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Sabbath-Blatt · 1842-08-27 · 9 (27.8.1842) · p. Seite 35

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
9 (27.8.1842)
Date
1842-08-27
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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35 am Tage der Noth?») Nur bei Gott findest du Schutz, der dich getragen auf Adlerfittigcu durch die rauhe Pilgerbahu, -und der seine Hand nie und nimmer von dir abziehen wird, so lange du gehorchst seiner Stim» me. Wer hat dir Mnth eingefießt in Gefahren, dich getröstet in Elend und Noth, dich aufrecht gehalten im Schmerze, daß du nicht dem Gram erlägest? Die Stimme. Gottes.war cs, deren segensreiches Wirken du erfahren. Und welche Stimme wird dich einst beruh!-- gen, wenn die Todcs-Boten dich umkreisen, wenn dein mattes Auge die letzten Blicke auf Verlassene wirft, wenn du zum letztenmal alle deine Lieben an dein Herz drückest, wenn die Wehmuth der Trennung mit der Seligkeit Vorgefühl sich einer? — Die Stimme Gottes wird dich beruhigen und dir auf deinem letzten, schweren Gange die sanften Friedensworte zurufen: ברוך בב^ך: (כביאתך לעולם.) וברוך אתה בצאחך: (ביציאחך מן העולם.״)) - »Gesegnet dein Kommen! Gesegnet Lein Dahinscheiden!" Amen. ׳ ־* ״ ״« Werden die Israeliten und wurden sie bisher durch ihre Religion von dem Betriebe landwirlhschaülicher und Handwerkerarbeiten abge» halten, und liegt hierin ein wirkliches Hindcruits ihrer bürgerlichen Gleichstellung 2 (Fortsetzung.) Der Herr Vcrf. behauptet also: 1) die Juden hat» ten von der im Edikt vom 11. März 1812 ihnen ge« gebenen Erlaubnis, bürgerliche Gewerbe zu treiben, bisher noch wenig Gebrauch gemacht. 2) Sie könnten dies auch nicht, denn ihre Religion verhindere sie, Handarbeiten gemeinschaftlich mit Christen zu betrci» ben, und zwar: a. weil beide, Israeliten und Christen, verschiedene Ruhetage und Feste haben, b. weil dem Israeliten seine Spciscgesetze das Zusammentrcten mit Christen zum gemeinschaftlichen Genüsse nach gemein» schaftlicher Arbeit erschweren. 3) Diese Gewerbe zu betreiben wäre für Israeliten höchst unvortheilhaft, denn sie verlören durch den Sonntag sammt dem Sabbathe zu viele Zeit, oder Lurch Vernachlässigung 8) Jes. 10, 3. 8) iliilr. R. des letztem — die Achtung der Christen. Daher blieben die Israeliten nach wie vor meistens auf den Han» del und auf wissenschaftliche Berufsarlen beschränkt. Wir lassen vorläufig die Behauptung ad 1. da» hingestellt. Sollte sie aber wahr seyn, wie wir dies keinesweges zugcben können, so sind die vom Verfasser angegebenen Gründe gewiß nicht die rechten, und zwar — weil sie zu viel beweisen. Man würde nämlich aus denselben noch eher folgern können, daß der Han» del für Israeliten unerlaubt, unvortheilhaft, ja un» möglich sey. Denn auch hier ginge ihnen ja der Sonn» tag sammt dem Sabbathe verloren. Dürfen sie 1) am Sonntage die öffentliche Ruhe durch das Betreiben des Handwerkes nicht stören, so noch weniger durch Handel, denn dieser ist ja noch mehr ein offentlicher Geschäftsbetrieb, der Kaufmann muß nach der Straße zu seinen Laden öffnen, es ist ihm recht eigentlich Zweck, sich den Vorübergehenden bemerklich zu machen. Dagegen ist der Betrieb des Handwerkers lange nicht in dem Grade öffentlich. Wer wird hin» gehen und Nachsehen, ob* er in seiner Behausung viel» leicht arbeite? Auch wird dem Hrn. Verf. nicht unbekannt seyn, daß selbst sehr viele christliche Handwer» ker sogar lärmende Gewerke, in ihren Hinterhau» fern am Sonntage betreiben. ■ Der jüdische Handwerker könnte also, wenn er es wollte, und zumal mit jüdischen Lehrlingen und Gesellen, eben so (wer wird es ihm verargen?) am Sonntage arbeiten, wenn er nur, gleichwie jene christlichen Meister, mir lärmenden Arbeiten sich in Räume zurückziehcn wollte, die von der Straße abgelegen sind, um die öffentliche Ruhe der Mehrzahl, wie billig, nicht zu stören. Was 2) den Sabbath betrifft, so verbietet die isr. Religion an diesem Tage den Handel eben so wie das Treiben eines Gewerkes. Diejenigen aber, welche sich hier über die religiösen Gebote hinwegsctzen, müßten noch mehr »in der Meinung der großen Masse der Christen ver» lieren", weil ihre unreligiöse Handlungsweise öffentlichcr hervortritt und daher von Mehrern bemerkt wird. Und doch wird die Heilighaltnng des Sabbaths, so wünschenswerch sie natürlich wäre, dem israelitischen Kaufmanne noch schwerer als dem Handwerker. Denn die Kunden, die am Sabbath eine bestellte Arbeit nicht fertig finden, werden an einem später» Tage wiederkommen, aber diejenigen, welche am Sabbath den La-

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