, entzückt ausrufen: אחי דבריך מות אהי קטבך שאול (Hos. 13, 14.) ״Tod! wo ist deine Macht?! Gruft, wo sind deine Schrecken?!" Hallelujah! 8—z. Aus -er SelbÜbiographie des Rabbi Isaac Abarbanel. 1 2) Zufrieden saß ich in meiner Heimat, in einem an Gütern reichen väterlichen Erbe, in einem von göttlichem Segen erfüllten Hause, zu Lissabon, der berühmten Hauptstadt des Königreichs Portugal, — — glücklich in dem Palaste des Königs Don Alfonso sVj, des mächtigen und weit herrschenden Königs, der über zwei Meere regierte und Gelingen fand in all' seinem Thun; des Königs, welcher saß auf dem Throne des Rechts, der Gnade schalten ließ und Recht und Gerechtigkeit im Lande.-Unter seinem Schatten weilte ich gern, ich stand ihm nahe und er stützte sich auf meine Hand. Und so lange er lebend war auf Erden, wandelte ich in dem königlichen Palasts Babylons. —- — Aber bald stieg in seine-Fenster der Tod, Untergang in seinen Palast.- Und in der Regierung folgte ihm sein Sohn Don Juan, ein neuer König, der ohne Einsicht war. Sein 1) ,,Des Hauses Hüter" für Hände, und so das fol, gende: für Beine, Zahne und Augen. 2) Auswahl literarischer Stücke aus hebr. Schriftstellern vom zweiten Jahrhundert bis auf die Gegenwart. Berlin, 1840. Veit L Comp.

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