Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 12 (19.9.1842)
- Date
- 1842-09-19
- Page
- Seite 48 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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48 . 4 schmucklose Hürte, und beherzige, wie du einst so arm und elend gewesen, und nur durch Gottes Beistand die Höhen des Lebens erreicht habest. Denke, wenn du in der Hütte sitzest, an die Zeit des Elends zurück, wie du mit Thränen dein Brod ge-- gessen und mit angsterfülltem Herzen umhergingest, und die Gattin und die Kinder nicht ohne Schmerz ansehen konntest, weil du nicht wußtest, woher nehmen, um ihren Hunger zu stillen, ihnen Kleidung und Ob-- dach zu bereiten. — So möge dir das Wohnen in der Laubhütte die Bilder der Vergangenheit borführen, damit dein Herz sich nicht überhebe und deine Freude nicht sündiger Übermuth werde. Freue dich in Gott! Und wenn du issest von den gesammelten Früchten und wenn du die Kinder wie Ölzweige um deinen Tisch sich lagern siehst, und du Jedem von ihnen einen Bissen kannst reichen, so laß deine Freude in Zeichen des Dankes und Lobes sich lösen, und sei versichert, daß das Glück bei dir und den Deinigen bleiben werde, so lange dein Herz ein dankbares und frommes ist. Am schönsten aber wird deine Dankbarkeit sich bewähreu, wenn du von der Fülle der Gaben dem Dürftigen mittheilst, der nichts gesäct und nichts gesammelt hat. Siche! an diesem Feste, wo du dein reiches Haus verlassen hast und in die einfache Hütte gezogen bist, da sollst du es fühlen, wie dem Armen zu Muthe ist, der das ganze Jahr hindurch in ärmlicher Hütte muß weilen, da soll es dir klar werden, daß auch der Dürf-- tige dein Bruder und Nächster sei, und daß du, Be-- glückter! einst dieselbe Lebensweise geführet, wie der Arme neben dir. So gehe denn hin in die Hütte des Elends, bringe Brod und Nahrung, trockne die Thra-- nen der Sorgenden, speise die Hungernden, erquicke die Unglücklichen, erheitere das Angesicht der Wittwen und Waisen, daß auch si e sich freuen mögen am Freudenfeste. Und du, der du am Erndtefeste auf keine vollen Speicher, auf keine großen Vorräthe blicken kannst, der du in einfacher Hütte lebst, auch du freue dich dessen, was du besitzest, sei auch mit dem Wenigen froh, was Gott dir zugemessen. Ein genügsamer Sinn, ein Zufriedenes Herz wandelt dir deine Hütte zum Palaste, deine einfachen Geräthe zu Kostbarkeiten. So verbittere dir nicht deine festlichen Stunden durch Neid und Mißgunst, indem du lüstern zu den Hütten der Großen emporschauest. Das Glück wohnet nicht im Überfluß —, sondern reich und glücklich ist derjenige, der Genüge hat an seinem Theile.*) Möge dir das Wohnen in der Laubhütte die einfache Lebensart unserer Vorfahren versinnlichen, und dich überzeugen, wir wenig Üppigkeit und Lurus zum wahren Glücke bei--- tragen, vielmehr die glänzende Leichendecke sei, unter welcher religiöser Sinn, Herzensruhe und Familienglück begraben liegen. Darum wünsche nicht an der Stelle derjenigen zu sein, welche du beneidest. Glaube vielmehr, daß Manche ihre prächtigen Hauser verlassen möchten, um in deiner Hütte, wenn Zufriedenheit darill herrschet, ihre Freudigkeit wiederzufinden, welcher bei einfacher Lebensweise der Lhätige und Genügsame theilhaftig wird. So möge denn unser Vater im Himmel das Füllhorn seines Segens über unsere Hütte ausschütten, und bei uns wohnen und bei uns bleiben alle Tage unseres Lebens und uns erfüllen mit Ruhe und Freudigkeit! Amen. . (8-k-ä.) Letetrüchte. (Gesammelt von 8 — f—a.) Es ist in neuerer Zeit vielfach ausgesprochen worden, daß diejenigen Staatsbürger, die nicht der Staatskirche zugehören, z. B. Isr a e l i t e n, schon deshalb nicht gleiche Rechte mit den Anderen erhalten können, weil es die Pflicht des Staates erheische, das piquirte Festhalten am kirchlichen Prineip über Alles zu begünstigen, vr. Strauß (Dogmatik Th. II.) weiset darauf hin, daß ein protestanrischer Staat 1) gegen den Willen der Reformatoren handle, wenn er nicht das Bekenmniß einem Jedem als Privatfache überlasse, und 2) gegen sein eigenes Interesse, wenn er alle Hoffnung auf den Pietismus setze, der jeden Andersdenkenden verdammt. Ad. I. heißt es S. 6141 »Und auch die Bestimmung der Begriffe von Kirche und Staat, von welcher die Reformatoren dabei ausgingen, (siehe Augsburger Confesft'on, Th. 2, Artik. 7, 10—11.), ist ganz dieselbe mit derjenigen, aus welcher heutige Staatsrechtslehrer die Folgerung zie- Heu, daß der Staat nach der Religion seiner Bürger, wofern sie nur ihren bürgerlichen Pflichten Nachkommen, nicht weiter zu fragen habe. Dennoch ist dieses Verhältnis noch heute in Europa nirgends rein verwirklicht. Selbst in den (Pirk >d»L) איזה עשיר? השמח בחלקו. o