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Sabbath-Blatt · 1842-09-26 · 13 (26.9.1842) · p. Seite 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
13 (26.9.1842)
Date
1842-09-26
Page
Seite 54 (sequence 4)
Language
German
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54 verkehrtes Herz haßte seine Edlen, war arglistig gegen seine Diener. Besonders entfremdete er sich gegen alle Freunde seines Vaters, den Vornehmsten und Edelsten, die den obersten Rang einnahmen*im Reiche, an Vollkommenheit wie an Würde, ja die ihm verwandt waren, Gebein von seinen Gebeinen, Fleisch von seinem Fleische. Und arglistig redete er sie an: »ihr seid des Todes schuldig, denn Alle habt ihr euch gegen mich verschworen, mich und mein Land in die Hand der Könige Spaniens zu geben." Einen der vornehmsten von ihnen, den nachsten im Range nach dem Könige, der sich sicher glaubte bei ihm, ließ er ergreifen und hinrichten durchs Schwert. Und Lessen Brüder flohen ins Gebirge, um ihr Leben zu retten, denn sie waren erschrocken, da sie sahen, daß ihr Stolz gefallen, ihr Held, der Fürst ihres Stammes, getödtet war. Sämmtlich ihres Lebens nicht sicher, entranneu sie eilends, und so waren sie abgeschnitten und dahin. Der König nahm ihre Ländereien und alle ihre Habe in Besitz, und richtete zu Grunde das ganze königliche Haus. Auch gegen mich, der ich nicht Unrecht in meiner Hand, nicht Trug im Munde führte, wüthete er, weil ich in frühern, glücklichem Tagen zu jenen nun verfolgten Edlen zärtliche Freundschaft gehegt, und sie sich gerne Rath bei mir geholt harten. Schwerer Vergehen ward ich angeklgt vom Landesherren, er wandte seinen mächtigen Haß gegen mich und zählte mich zu den Verschwörern. Denn Jene, meinte er, würden nichts unternommen ha- Len, das mir, dem innig mit ihnen Verbundenen, geheim geblieben wäre, und ein Empörer sei ich wie sie. Auch ruchlose Menschen, die mich zu stürzen suchten, um sich des Meinigen zu bemächtigen, spitzten wie Schlangen ihre Zungen, und beschuldigten mich böser Thattn, die ich nicht veranlaßt, ja die mir nicht in den Sinn gekommen waren. Mitten in dieser Verwirrung erhielt ich die Unglücksbotschaft, der König habe befohlen, ich solle ohne Zögerung zu ihm kommen; ich gehorchte seinem Befehle und begab mich auf den Weg, ohne Arges zu ahnen, nach dem Orte zu, den des Königs Geheiß bestimmt hatte. Aber unterweges in der Herberge kam mir ein Mann entgegen, der sagte zu mir: nicht weiter! rette dein Leben, denn es ist eine böse Zeit, üble Gerüchts sind im Umlauf, Furcht rings umher, und gegen dich — so vernahm ich — haben Mehrere einen Bund geschlossen. — Diese Nachricht bewog mich mein Erbtheil zu verlassen, die Frau, die der Herr mir bestimmt, die Kinder, die er mir verliehen hatte und all das Meinige. In der Nacht stand ich auf und machte mich auf den Weg, um vor dem bösen Herren, dem Unglücke zu entfliehen. Und La mein Geschick so plötzlich herangekommen war, wie der Sturmwind die Spreu י hinwegrafft, konnte ich nichts von meiner Habe retten, und kam nur mit dem Leben davon. Am andern Morgen war schon in Pharaos Hause das Gerücht verbreitet und auf des Königs Geheiß wurden eiligst Boten ausgesandt, die den Auftrag hatten, mich zu ergreifen und sogleich zu tödten. Eine ganze Schaar ward mir nachgeschickt, und berittene Söldlinge verfolgten mich den Tag und die folgende Nacht Lurch, nach der Wüste zu. Aber Gottes Huld ließ es nicht zu, daß mir ein Übel geschehe, denn um Mitternacht zog ich aus Ägypten, dem Reiche Portugal, und betrat das Reich Castilia, närn« lich die an der Grenze belegene Stadt Segura della Orden. Als er sah, daß er mir das Leben nicht rauben konnte, daß ich den Weg gegangen, auf den Gott mich gesandt, da wüthete sein Zorn und er behandelte mich wie seinen Feind. Er legte seine Hand an Alles, was ich mir an Gold und Silber und Kostbarkeiten — mehr als Alle, die vor mir waren in jenem Lande — gesammelt hatte. Bewegliche Habe und Ländereien, Alles eignete er sich zu, und ließ mir nicht Las Geringste zurück. (Schluß folgt.) Ä n } z i g t n.! Zn diese Zeitschrift werden Annoncen gegen 1 Sgr. Gebühren für dir -espaltene Petit-Zeile oder deren Raum aufgenommen. Dießfällige Briefe bittet man portofrei durch Herrn E. F. Steinacker in Leipzig oder direct an die Buchhandlung von Reumann-Hartmann in Eibing rinzusenden. — Folgende mathematische Schriften meines Verlages sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Richter, Aug., Aufgaben (350) über das geradlinige \ Dreieck, trigonometrisch gelöst. Mit 1 Taf. Fig. 15 6fr.! — — des Apollonius von Perga zwei Bücher vom Verhältnissschnitt (d6 Sectione RationisJ. Aus dem Lateimischen des Halley übersetzt und mit Anmerk, begleitet und einem Anhänge versehen. Mit 4 Taf. Fig. 22z 6fn — — Lehrbuch der reinen Mathematik für die mittleren Klaffen höherer Lehranstalten. 3 Theile. 28z 6fr Dasselbe einzeln: 1. Theil: Arithmetik. 10 2. Theil: Planimetrie. Mit 2 Taf. Fig. 12z 6fr. 3. Theil: Lehrsätze und Aufgaben zur Uebung in der Planimetrie. Mit 2 Taf. Fig. 6\ 6fr. -Porismen nach Robert Simson bearbeitet, und vcemehrt, nebst den Lemmen des Pappus zu den Porismen des Euklides. Mit 6 Figurentaseln. 1z SWt. Aber den Werth dieser Schriften sprechen sich aus: Hall. Lit. Zeitg. 1835 Nr. 194, 1837 Nr. L14. 215, Ergänrungsbl. Nr. 54, 1839 Nr. 149. 150.— Jenaische Lit. Zeitg. 1836 Nr. 45. — Gotting. Anzeigen von gel. Sachen 18L4 Nr. 196. — Preuß. Archiv (Provinziaibl.) 1838 Jan.-Heft. Neumann-Hartmann. Das ״Sabbath-BlaLt" wird von jetzt ab E wieder regelmäßig zum Sabbath ausgegeben. Synagoge in Elbing: Montag d. 26. Sept. (zur Gedächtnißfeier der Versiorbenen) beginnt die Predigt um lOj Uhr Vormittags. Druck und Verlag von Neumavn-Harrwann in Elbmz.

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